Rankgitter bauen


Ein Rankgitter funktioniert nur, wenn es zu der Art passt, wie die Pflanze klettert. Stangenbohnen drehen den ganzen Trieb um die Stütze, Duftwicken und Gurken greifen mit dünnen Ranken, Klematis wickelt den Blattstiel herum und Efeu haftet direkt an der Wand. Über das Ergebnis entscheiden die Stärke der Latten, der Lattenabstand, die Höhe und der Abstand des Gitters zur Fassade.

Vier Kletterarten und was sie brauchen

Wenn eine Kletterpflanze nicht klettern will, liegt das meistens an der Form der Rankhilfe und nicht an einer schwachen Pflanze. Eine Bohne, die auf einen Kantpfosten von 9 x 9 cm trifft, schafft nie eine ganze Umdrehung und rutscht wieder herunter. Eine Erbsenranke kann sich um denselben Pfosten nicht schließen.

Kletterart So hält sich die Pflanze fest Beispiele Die richtige Rankhilfe
Schlingpflanzen Der ganze Trieb windet sich spiralig um die Stütze Stangenbohnen, Feuerbohne, Hopfen, Blauregen Senkrechter Stab oder Stange, 1 bis 3 cm Durchmesser. Ist sie dicker, bekommt der Trieb keine Umdrehung zustande
Rankenkletterer Fadendünne Ranken greifen alles, was sie berühren Duftwicke, Erbse, Gurke, Glockenrebe, Passionsblume Netz, Schnüre oder dünne Latten. Eine Ranke greift etwas wenige Millimeter Starkes, keine 25 mm dicke Latte
Blattstielranker Der Blattstiel legt sich wie eine Hand um die Stütze Klematis Netz oder Rankgitter mit dünnen Teilen, das von der Wand absteht, damit der Blattstiel herumkommt
Selbstklimmer Haftwurzeln oder Haftscheiben halten direkt auf der Oberfläche Efeu, Wilder Wein Gar keine Stütze, aber sie haften so fest, dass die Fassade Spuren behält, wenn die Pflanze abgenommen wird

Schlingpflanzen winden sich immer in dieselbe Richtung, und die Richtung ist von der Art festgelegt. Einen Trieb andersherum aufzuwickeln funktioniert deshalb nicht. Die Glockenrebe wird oft zu den Schlingpflanzen gezählt, sie klettert aber mit Ranken, die am Ende des Blattes sitzen und an der Spitze kleine Haken tragen. Sie will also Netz oder Schnüre. Wir bei Florea spannen drei bis vier senkrechte Schnüre an die Wand, wenn Glockenrebe Violet Blue eine Fassade hinaufwachsen soll.

So weit soll das Rankgitter von der Wand abstehen

Ein Rankgitter darf nicht flach an die Fassade geschraubt werden. Der kleinste Luftabstand liegt bei etwa 2,5 cm, besser sind 5 bis 10 cm. Zwei Dinge hängen an diesem Abstand. Schlingpflanzen müssen den Trieb einmal ganz um die Latte führen können, und das ist unmöglich, wenn die Rückseite der Latte am Putz anliegt. Die Luft zwischen Laub und Wand sorgt zugleich dafür, dass die Blätter schneller trocknen. Das hält den Echten Mehltau an Gurke und Duftwicke in Grenzen und lässt den Putz abtrocknen.

Löse das mit Abstandsklötzen hinter jedem Befestigungspunkt, senkrecht gesetzt, damit Wasser hinter dem Gitter nach unten läuft und sich nicht obenauf sammelt. Die Pflanze selbst setzt du 30 bis 45 cm von der Sockelkante entfernt, nicht dicht davor. Der Boden direkt an einer Hauswand liegt im Regenschatten und ist die trockenste Stelle im Garten.

Material, Lattenstärke und Lattenabstand

  • Unbehandeltes Holz: Lärche und Eiche sind von Natur aus dauerhaft und brauchen keine Oberflächenbehandlung. Fichte und Kiefer faulen bei Erdkontakt schnell und taugen nur an der Wand.

  • Druckimprägniertes Holz: Nimm es für Pfosten, die eingegraben im Boden stehen. Wir bei Florea wählen in der Nähe des Gemüses unbehandelte Lärche.

  • Bambusstäbe: 180 bis 240 cm lang und 10 bis 20 mm stark. Am günstigsten, und die Stärke liegt mitten in dem Bereich, den Schlingpflanzen am besten greifen.

  • Baustahlmatte: Maschen von 15 x 15 cm und Drähte von 5 bis 6 mm, stabil genug für Gurken in voller Ernte. Für Ranken liegt der Draht an der oberen Grenze, hilf den ersten Trieben also mit Schnur auf die Matte.

  • Latten: 15 bis 25 mm stark in einem Rahmen aus 45 x 45 mm Kantholz, mit Feldern von 10 bis 20 cm. Werden die Latten stärker als 25 mm, finden die Ranken keinen Halt und du bindest die Pflanze den ganzen Sommer von Hand an.

Höhe nach Pflanze

Bau nach der Endhöhe der Pflanze, nicht danach, wie sie im Juni aussieht. Eine Rankhilfe, die auf halbem Weg endet, ergibt oben einen verfilzten Knäuel.

  • Duftwicke: 1 bis 2 m. Eine Stütze von 1,8 m reicht für die meisten Sorten aus unseren Samen für Duftwicke. Aussaat, Entspitzen und Schnitt stehen im Artikel über Duftwicke anbauen.

  • Erbsen und Zuckererbsen: Niedrige Sorten kommen mit Reisig aus, das zwischen die Pflanzen gesteckt wird, hohe Sorten werden bis zu 1,8 m und brauchen ein Netz, das auf Pfosten gespannt ist.

  • Stangenbohnen: 2 bis 3 m. Stäbe von 2,5 m sind das Standardmaß, zum Beispiel für Stangenbohne Neckarkönigin. Aussaat und Pflege stehen im Artikel über Bohnen anbauen.

  • Gurke: 1,5 bis 2 m im Freiland, mit 30 cm zwischen den Pflanzen. Entspitze den Haupttrieb, sobald er oben angekommen ist, dann geht die Kraft in die Seitentriebe, an denen die Früchte sitzen.

Befestigung an der Wand und im Boden

Eine Stütze, die sich im Mai stabil anfühlt, kann im August einknicken. Dann hängt eine ausgewachsene Pflanze daran, das Laub ist nass vom Regen und der Wind fasst die ganze Fläche wie ein Segel. Dimensioniere für diesen Zustand.

An der Wand schraubst du in Balken oder Mauerwerk, nie allein in die Putzschicht, mit einem Befestigungspunkt mindestens alle 60 cm in der Höhe und mit rostfreien oder feuerverzinkten Schrauben. Freistehend gräbst du die Pfosten mindestens 50 cm ein oder nimmst eingeschlagene Bodenhülsen, damit das Holz nie in nasser Erde steht. Steht das Gitter ganz frei, braucht es Streben nach beiden Seiten.

Tipi und A-Gestell im Palettenrahmen

Stäbe sind die einfachste Kletterhilfe und in einer Viertelstunde aufgestellt.

  • Tipi: Fünf bis acht Stäbe im Kreis mit 15 bis 30 cm Abstand am Boden, oben zusammengebunden und 20 bis 30 cm tief in die Erde gedrückt. Säe zwei Samen an jeden Stab und vereinzele auf die stärkere Pflanze.

  • A-Gestell: Zwei Reihen Stäbe mit 45 bis 60 cm zwischen den Reihen und 15 bis 30 cm zwischen den Stäben in der Reihe. Lehne sie gegeneinander und binde jedes Paar oben an einen waagerechten Stab. Ein A-Gestell steht bei Wind stabiler als ein Tipi.

  • Im Palettenrahmen: Ein Palettenrahmen von 80 x 120 cm fasst ein A-Gestell an einer Längsseite oder ein Tipi aus sechs Stäben an einem Ende. Befestige die Stäbe mit Kabelbindern an den Seiten des Rahmens, damit sich die Konstruktion nicht anhebt. Sieh dir dazu auch die Anleitung über In Palettenbeeten anbauen an.

Was der Anbau in die Höhe bringt

Eine Pflanze, die aufrecht steht, bekommt rundum Luft. Die Blätter trocknen nach Regen schneller, was Echten und Falschen Mehltau zurückdrängt. Die Frucht hängt frei, statt auf der Erde zu liegen, so bleiben die Gurken sauber und die Schnecken kommen nicht an sie heran. Du siehst, wo sie sitzen, und erntest im Stehen statt auf den Knien.

Die Fläche ist der zweite Gewinn. Eine liegende Gurkenpflanze breitet sich über den Boden aus, dieselbe Pflanze an einem senkrechten Netz nimmt 30 cm in der Breite ein. Auf dem Balkon ist das der Unterschied zwischen Gurken anbauen und es sein lassen.

Häufige Fehler

  • Die Rankhilfe kommt zu spät: Die Stäbe sollen stehen, wenn du säst oder pflanzt. Drückst du sie im Juli hinein, gehen sie mitten durch die Wurzeln der Pflanze, die sie tragen sollen.

  • Zu starke Latten: Ein Rankgitter aus 45 mm Latten sieht solide aus, gibt aber weder den Ranken noch den Schlingtrieben etwas zum Festhalten.

  • Das Gitter flach an die Wand geschraubt: Ohne Luftabstand kommt die Pflanze nicht um die Latte herum und die Fassade dahinter trocknet nie ab.

  • Die Stütze ist für die Junipflanze gebaut: Gewicht und Windangriff vervielfachen sich bis zur Ernte. Mach die Pfosten stärker und tiefer, als es sich im Mai nötig anfühlt.

  • Selbstklimmer an verputzter Fassade: Efeu und Wilder Wein brauchen keine Stütze, hinterlassen aber Spuren im Putz, wenn sie abgenommen werden. Willst du sie am Haus haben, setz sie an ein Rankgitter, das sich aushängen lässt.

Autorin: Emma Vogiatzi
Faktengeprüft von Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2026-09-01