Schleierkraut anbauen


Schleierkraut ist die Wolke aus winzigen weißen Blüten, die einen Strauß zusammenhält. Im Beet wird die mehrjährige Art (Gypsophila paniculata) etwa einen Meter hoch und blüht im Juli und August. Zwei Dinge unterscheiden sie von den meisten Stauden: Sie will Kalk im Boden, und sie hat eine Pfahlwurzel, weshalb sie das Umsetzen nicht verträgt. Wählst du den Platz von Anfang an richtig, steht sie zehn Jahre.

Zwei Pflanzen laufen als Schleierkraut

Es lohnt sich zu wissen, welche du kaufst, denn sie werden ganz unterschiedlich behandelt.

Mehrjähriges SchleierkrautEinjähriges Schleierkraut
ArtGypsophila paniculataGypsophila elegans
Höhe80 bis 120 cm40 bis 50 cm
BlütezeitJuli bis August, Jahr für Jahr6 bis 8 Wochen nach der Aussaat
Erste BlüteMeist im zweiten JahrIm selben Jahr
BlütenOft gefüllt, dichterer SchleierEinfach und lockerer

Unsere Sorte Snowflake ist die mehrjährige. Willst du schon im ersten Sommer Blüten, säe daneben eine einjährige, während sich die Staude etabliert.

Der Boden soll kalkhaltig und trocken sein

Hier laufen die meisten in die falsche Richtung. Der Gattungsname Gypsophila bedeutet gipsliebend, und die Pflanze stammt aus trockener Kalksteppe. Sie will genau das Gegenteil des humusreichen, sauren Bodens, der den meisten Stauden passt.

  • pH 7 bis 7,5. Ist dein Boden sauer, arbeite vor dem Pflanzen Kalk ein.

  • Drainage vor Nährstoffen. Mische Kies oder Sand in schweren Lehm.

  • Volle Sonne. Im Halbschatten werden die Stiele lang und weich.

  • Trocken im Winter. Nasser Boden im November tötet mehr Pflanzen als die Kälte.

Dünge sparsam. Viel Stickstoff gibt Laub und wenige Blüten. Die Unterschiede zwischen Düngern erklären wir im Beitrag über Pflanzennährstoffe.

Schleierkraut säen

  1. Säe im März oder April drinnen. Bedecke den Samen mit 0,5 cm Erde.

  2. Halte 18 bis 20 Grad. Die Keimung dauert 10 bis 14 Tage.

  3. Pikiere früh. Die Pfahlwurzel geht sofort nach unten und verträgt es nicht, in einem zu kleinen Topf zu knicken. Nimm tiefe Töpfe, keine breiten.

  4. Pflanze im Mai oder Juni aus, mit 40 bis 50 cm Abstand. Eine ausgewachsene Pflanze wird ungefähr so breit wie hoch.

Direktsaat an Ort und Stelle im Mai funktioniert auch und ergibt die geradeste Wurzel. Der Nachteil: umsetzen kannst du die Pflanzen danach nicht mehr.

Gib Stütze, bevor sie nötig wird

Eine meterhohe Pflanze mit Tausenden kleiner Blüten legt sich beim ersten Sommerregen flach. Setz im Mai einen Staudenhalter oder ein paar Reiser um die Pflanze, solange sie noch 20 cm hoch ist. Eine umgelegte Pflanze im Juli wieder aufzurichten gelingt nicht.

Das zweite Jahr ist das richtige

Mehrjähriges Schleierkraut steckt das erste Jahr in die Wurzel. Rechne im ersten Jahr mit ein paar dünnen Rispen und im zweiten mit voller Blüte. Die Pflanze wird jedes Jahr besser und erreicht ihre Größe nach drei bis vier Saisons.

Schneidest du die ganze Pflanze auf 15 cm zurück, wenn die erste Blüte im August nachlässt, folgt oft eine zweite, kleinere Blüte im September.

Schnitt für die Vase

Schneide, wenn etwa die Hälfte der Blüten in der Rispe offen ist. Zu früh geschnitten öffnet sich der Rest in der Vase schlecht.

  • Zeitpunkt: früher Morgen, solange die Stiele fest sind.

  • Schnitt: schräg mit sauberer Schere, direkt in kaltes Wasser.

  • Vasenzeit: 7 bis 10 Tage.

  • Das Wasser: Schleierkraut macht das Vasenwasser schnell streng. Wechsle es jeden zweiten Tag.

Schleierkraut trocknen

Das ist seine stärkste Seite und der Grund, warum es in fast jedem Trockenstrauß steckt.

  1. Schneide, wenn die Blüten gerade aufgegangen sind, nicht später.

  2. Binde fünf bis zehn Stiele locker mit einem Gummiband.

  3. Hänge sie kopfüber an einen dunklen, trockenen und luftigen Ort. Ein Schrank oder eine Speisekammer geht.

  4. Warte zwei bis drei Wochen.

Getrocknetes Schleierkraut behält seine Form jahrelang, solange es kein direktes Sonnenlicht abbekommt. Weitere Arten für den Strauß findest du bei unseren Samen für Schnittblumen, und wie du ein ganzes Schnittbeet anlegst, steht im Artikel über Schnittblumen.

Häufige Fehler

  • In humusreichen, sauren Boden gepflanzt. Die Pflanze bleibt kurzlebig. Kalke stattdessen.

  • Nach dem zweiten Jahr umgesetzt. Die Pfahlwurzel reißt ab und die Pflanze erholt sich selten.

  • Gedüngt wie ein Rosenbeet. Gibt Blätter statt Blüten.

  • Stütze erst im Juli gesetzt. Zu spät. Mach es im Mai.

  • Zu spät geschnitten. Die Blüten rieseln, sobald der Strauß bewegt wird.

Weitere Stauden für trockene, sonnige Plätze findest du im Artikel über Stauden.

Autorin: Emma Vogiatzi
Fachlich geprüft von Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2026-08-31