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Herbstaussaat


Herbstaussaat

Wenn die Kälte kommt und die Tage kürzer werden, könnte man meinen, die Aussaatzeit sei vorbei. Das stimmt nicht, denn im Oktober und November steht die Herbstaussaat an. Eine willkommene Aufgabe für alle, die gerne gärtnern, es sich einfach machen und der nächsten Saison einen Schritt voraus sein wollen. Wir von Florea haben deshalb unsere besten Tipps zusammengetragen und zeigen dir, welche Sorten sich besonders gut für die Herbstaussaat eignen.

Im Herbst zu säen ist nichts Neues. Früher war es sehr verbreitet, als Bauern so viele Ernten wie möglich aus dem Jahr herausholen mussten. Heute ist es weniger üblich, doch mit steigenden Lebensmittelpreisen und dem wachsenden Interesse am Selbstanbau erlebt diese schöne Technik ein echtes Comeback.

Wie funktioniert die Herbstaussaat?

Bei der Herbstaussaat kommen die Samen in die Erde und ruhen dort den ganzen Winter über, um im Frühjahr mit steigenden Temperaturen zu keimen. Der Zeitpunkt ist entscheidend. Ist es bei der Aussaat noch zu mild, besteht die Gefahr, dass die Samen sofort austreiben. Säe deshalb so spät wie möglich, aber bevor der Boden gefriert. In raueren Lagen ist das meist im Oktober, in milderen Regionen erst im November. Die größte Gefahr für die Samen ist übrigens nicht die Kälte, wie viele glauben, sondern Nässe. Wähle daher einen Standort mit guter Drainage.

Warum im Herbst säen?

Die Herbstaussaat hat viele Vorteile. Der größte ist eine frühere Blüte oder die allerersten zarten Ernten im Mai und Juni. Außerdem ist sie denkbar einfach, und es ist angenehm, einige Sorten schon im Herbst ausgesät zu haben, sodass im Frühjahr Zeit für die anspruchsvolleren Kulturen bleibt.

Herbstaussaat Schritt für Schritt

  1. Befreie das Beet zuerst gründlich von Unkraut, bevor die Samen in die Erde kommen. Sobald der Boden gefroren ist, wird das Jäten schwierig, und im Frühjahr riskierst du, die jungen Pflanzen zu beschädigen. Außerdem gibst du deinen Sämlingen die besten Startbedingungen, weil sie nicht um Wurzelraum konkurrieren müssen.
  2. Für ein gutes Ergebnis reicherst du den Boden mit Kompost oder gut verrottetem Kuhmist an. Düngst du im Herbst nicht, ist es umso wichtiger, dies im Frühjahr nachzuholen, sobald die Pflanzen ein Stück gewachsen sind, und ihnen hin und wieder einen Nährstoffschub zu geben.
  3. Harke die Erde eben, sodass eine einigermaßen gleichmäßige Saatfläche entsteht. Ziehe dann eine oder mehrere Saatrillen, je nachdem wie viel du aussäen möchtest. Säe mit der richtigen Tiefe sowie dem richtigen Reihen- und Pflanzabstand. Diese Angaben findest du auf der Rückseite deiner Samentüte.
  4. Bedecke die Aussaat vorsichtig mit Erde und gieße behutsam, sodass die Samen leicht feucht werden. Danach kannst du die Saat zusätzlich schützen, indem du sie mit Laub, Tannenreisig oder anderem natürlichen Material abdeckst.
  5. Wenn die Pflanzen im Frühjahr endlich keimen, nimmst du die Abdeckung vorsichtig ab, damit die Sämlinge mehr Licht bekommen.

Welche Sorten eignen sich für die Herbstaussaat?

Für die Herbstaussaat eignen sich nur Samen, die Kälte vertragen. Hier eine Liste mit Gemüse, Kräutern und Blumen, die sich besonders gut dafür eignen.

Gemüse und Kräuter

  • Möhre
  • Rettich
  • Pastinake
  • Radieschen
  • Rote Bete (etwas heikel, in milderen Lagen aber einfacher)
  • Schwarzwurzel
  • Petersilie
  • Dill
  • Schnittlauch
  • Spinat
  • Kopfsalat
  • Zwiebeln aus Samen (keine Steckzwiebeln)

Blumen

  • Ringelblume
  • Kornblume
  • Mohn
  • Sommer-Rittersporn (Consolida ajacis)
  • Große Knorpelmöhre (Ammi majus)
  • Schlafmohn (Papaver somniferum)
  • Margerite
  • Jungfer im Grünen (Nigella)
  • Wilde Möhre (Daucus carota)

Autorin: Johanna Damm
Faktengeprüft von Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2024-10-28