Kohlweißling


Der Kohlweißling ist der häufigste Grund dafür, dass ein Grünkohl im August aussieht wie Spitze. Den Schaden macht nicht der Falter, sondern die Raupen, und die fressen drei bis vier Wochen lang, bevor sie sich verpuppen. Es gibt zwei Arten mit unterschiedlichem Verhalten, und dieser Unterschied entscheidet, wo du suchen musst.

Zwei Arten, zwei Arten von Schaden

Großer KohlweißlingKleiner Kohlweißling
Lateinischer NamePieris brassicaePieris rapae
EierGelb, in Gelegen von 20 bis 100 an der BlattunterseiteEinzeln, eines nach dem anderen
RaupeGelbgrün mit schwarzen Punkten, frisst in GruppenEinfarbig grün, frisst allein
Wo sie frisstAn den äußeren Blättern, von außen nach innenBohrt sich zum Herzen vor
Wie gut sichtbarSofort zu sehenAuf dem Blatt kaum zu erkennen

Der Große Kohlweißling macht den sichtbarsten Schaden, ist aber leicht zu finden. Der Kleine ist der, der die Ernte ruiniert, weil die Raupe im Kopf sitzt und Kot dort hinterlässt, wo du nicht hinkommst.

Wann sie fliegen

Rechne mit zwei Generationen, in wärmeren Lagen manchmal mit drei.

  • Mai bis Juni: die erste Generation. Weniger Falter und begrenzter Schaden.

  • Juli bis August: die zweite Generation. Jetzt entsteht fast der ganze Schaden.

  • Ei bis Raupe: 7 bis 10 Tage.

  • Raupe bis Puppe: 3 bis 4 Wochen Fraß.

Das bedeutet: eine Kontrolle pro Woche ist im Juli zu selten. Die Eier schlüpfen dazwischen.

Nur ein Netz hält wirklich

Insektenschutznetz funktioniert, aber nur wenn drei Dinge stimmen. Genau hier scheitern die meisten, obwohl sie ein Netz haben.

  1. Maschenweite höchstens 1,3 mm. Das hält den Falter draußen. Willst du gleichzeitig Erdflöhe und Kohlfliege abhalten, nimm 0,8 mm.

  2. Das Netz darf nicht auf den Blättern liegen. Das Weibchen legt die Eier durch das Netz hindurch auf das Blatt, das anliegt. Spann das Netz über Bögen mit mindestens 20 cm Luft über den Pflanzen.

  3. Die Ränder müssen in den Boden. Grab sie ein oder leg schwere Bretter entlang der ganzen Kante. Ein Spalt von 5 cm reicht für einen Falter.

Bring das Netz beim Pflanzen an, nicht erst wenn du den ersten Falter siehst. Liegen schon Eier unter dem Netz, hast du den Raupen ein Gewächshaus gebaut.

Suche die Eier an der Blattunterseite

Dreh die Blätter ab Mitte Juni zweimal pro Woche um. Gelbe Gelege länglicher Eier lassen sich mit dem Daumen abreiben. Das dauert zwei Minuten pro Pflanze und ist die einzige Maßnahme, die wirkt, bevor es Raupen gibt.

Sind die Raupen schon geschlüpft: sammle sie morgens ab, wenn sie stillsitzen. Gruppen junger Raupen des Großen Kohlweißlings nimmst du mit dem ganzen Blatt.

Eine Fangpflanze

Kapuzinerkresse ist für den Kohlweißling attraktiver als der Kohl. Säst du eine Reihe Kresse ein paar Meter vom Kohl entfernt, wird ein Teil der Eier dort abgelegt, und du kannst die Pflanzen samt Raupen herausreißen.

Das ersetzt das Netz nicht, senkt aber den Druck. Kapuzinerkresse ist zudem essbar, Blätter wie Blüten. Sorten findest du bei unseren Kapuzinerkresse-Samen.

Die Schlupfwespe erledigt einen Teil

Siehst du eine tote oder träge Raupe, umgeben von kleinen gelben Kokons, war die Schlupfwespe Cotesia glomerata am Werk. Ihre Larven haben die Raupe von innen gefressen und sich außen eingesponnen.

Entferne sie nicht. Jeder Kokon wird eine neue Wespe, die weitere Raupen sucht. Das ist auch der Grund, breit wirkende Mittel aus dem Kohlbeet herauszuhalten.

Was nicht funktioniert

  • Fruchtfolge. Gut gegen Pilzkrankheiten im Boden, wirkungslos gegen ein Insekt, das fliegt. Der Falter findet den Kohl trotzdem.

  • Duftpflanzen allein. Dill, Tagetes und Tomate senken die Zahl der Landungen etwas, ein suchendes Weibchen kommt aber an.

  • Die Pflanze abspülen. Die Raupen bleiben sitzen.

  • Ein Netz, das im August kommt. Die Eier sind längst gelegt.

Welche Kulturen betroffen sind

Alle Kreuzblütler: Grünkohl, Rosenkohl, Blumenkohl, Brokkoli, Weißkohl, Kohlrabi, Rettich, Rucola und Steckrübe. Spät in der Saison trifft es Grünkohl und Rosenkohl am härtesten, weil sie noch stehen, wenn alles andere geerntet ist.

Musst du nach einem Befall neu aussäen, funktioniert eine späte Aussaat schneller Sorten, weil der Druck im September nachlässt. Das ganze Sortiment findest du bei unseren Kohlsamen, und den Anbau selbst behandeln wir in den Artikeln über Blumenkohl und Brokkoli.

Autorin: Emma Vogiatzi
Fachlich geprüft von Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2026-08-31