Den Winter zu nutzen, um mit der Aussaat zu beginnen, ist eine clevere und zeitsparende Methode. Beim Kaltsäen ahmt man die natürliche Selbstaussaat nach. Das bedeutet: Wenn eine Pflanze am Standort stehen bleibt, eine Samenkapsel bildet und ihre Samen auf den Boden fallen lässt, gelangen sie in die Erde und liegen den Winter über dort — bis der Boden warm genug ist und ausreichend Licht vorhanden ist. Kaltsäen ist derselbe Prozess, nur dass du deine Aussaat selbst strukturieren und genau entscheiden kannst, welche Sorten und welche Mengen du an einem Ort haben möchtest. Du kannst auch Sorten wählen, die besonders kälteverträglich und schnellwüchsig sind, um früh ernten zu können. Bei dieser Methode braucht es kein Abhärten, keine zusätzliche Beleuchtung und keine Wärme.
Eine gängige Vorgehensweise ist, für die Kaltaussaat eine transparente Süßigkeitenbox zu verwenden. Sie funktioniert wie ein kleines Gewächshaus und schützt die Keimlinge vor dem raueren Außenklima, während sie sich gleichzeitig an Kälte und Sonnenlicht gewöhnen können. Kaltsäen ist einfach und effektiv und benötigt sehr wenig Platz — eine pfiffige Anbaumethode, die wir bei Florea sehr mögen und wärmstens empfehlen.
Für wen eignet sich Kaltsaat?
Für alle, die viel anbauen möchten oder keinen Platz haben, um drinnen vorzuziehen. Da die Boxen draußen gelagert und übereinander gestapelt werden können, benötigen sie sehr wenig Platz.
Welche Sommerblumen kann man kalt säen?
Wilde Möhre/Ammi, Kornblume, Riesen-Verbene, Strohblume, Kamille, Kapuzinerkresse, Löwenmaul, Ziergräser, Rittersporn, Ringelblume, Schmuckkörbchen (Cosmea), Salbei, Schleierkraut (einjährig), Sonnenblume, Ammi, Kalifornischer Mohn, Studentenblume (Tagetes), Zahnstocherkraut (Ammi visnaga) und Mohn sind einige Sorten, die sich hervorragend zum Kaltsäen eignen.
Welche Gemüse und Kräuter kann man kalt säen?
Salat, Kohl, Rucola, Spinat, Zuckerschoten, Radieschen, Frühlingszwiebeln, Dill, Schnittlauch und Petersilie lassen sich sehr gut kalt säen.
Wie bekomme ich die Süßigkeitenboxen?
Unser bester Tipp: Frag in deinem lokalen Supermarkt nach — an den meisten Orten werden diese Boxen laufend entsorgt. Rund um Feiertage wie Halloween, Weihnachten und Ostern gibt es meist besonders viele, weil dann extra viele Süßigkeiten gekauft werden.
Wie bereite ich die Boxen vor?
Bohre ein paar Löcher in den Boden, damit die Aussaat gut ablaufen kann. Bohre außerdem einige Luftlöcher in den Deckel oder an die Seiten, damit es in der Box nicht zu warm wird. Fülle die Box mit Pflanzerde und gieße sie gut an. Als letzten Schritt streust du eine dünne Schicht Anzuchterde darüber und säst die Samen in der passenden Saattiefe aus. Diese variiert je nach Sorte stark — prüfe daher unbedingt die Saattiefe auf der Saatgutpackung. Vergiss nicht, die Box mit Sortenname und Datum zu beschriften! Zum Schluss kannst du eine Schicht Schnee auf die Aussaat legen, falls draußen welcher liegt — ansonsten reicht Wasser.
Was mache ich mit den Boxen, wenn ich sie befüllt habe?
Wenn die Aussaat fertig ist, stellst du die Box draußen an einen geschützten Platz. Wähle einen Standort, an dem die Sonne nicht zu stark brennt und an dem es nicht viel zu viel regnet. Behalte die Boxen am Anfang im Blick, wenn es sehr kalt ist — am besten einmal pro Woche. Die Samen keimen dann, wenn der Zeitpunkt für sie richtig ist; das kann je nach Klimazone variieren.
Was mache ich, wenn in den Boxen etwas wächst?
Wenn die ersten Keimblätter (Kotyledonen) der kleinen Pflänzchen zu sehen sind, ist es Zeit, den Deckel abzunehmen. Gieße weiter, damit die Erde nicht austrocknet, und stelle die Boxen hell. Sobald die Pflanzen etwas größer sind, ist es wichtig, die Außentemperaturen zu beobachten. Wenn Frost angekündigt ist, kann es sinnvoll sein, sie hereinzuholen oder die Boxen mit Vlies oder Decken abzudecken.
Wie lange können die Pflanzen in der Box bleiben?
Wenn es in der Box eng wird und die Wurzeln viel Platz einnehmen, ist es Zeit, die Jungpflanzen in eigene kleine Töpfe mit frischer, nährstoffreicher Erde zu pikieren, damit sie weiterwachsen können. Einige Sorten wachsen schneller als andere — daher lohnt es sich, die Aussaat im Blick zu behalten. Viel Erfolg!
Autorin: Johanna Damm
Faktencheck: Emma Vogiatzi – ausgebildete Gärtnerin
Zuletzt aktualisiert: 2026-01-13
