Sommerblumen sind einjährige Blumen, die in einer einzigen Saison vom Samen bis zur Blüte kommen. Fast alle kannst du selbst heranziehen, und eine Tüte Petunien unter unseren Blumensamen enthält 50 Samen. Löwenmäulchen, Petunie und Sommerphlox werden ab Februar im Haus vorgezogen, während Kornblume, Mohn und Ringelblume direkt ins Freie gesät werden, sobald sich der Boden bearbeiten lässt. Rechne vom Auspflanzen zurück, das in Mitteleuropa meist nach den Eisheiligen Mitte Mai ansteht und in rauen Lagen erst Ende Mai oder im Juni.
So entscheidest du, ob drinnen oder draußen gesät wird
Entscheidend ist, wie lange die Art bis zur ersten Blüte braucht und wie gut sie das Umsetzen verträgt. Petunien brauchen 10-14 Wochen von der Aussaat bis zur Blüte, eine Aussaat im Juni draußen würde also erst im August oder September blühen. Arten, die in 5-15 Tagen keimen und schnell wachsen, säst du stattdessen gleich an ihren endgültigen Platz.
Drinnen vorziehen: Löwenmäulchen, Petunie, Sommerphlox und Sommeraster.
Direkt ins Freie säen: Sonnenblume, Kornblume, Ringelblume und Kapuzinerkresse. Auch einjähriger Mohn gehört hierher, weil die Wurzeln Schaden nehmen, wenn die Pflanze umgesetzt wird.
Beides geht: Zinnie, Schmuckkörbchen und Duftwicke. Vorgezogen blühen sie früher. In milden Lagen kannst du Zinnien nach den Eisheiligen auch direkt ins Beet säen.
Wir machen oft beides. Von der Kapuzinerkresse ziehen wir einige Pflanzen für eine frühe Blüte vor und säen den Rest direkt.
Aussaattermine für zwölf Sommerblumen
Die Tabelle geht davon aus, dass die letzte Frostnacht Ende Mai fällt. In milden Lagen Mitteleuropas ist die Frostgefahr oft schon nach den Eisheiligen Mitte Mai vorbei. In rauen Lagen und im Bergland verschiebst du die Termine um 2-3 Wochen nach hinten.
| Blume | Aussaat | Zeit drinnen | Auspflanzen | Blüte ab |
|---|---|---|---|---|
| Löwenmäulchen | Drinnen Februar-März | Etwa 12 Wochen | Nach dem letzten Frost | Juli |
| Petunie | Drinnen Ende Februar bis Mitte März | 12-14 Wochen | Ende Mai bis Mitte Juni | Juni |
| Sommerphlox | Drinnen im März | 12-14 Wochen | Nach dem letzten Frost | Juli |
| Sommeraster | Drinnen März-April | 6-10 Wochen | Nach dem letzten Frost | Juli |
| Duftwicke | Drinnen Februar-April oder draußen in 12 Grad warmen Boden | 5-7 Wochen | Wenn die Nächte bei 5-8 Grad bleiben | Juni-Juli |
| Zinnie | Drinnen im April | 4-8 Wochen | Nach dem letzten Frost | Juli |
| Schmuckkörbchen | Drinnen im April oder draußen im Mai | 4-8 Wochen | Wenn die Tage mindestens 15 Grad erreichen | Ende Juni |
| Sonnenblume | Draußen Mitte Mai bis Anfang Juni | Direktsaat | Direkt an Ort und Stelle gesät | Juli-August |
| Kornblume | Draußen März-April, eine zweite Runde im Mai | Direktsaat | Direkt an Ort und Stelle gesät | Juli |
| Mohn, einjährig | Draußen März-Mai | Direktsaat | Direkt an Ort und Stelle gesät | Juni-Juli |
| Ringelblume | Draußen April-Juni, in Etappen | Direktsaat | Direkt an Ort und Stelle gesät | Juni-Juli |
| Kapuzinerkresse | Draußen Mai-Juni in 15 Grad warmen Boden | Direktsaat oder 2-3 Wochen drinnen | Nach dem letzten Frost | Juni-Juli |
Drinnen vorziehen von Februar bis April
Februar: Löwenmäulchen, Duftwicke und gegen Ende des Monats Petunie. Löwenmäulchen und Petunie sind Lichtkeimer, streue die Samen also auf feuchte Aussaaterde und lege statt Erde einen durchsichtigen Deckel darüber. Duftwicken säst du 1 cm tief in hohe Töpfe.
März: Sommerphlox, Sommeraster und Petunie spätestens zur Monatsmitte. Sommerphlox keimt im Dunkeln bei etwa 18 Grad, decke die Schale also mit Karton ab, bis sich nach 2-3 Wochen die Blätter zeigen. Sommerastern bedeckst du mit 0,5 cm Erde.
April: Zinnie und Schmuckkörbchen, die schnell wachsen. Zinnien keimen am besten bei 20-22 Grad.
Nach der Keimung wollen die Pflanzen hell und kühler stehen. Im Februar und März reicht das Licht am Fenster selten aus, deshalb brauchen die frühen Aussaaten eine Pflanzenlampe. Schalen, Erde und Lampen beschreibt der Artikel zur Anzucht, und für Petunien gibt es einen eigenen Zeitplan im Artikel Petunien anbauen.
Wir füllen die Töpfe unten mit Pflanzerde und oben mit Aussaaterde, damit die Wurzeln an die Nährstoffe kommen, wenn die Pflanze sie braucht. Zinnien säen wir direkt in Töpfe, die mindestens 7 cm tief sind, weil die Wurzeln empfindlich sind und die Pflanze dann nicht pikiert werden muss. Löwenmäulchen entspitzen wir bei 8-10 cm und Zinnien bei etwa 10 cm, damit sie sich verzweigen.
Direkt ins Freie säen von März bis Juni
Die Direktsaat spart Platz im Haus, und das Abhärten fällt weg. Wann du anfangen kannst, entscheidet die Bodentemperatur.
Sobald sich der Boden bearbeiten lässt: Kornblume und einjähriger Mohn, oft im März oder April. Die Jungpflanzen vertragen etwas Frost. Kornblumen säst du 0,5 cm tief, Mohn wird dagegen nur leicht eingeharkt, weil die Samen Lichtkeimer sind.
April und Mai: Ringelblume, 1 cm tief und auf 10 cm vereinzelt. Im Mai auch Schmuckkörbchen, 1 cm tief und auf 25 cm vereinzelt.
Wenn der Boden 12 Grad hat: Duftwicke mit 10 cm Abstand, auf 20 cm vereinzelt.
Mitte Mai bis Anfang Juni: Sonnenblume, 1 cm tief an einem sonnigen, geschützten Platz.
Wenn der Boden mindestens 15 Grad hat: Kapuzinerkresse, 2 cm tief, nachdem die Samen einen Tag lang eingeweicht wurden.
Wir säen Kornblumen einmal im März oder April und noch einmal im Mai für eine spätere Blüte, Ringelblumen in Etappen bis in den Juni. Mohn und Ringelblume dürfen sich gern im Gemüsebeet selbst aussäen. Weitere Arten findest du im Artikel zur Direktsaat und unter unseren Samen für die Direktsaat.
Abhärten und auspflanzen
Eine Pflanze, die direkt von der Fensterbank in die volle Sonne kommt, nimmt durch Sonne und Wind Schaden, und eine einzige Frostnacht kann eine Zinnie oder Petunie töten. Härte die Pflanzen 1-2 Wochen lang ab. Beginne mit ein paar Stunden im Schatten an einem windgeschützten Platz, und verlängere jeden Tag die Zeit und die Sonne. Decke in kalten Nächten mit Vlies ab.
Verträgt leichten Frost: Duftwicken kannst du schon im April abhärten und auspflanzen, wenn die Nächte bei 5-8 Grad bleiben.
Verträgt keinen Frost: Zinnie, Petunie, Schmuckkörbchen und Kapuzinerkresse kommen erst ins Freie, wenn keine Nachtfröste mehr drohen, also nach den Eisheiligen und in rauen Lagen Ende Mai oder Anfang Juni.
Abstand: 20 cm für Petunie und Sommerphlox, 20-25 cm für niedrige Löwenmäulchen und 40 cm für hohe, 25 cm für Zinnie und Schmuckkörbchen.
Sonne, Halbschatten, Topf oder Vase
Volle Sonne: Zinnie, Sonnenblume, Petunie, Mohn und Duftwicke. Petunien brauchen mindestens fünf Stunden direkte Sonne am Tag.
Halbschatten: Löwenmäulchen, Sommerphlox, Sommeraster, Ringelblume, Schmuckkörbchen und Kapuzinerkresse blühen in der Sonne am reichsten, kommen aber auch mit Halbschatten zurecht.
Topf und Balkonkasten: Wähle niedrige Sorten, etwa Löwenmäulchen mit 20-50 cm, Schmuckkörbchen mit 30-40 cm und Kornblumen mit etwa 40 cm, oder Petunie, Sommerphlox und hängende Kapuzinerkresse. Passende Sorten findest du unter unseren Samen für den Anbau in Töpfen.
Schnitt: Zinnie, Löwenmäulchen, Schmuckkörbchen, Duftwicke und Sommerphlox bilden umso mehr neue Knospen, je mehr du pflückst. Hohe Löwenmäulchen und Schmuckkörbchen werden über einen Meter hoch. Sommerastern halten lange in der Vase und lassen sich trocknen. Mehr findest du unter unseren Samen für Schnittblumen.
Mehr Blüten den ganzen Sommer
Verblühtes entfernen: Eine Blüte, die Samen bilden darf, nimmt neuen Knospen Nährstoffe weg, und Duftwicken hören auf zu blühen, sobald sie Hülsen ansetzen. Putze 2 Mal pro Woche aus.
Dünger je nach Art: Petunien im Topf brauchen jede Woche Flüssigdünger, Zinnien im Topf alle drei Wochen. Schmuckkörbchen und Kapuzinerkresse kommen mit der Grunddüngung aus.
Häufige Fehler und was du stattdessen tust
Alles wird im Februar gesät: Eine Zinnie, die so früh gesät wird, steht über drei Monate drinnen und wird lang und schwach. Rechne vom Auspflanzen zurück.
Lichtkeimer werden abgedeckt: Löwenmäulchen, Petunie und Mohn keimen unter Erde schlecht. Beim Sommerphlox ist es umgekehrt, er will in den ersten 2-3 Wochen Dunkelheit.
Die Pflanzen bleiben in der Wärme stehen: Bei 22-25 Grad ohne zusätzliches Licht vergeilen die Pflanzen und werden schwach. Stell sie kühler, sobald sie aufgelaufen sind.
Mohn wird umgepflanzt: Die Wurzeln vertragen das schlecht. Säe Mohn dort, wo er blühen soll, und vereinzele auf 15-30 cm.
Schmuckkörbchen und Kapuzinerkresse werden gedüngt: In zu nährstoffreichem Boden gibt es viele Blätter und wenige Blüten. Wähle einen mageren Standort.
Autorin: Emma Vogiatzi
Faktengeprüft von Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2026-11-04











