Kompost entsteht aus Küchen- und Gartenabfällen, die Regenwürmer, Pilze und Bakterien zu dunklem, krümeligem Humus abbauen. Du kannst auf drei Arten kompostieren: in einem offenen Kaltkompost, in einem isolierten Thermokomposter oder mit Bokashi, bei dem Essensreste in einem luftdichten Eimer fermentieren. Kalt- und Heißkompost funktionieren nur mit der richtigen Mischung aus grünem und braunem Material, während Bokashi verlangt, dass die Luft draußen bleibt.
Drei Methoden im Vergleich
Wähle die Methode danach, was du kompostieren willst und wie bald du die Erde brauchst. Hast du vor allem Laub, Rasenschnitt und Pflanzenreste, reicht ein Kaltkompost. Für Küchenabfälle das ganze Jahr über brauchst du einen Thermokomposter oder Bokashi.
| Eigenschaft | Kaltkompost | Thermokomposter | Bokashi |
|---|---|---|---|
| Was hinein darf | Gartenabfälle, Schalen, Kaffeesatz und Eierschalen | Garten- und Küchenabfälle, auch gekochte Speisen | Küchenabfälle, auch Fleisch, Fisch, Käse und Zitrusschalen |
| Temperatur | Folgt weitgehend der Lufttemperatur | 50-70 °C, sobald die Rotte läuft | Zimmertemperatur, am besten 20 °C oder mehr |
| Zeit bis zum fertigen Kompost | 6 Monate bis 2 Jahre | 2-6 Monate, länger, bis er Aussaaten verträgt | 2 Wochen im Eimer, dann 2-4 Wochen im Boden |
| Standort | Halbschatten direkt auf dem Boden, am besten 2 Fächer | Schatten in Hausnähe, dicht gegen Nager | Eimer im Haus, danach im Boden vergraben |
| Kosten | Gering, Bretter oder Palettenrahmen reichen | Am höchsten, ein isolierter Behälter | Gering, 2 Eimer mit dichtem Deckel und Bokashi-Streu, das laufend nachgekauft wird |
| Ergebnis | Humusreiche Bodenverbesserung mit mäßig Nährstoffen | Nährstoffreicher Humus in kürzerer Zeit | Vorkompost, der im Boden zerfällt, dazu Sickerwasser zum Verdünnen 1:100 |
Bevor du Küchenabfälle im Thermokomposter oder mit Bokashi verwertest, frag bei deiner Gemeinde nach, was bei dir gilt.
Grün und Braun im richtigen Verhältnis
Die Mikroorganismen nutzen Kohlenstoff als Energiequelle und Stickstoff, um ihre Zellen aufzubauen. Am schnellsten läuft der Abbau bei einem C/N-Verhältnis von etwa 25 zu 1, also 25 Teilen Kohlenstoff auf 1 Teil Stickstoff. Bei mehr als 30 Teilen Kohlenstoff steht der Haufen fast still. Bei weniger als 15 entweicht der Stickstoff als Ammoniak, und das ist der stechende Geruch eines nassen Haufens Rasenschnitt.
Genau rechnen musst du nicht. Teile das Material in zwei Gruppen ein:
Grün und stickstoffreich: frischer Rasenschnitt mit etwa 15 Teilen Kohlenstoff pro Teil Stickstoff, Gemüseschalen, Kaffeesatz, grüne Pflanzenreste und Unkraut ohne Samen.
Braun und kohlenstoffreich: trockenes Herbstlaub mit etwa 50 Teilen Kohlenstoff pro Teil Stickstoff, Stroh, klein geschnittene Zweige, zerrissene Eierkartons und Sägespäne.
Die Regel: gib auf 1 Eimer Grünes 1-3 Eimer Braunes, nach Volumen gerechnet. Je mehr Rasenschnitt und Essensreste, desto näher an 3 Eimern Braunem. Ein Sack mit 50 Litern Rasenschnitt braucht also 50-150 Liter Laub oder Stroh.
Feuchtigkeit und Luft: eine Handvoll Material soll sich wie ein ausgedrückter Schwamm anfühlen, das entspricht 40-60 Prozent Feuchtigkeit. Riecht der Kompost nach Ammoniak, gib mehr Braunes dazu. Ist er trocken und tut sich nichts, gib Grünes dazu, gieß ihn und lockere ihn mit einer Grabegabel auf.
Bokashi ist ein Vorkompost
Was nach 2 Wochen aus einem Bokashi-Eimer kommt, ist keine Erde. Die Essensreste sind mit Milchsäurebakterien fermentiert und sehen fast so aus wie beim Einfüllen, nur weicher und mit säuerlichem Geruch. Zu Humus werden sie erst im Boden. Wir haben 2 Eimer, die sich abwechseln, sodass der eine fermentiert, während der andere gefüllt wird.
Füllen und andrücken: streu nach Packungsangabe Bokashi-Streu über jede Schicht Essensreste, drück die Luft heraus und öffne den Deckel höchstens 1-2 Mal am Tag.
Sickerwasser ablassen: mach das alle zwei bis drei Tage. Verdünne es vor dem Gießen 1:100, denn unverdünnt schadet es den Wurzeln.
Den vollen Eimer fermentieren lassen: stell ihn 2 Wochen bei Zimmertemperatur hin. Weißer, flauschiger Schimmel ist normal. Grüner oder schwarzer Schimmel und fauliger Geruch bedeuten, dass die Fermentation misslungen ist.
Eingraben oder mit Erde mischen: bedecke das Bokashi mit mindestens 10 cm Erde oder mische 1 Teil Bokashi mit 2 Teilen Erde. Warte 2-4 Wochen, bevor du dort säst oder pflanzt.
So erkennst du, dass der Kompost reif ist
Reifer Kompost ist dunkelbraun, krümelt zwischen den Fingern und riecht nach feuchtem Waldboden. Laub und Schalen sind nicht mehr zu erkennen. Im Thermokomposter ist ein weiteres Zeichen, dass die Temperatur auf die der Umgebung gesunken ist und beim Umsetzen nicht wieder steigt.
Ein Kressetest über 5 Tage zeigt, ob der Kompost Aussaaten verträgt. Füll einen Becher mit dem Kompost und einen mit gekaufter Anzuchterde. Streu 20 Kressesamen in jeden Becher und halte beide bei Zimmertemperatur feucht. Zähl danach die Keimlinge und zieh einige heraus, um die Wurzeln zu vergleichen. Keimen weniger Samen oder sind die Wurzeln kürzer als in der gekauften Erde, braucht der Kompost noch einige Monate zum Reifen.
Wir machen den Test jedes Frühjahr, bevor der Kompost in die Anzuchterde kommt. Kompost, der die Kresse hemmt, kommt stattdessen ins Beet, wo er als Bodenverbesserung nützt.
Kompost im Beet, im Hochbeet und in der Anzuchterde
Beet: verteile zwischen November und April mindestens 5 cm Kompost auf der Erde. Die Regenwürmer ziehen ihn nach unten, du musst also nicht umgraben. Sowohl Tonboden als auch Sandboden lassen sich leichter bearbeiten, wenn der Humusgehalt steigt, siehe den Artikel über Bodenarten. Halbfertiger Kompost eignet sich als Mulchschicht bei der No-Dig-Methode, aber nicht dort, wo du säen willst.
Hochbeet: ein Palettenbeet von 120 x 80 cm hat knapp einen Quadratmeter, 5 cm entsprechen also rund 50 Litern Kompost. Arbeite ihn 2-3 Wochen vor der Aussaat oberflächlich ein. Wir mischen gleichzeitig Florea Biokohle unter, 1-3 Liter pro Beet, damit die Erde Feuchtigkeit und Nährstoffe länger hält. Danach ist das Beet bereit für Samen für Hochbeete. Wie die Schichten von unten aufgebaut werden, steht im Artikel In Palettenbeeten anbauen.
Anzuchterde: hier richtet unreifer Kompost den größten Schaden an. Er kann Stoffe enthalten, die die Keimung hemmen, und Material, das noch abgebaut wird, bindet Stickstoff, den die Sämlinge brauchen. Wir sieben Kompost, der den Kressetest bestanden hat, durch ein Gitter mit 1 cm Maschenweite und mischen höchstens 1 Teil Kompost mit 3 Teilen gekaufter Anzuchterde. Brauchen die Pflanzen mehr Nährstoffe, sobald sie ihre ersten richtigen Blätter haben, lässt sich flüssiger Florea Dünger leichter dosieren.
Häufige Fehler und was du stattdessen tust
Ein ganzer Sack Rasenschnitt auf einmal: frisches Gras verklebt zu einer schleimigen Matte, die nach Ammoniak riecht. Misch es mit 1-3 Teilen Laub oder Stroh oder lass es vorher 1-2 Tage antrocknen.
Samenunkraut im Kaltkompost: Unkrautsamen sterben erst, wenn die Temperatur mehrere Tage über 60 °C bleibt, und so heiß wird ein offener Haufen selten. Gib Samenunkraut in den Thermokomposter und lass Quecke und Giersch in der Sonne vollständig trocknen, bevor du sie kompostierst. Japanischer Staudenknöterich überlebt sogar einen Thermokomposter und gehört gar nicht auf den Kompost.
Ein Haufen, der ständig nachgefüllt wird: frisches Material landet immer obenauf, und der Haufen wird nie fertig. Mit 2 Fächern füllst du das eine, während das andere 6-12 Monate reift.
Das Kompostjahr Monat für Monat
März und April: leere das reife Fach, mach den Kressetest und bring 2-3 Wochen vor der Aussaat Kompost auf Hochbeete und Gemüsebeete aus.
Mai bis August: der Rasenschnitt liefert das meiste grüne Material. Schichte ihn mit Braunem und gieß den Kompost in trockenen Wochen.
September bis November: zusammengerechtes Laub ist das braune Material des Jahres. Wir heben ein paar Säcke trockenes Laub am Kompost für den Rasenschnitt im Mai auf. Ab November kann reifer Kompost in den Beeten verteilt werden.
Dezember bis Februar: unter 0 °C steht der Kaltkompost still und kommt wieder in Gang, wenn es taut. Der Thermokomposter arbeitet langsamer und wird leicht zu nass, gib also mehr trockenes Strukturmaterial hinein als im Sommer. Fertig fermentiertes Bokashi kann in einer dichten Tonne draußen stehen, bis sich der Boden wieder umgraben lässt.
Autorin: Emma Vogiatzi
Faktengeprüft von Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2026-11-04











