Odla svärmorstunga

Bogenhanf anbauen


Bogenhanf ist die Zimmerpflanze, die am meisten überlebt. Sie kommt mit dunklen Ecken, trockener Heizungsluft und Wochen ohne Aufmerksamkeit zurecht. Das Einzige, was sie nicht verträgt, ist nasse Erde, und genau das ist fast immer die Erklärung, wenn ein Bogenhanf eingeht. Seit 2017 steht er botanisch als Dracaena trifasciata, im Handel läuft er weiter als Sansevieria.

Gießen ist das ganze Geheimnis

Die Blätter sind Wasserspeicher. Die Pflanze übersteht Trockenheit monatelang, die Wurzeln faulen in ständig feuchter Erde aber innerhalb weniger Wochen.

  • April bis September: alle zwei bis drei Wochen gießen.

  • Oktober bis März: alle vier bis sechs Wochen reicht.

  • Der Test: steck den Finger 3 bis 4 cm in die Erde. Fühlt sie sich auch nur leicht feucht an, warte noch eine Woche.

  • Wohin: gieße auf die Erde, nie in die Blattrosette. Wasser, das dort stehen bleibt, lässt die Basis faulen.

  • Danach: gieß nach zehn Minuten aus, was sich im Übertopf gesammelt hat.

Werden die Blätter weich und gelb an der Basis, war es zu viel Wasser. Werden sie runzlig und legen sich in Längsfalten, war es zu wenig.

Licht und Standort

Bogenhanf wächst in hellem indirektem Licht und überlebt im Schatten. Der Unterschied zeigt sich im Tempo: in einem hellen Raum kommen zwei bis vier neue Blätter pro Jahr, in einer dunklen Ecke vielleicht eines.

Starke Mittagssonne durch Glas bleicht die Blätter und gibt braune Flecken. Ein Ost oder Westfenster ist ideal. Halte die Temperatur zwischen 18 und 27 Grad. Unter 10 Grad nimmt die Pflanze Schaden, stell sie im Winter also nicht in ein kaltes Fenster hinter einen zugezogenen Vorhang.

Erde und Umtopfen

Nimm Kakteenerde oder normale Blumenerde mit einem Drittel Perlit oder grobem Sand. Der Topf braucht Abzugslöcher.

Die Pflanze steht gern eng und muss nur alle drei bis fünf Jahre umgetopft werden, am besten im Frühjahr. Wähle einen schweren Topf aus Ton oder Keramik: hohe Sorten werden kopflastig und kippen in Plastiktöpfen um.

Düngen

Gib von April bis September einmal im Monat Kakteendünger in halber Dosis. Im Winterhalbjahr gar nicht düngen. Zu viel Dünger gibt schlaffe, überlange Blätter, die nach außen kippen.

Vermehren: teilen oder Blattstecklinge

Hier steckt eine Falle, die selten erwähnt wird. Die beiden Methoden geben verschiedene Ergebnisse.

  1. Teilung erhält die Sorte. Nimm die Pflanze heraus, trenne die Rhizome mit einem sauberen Messer so, dass jedes Stück Blätter und Wurzeln hat, und topfe sofort ein. Eine Sorte mit gelbem Blattrand bleibt gelbrandig.

  2. Blattstecklinge verlieren den gelben Rand. Schneide ein Blatt in 5 bis 10 cm lange Stücke, lass die Schnittfläche einen Tag antrocknen und stelle die Stücke richtig herum in Wasser oder feuchten Sand. Wurzeln kommen in 4 bis 8 Wochen, ein neuer Trieb nach 2 bis 4 Monaten. Dieser Trieb wird einfarbig grün, weil der gelbe Streifen in einer Gewebeschicht des Blattes sitzt und nicht weitergegeben wird.

Willst du eine Laurentii mit gelbem Rand erhalten, ist Teilung also der einzige Weg.

Sorten

  • Laurentii: der Klassiker mit gelben Blatträndern, 60 bis 100 cm.

  • Zeylanica: graugrüne Querbänder ohne gelben Rand, verträgt dunklere Plätze.

  • Moonshine: breite silbergrüne Blätter, braucht mehr Licht für die Farbe.

  • Hahnii: flache Rosette von 15 bis 20 cm, passt auf ein Regal.

  • Cylindrica: runde Spieße statt flacher Blätter, oft geflochten verkauft.

Giftig für Katze und Hund

Die Blätter enthalten Saponine. Eine Katze oder ein Hund, der daran kaut, kann Speicheln, Erbrechen und Durchfall bekommen. Das ist selten ernst, aber unangenehm, stell die Pflanze also außer Reichweite. Für Menschen reicht es, die Blätter nicht zu essen.

Zur luftreinigenden Wirkung

Bogenhanf wird oft als luftreinigend beworben. Das geht auf eine Studie von 1989 zurück, bei der Pflanzen in kleine versiegelte Kammern gestellt wurden. Spätere Auswertungen derselben Daten zeigen, dass der Effekt in einem normalen Raum im Vergleich zum Lüften verschwindend klein ist.

Was dagegen stimmt: die Pflanze nutzt eine Form der Fotosynthese, die ihre Spaltöffnungen nachts statt tagsüber öffnet. Sie gibt also nachts Sauerstoff ab, anders als die meisten Zimmerpflanzen. Kauf sie, weil sie robust ist, nicht wegen der Luft.

Häufige Probleme

  • Weiche, braune Basis: Wurzelfäule. Pflanze herausnehmen, alles Weiche wegschneiden, die Schnitte einen Tag trocknen lassen und in trockene Kakteenerde topfen.

  • Braune trockene Spitzen: Kaltzug oder ungleichmäßiges Gießen. Stell die Pflanze von der Tür weg.

  • Weiße Watteknäuel in den Blattachseln: Wolläuse. Mit einem Wattestäbchen und Brennspiritus abtupfen und einen Monat lang wöchentlich wiederholen.

  • Blätter kippen nach außen: zu wenig Licht oder zu viel Dünger.

Mehr robuste Grünpflanzen für dasselbe Fenster findest du in unseren Artikeln über Zimmerpflanzen, Monstera und Buntnessel. Und willst du lieber etwas Essbares auf der Fensterbank, lassen sich viele unserer Kräutersamen das ganze Jahr über drinnen aussäen.

Autorin: Emma Vogiatzi
Fachlich geprüft von Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2026-08-31