Die Kriechenpflaume ist ein robustes und dekoratives Obstgehölz, das sich gut für schwedische Gärten eignet. Sie blüht früh im Frühjahr mit weißen Blüten und trägt kleine, aromatische Früchte, die sich sowohl frisch verzehren als auch zu Marmelade und zum Backen verwenden lassen. Die Kriechenpflaume ist pflegeleicht, gut an das Klima angepasst und sowohl als Baum als auch in Strauchform erhältlich.
Standort und Lage
Damit die Kriechenpflaume gut gedeiht und reich trägt, ist der Standort entscheidend. Wählen Sie einen sonnigen bis leicht schattigen Platz. Volle Sonne sorgt für die beste Blüte und Fruchtreife, die Kriechenpflaume verträgt jedoch auch Halbschatten besser als viele andere Pflaumen.
Der Boden sollte gut durchlässig, nährstoffreich und idealerweise leicht lehmhaltig, aber dennoch locker sein. Staunässe, insbesondere im Winter, wird schlecht vertragen. Ein geschützter Standort ist von Vorteil, vor allem in kälteren Regionen, wo Spätfröste die Blüte schädigen können.
Die Kriechenpflaume ist in großen Teilen Schwedens winterhart und eignet sich für die Anbauzonen eins bis vier, in geschützten Lagen teilweise auch für höhere Zonen.
Baum oder Strauch
Die Kriechenpflaume kann sowohl als kleiner Baum als auch als mehrstämmiger Strauch gezogen werden. Die Baumform eignet sich gut als Solitärpflanze im Garten oder in einer Obstwiese. Die Strauchform ist ideal für naturnahe Gärten, als frei wachsende Hecke oder in größeren Pflanzflächen.
Die Strauchform ist oft etwas robuster und eine gute Wahl für exponierte Standorte oder wenn ein natürlicher Wuchs gewünscht ist.
Pflanzung
Pflanzen Sie die Kriechenpflaume im Frühjahr oder Herbst, solange der Boden frostfrei ist. Heben Sie zunächst ein großzügiges Pflanzloch aus, das mindestens doppelt so breit ist wie der Wurzelballen. Lockern Sie den Boden am Grund und mischen Sie die ausgehobene Erde mit Kompost.
Setzen Sie die Pflanze so ein, dass sie genauso tief steht wie im Topf. Füllen Sie das Loch mit Erde, drücken Sie diese vorsichtig an und gießen Sie gründlich. Während der ersten Vegetationsperiode regelmäßig gießen, damit sich die Wurzeln gut etablieren.
Bei mehreren Pflanzen sollte der Pflanzabstand etwa drei bis vier Meter für Bäume und zwei bis drei Meter für Sträucher betragen.
Pflege und Bewässerung
Nach dem Anwachsen ist die Kriechenpflaume relativ pflegeleicht. Gießen Sie bei längerer Trockenheit, besonders während der Fruchtentwicklung. Eine Mulchschicht aus organischem Material wie Rasenschnitt oder Laub hält die Feuchtigkeit im Boden und verbessert die Bodenstruktur.
Düngen Sie im Frühjahr sparsam mit Kompost oder einem milden organischen Dünger. Zu viel Stickstoff fördert das Blattwachstum, verringert jedoch den Fruchtertrag.
Schnitt
Die Kriechenpflaume benötigt nur wenig Schnitt. Bei der Baumform werden hauptsächlich abgestorbene, beschädigte oder sich kreuzende Äste entfernt, um die Krone luftig zu halten. Der Schnitt erfolgt am besten im Spätsommer oder frühen Herbst, da dann das Krankheitsrisiko geringer ist.
Die Strauchform wird geschnitten, indem ältere Triebe bodennah entfernt werden, um Platz für neue Triebe zu schaffen. Dies erfolgt alle zwei bis drei Jahre, um den Strauch vital und fruchtbar zu halten.
Vermeiden Sie starken Rückschnitt, da die Kriechenpflaume besser auf schonende Maßnahmen reagiert.
Blüte und Ernte
Die Kriechenpflaume blüht früh und ist eine wichtige Nahrungsquelle für bestäubende Insekten. Die Früchte reifen je nach Sorte und Standort von Spätsommer bis Frühherbst. Ernten Sie, wenn die Früchte ausgefärbt sind und sich leicht lösen. Der Geschmack ist meist frisch mit einer ausgewogenen Süße und Säure.
Tipps für den erfolgreichen Anbau
Pflanzen Sie die Kriechenpflaume möglichst in der Nähe anderer Pflaumen oder Kriechenpflaumen, um die Bestäubung zu verbessern. Lassen Sie heruntergefallene Früchte kurzzeitig liegen, um die Biodiversität zu fördern, entfernen Sie jedoch überreife Früchte, um Schädlingsbefall zu vermeiden.
Autorin: Emma Vogiatzi – ausgebildete Gärtnerin
Faktenprüfung: Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert: 2026-02-05