Echtes Johanniskraut (Hypericum perforatum) ist eine Wiesenpflanze, die 40 bis 80 cm hoch wird und von Ende Juni bis August gelb blüht. Der Name kommt daher, dass die Blüte um den Johannistag zur Sommersonnenwende fällt. Hältst du ein Blatt gegen das Licht, siehst du winzige durchscheinende Punkte, und zerdrückst du eine Knospe zwischen den Fingern, färben sie sich rot. Das sind die beiden sichersten Merkmale.
Drei Pflanzen heißen Johanniskraut
Das ist der erste Halt, denn die Art, die du kaufst, entscheidet darüber, was du damit machen kannst.
| Echtes Johanniskraut | Großkelchiges Johanniskraut | Beeren-Johanniskraut | |
|---|---|---|---|
| Art | Hypericum perforatum | Hypericum calycinum | Hypericum inodorum |
| Wuchs | Staude, 40 bis 80 cm | Flacher Bodendecker, 30 cm | Strauch, 60 bis 120 cm |
| Verwendung | Wiese, Tee und Öl | Bodendeckung | Beeren im Strauß |
| Merkmal | Durchscheinende Punkte im Blatt | Große Blüten, keine Punkte | Rote bis schwarze Beeren |
Nur die echte Art hat die Punkte, und sie steckt in unserer schwedischen Wiesenmischung zusammen mit vierundzwanzig weiteren heimischen Arten.
Johanniskraut säen
Der Samen ist sehr fein, fast wie Staub, und er braucht Licht zum Keimen. Streue ihn auf die Oberfläche und drücke ihn an, grabe ihn nicht ein.
Im Herbst draußen säen, im Oktober oder November, in einer Schale im Freien oder gleich an Ort und Stelle. Die Winterkälte hebt die Keimrate deutlich.
Oder vier Wochen im Kühlschrank stratifizieren und im März drinnen bei 18 bis 20 Grad säen.
Die Keimung dauert 10 bis 30 Tage und verläuft ungleichmäßig.
Pflanze mit 30 cm Abstand aus, sobald die Sämlinge vier Blätter haben.
Mehr zur Methode steht im Beitrag über die Wintersaat, und weitere passende Arten findest du bei unseren Samen für die Wintersaat.
Standort und Boden
Volle Sonne und magerer, durchlässiger Boden. Johanniskraut wächst wild an Wegrändern und auf Trockenrasen und wird in nährstoffreicher Gartenerde dünn und weich.
Nicht düngen. Stickstoff gibt lange Stiele und weniger Blüten.
Nur in der ersten Saison gießen. Eingewachsen verträgt es Trockenheit gut.
Kalk schadet nicht. Es verträgt pH bis etwa 7,5.
Es breitet sich aus, über Samen und kurze Ausläufer. Schneide die Blütenstiele ab, bevor der Samen reift, wenn es an seinem Platz bleiben soll.
Ernte zur Sonnenwende
Ernte, wenn etwa ein Drittel der Blüten im Stand offen ist, meist in den ersten Juliwochen. Dann ist der Gehalt der Wirkstoffe am höchsten.
Schneide die obersten 20 bis 30 cm der Triebe an einem sonnigen Vormittag, wenn der Tau abgetrocknet ist.
Binde locker und hänge kopfüber in den Schatten, luftig und höchstens 35 Grad.
Nach zwei bis drei Wochen ist das Material trocken und lässt sich in ein Glas abrebeln.
Dunkel lagern. Licht baut die roten Farbstoffe in wenigen Monaten ab.
Das Rotöl
Die klassische Anwendung ist Johanniskrautöl, auch Rotöl genannt. Frische Blütenknospen kommen in ein Glas und werden vollständig mit kaltgepresstem Oliven oder Sonnenblumenöl bedeckt. Das Glas steht dann drei bis sechs Wochen im Sonnenlicht und wird täglich geschüttelt.
Das Öl wird durch einen Stoff namens Hypericin tiefrot. Durch einen Kaffeefilter abseihen und dunkel und kühl lagern. Nimm nur trockene, frische Knospen: Wasser im Glas gibt Schimmel.
Eine Sache vor der Anwendung
Johanniskraut gehört zu den Kräutern, die verändern, wie der Körper Medikamente abbaut. Es kann unter anderem die Wirkung der Antibabypille, von Blutverdünnern und bestimmten Antidepressiva senken, und diese Kombination kann ernst sein.
Nimmst du verschreibungspflichtige Medikamente, sprich mit Arzt oder Apotheke, bevor du Johanniskraut innerlich anwendest. Bau es gern an, aber behandle es wie ein Arzneimittel und nicht wie ein Gewürz.
Weidetiere mit hellem Fell können von großen Mengen lichtempfindlich werden. Deshalb gilt die Pflanze auf manchen Weiden als Unkraut.
Insekten und Wiese
Die Blüte hat keinen Nektar, produziert aber reichlich Pollen, und sie wird vor allem von Bienen und Schwebfliegen besucht. In einer Wiesenfläche funktioniert sie deshalb am besten zusammen mit nektarreichen Arten.
Willst du eine Fläche, die den ganzen Sommer blüht, findest du mehr im Artikel über Stauden und in dem über einen Schmetterlingsgarten.
Häufige Fehler
Der Samen wird eingegraben. Dann keimt er gar nicht. Oberflächlich säen.
In fette Beeterde gepflanzt. Gibt Laub und wenige Blüten.
Im August geerntet. Zu spät, die Gehalte sind gesunken.
In der Sonne getrocknet. Die Sonne bleicht die roten Stoffe aus. Im Schatten trocknen.
Samen ausreifen lassen. Die Pflanze sät sich über das ganze Beet aus.
Weitere Wiesenarten findest du bei unseren Blumensamen.
Autorin: Emma Vogiatzi
Fachlich geprüft von Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2026-08-31