Odla sötpotatis

Süßkartoffeln anbauen


Die Süßkartoffel (Ipomoea batatas) ist keine Kartoffel, sondern ein Windengewächs, nah verwandt mit der Prunkwinde. Sie wird nicht aus Samen gezogen, sondern aus Trieben, und die kannst du selbst aus einer gekauften Knolle ziehen. Der Anbau funktioniert auch in kühlerem Klima, aber die Saison muss im Februar oder März drinnen beginnen, und die Pflanzen brauchen den wärmsten Platz, den du hast.

Eigene Triebe aus einer Knolle ziehen

Eine Süßkartoffelknolle treibt aus, wenn sie Wärme und Feuchtigkeit bekommt. Das ist der günstigste Weg zu Pflanzen und dauert 4 bis 6 Wochen. Fang Mitte Februar an, wenn du Anfang Juni auspflanzen willst.

  1. Knolle ins Wasser stellen: stich drei Zahnstocher in die Mitte der Knolle und lege sie auf den Rand eines Glases, sodass die untere Hälfte im Wasser steht.

  2. Wärme geben: stell das Glas hell bei 20 bis 25 Grad auf und wechsle das Wasser jeden zweiten Tag.

  3. Auf die Triebe warten: die ersten kommen nach 2 bis 4 Wochen. Eine Knolle liefert meist 5 bis 10 Triebe.

  4. Triebe abdrehen: ist ein Trieb 10 bis 15 cm lang, drehst du ihn von der Knolle ab.

  5. Trieb bewurzeln: stell ihn in ein Glas Wasser, nur die untersten Blätter unter der Oberfläche. Wurzeln kommen in 5 bis 10 Tagen. Danach in einen Topf pflanzen, bis es nach draußen geht.

Nimm nach Möglichkeit eine Bioknolle. Konventionelle Knollen werden manchmal gegen Keimung behandelt und treiben dann gar nicht aus. Startest du gleichzeitig andere Kulturen im Haus, findest du bei uns Samen für die frühe Aussaat.

Standort, Boden und Pflanzung

Die Süßkartoffel will mehr Wärme als die meisten Gemüse. Am besten gelingt sie im Gewächshaus, im Folientunnel oder im Hochbeet an einer Südwand. Die Bodentemperatur soll bei der Pflanzung mindestens 15 Grad betragen, in der Praxis also Anfang Juni, in milden Lagen Ende Mai.

  • Boden: locker, sandig und durchlässig. In schwerem Lehm bleiben die Knollen klein.

  • Damm: forme den Boden zu einem 20 bis 25 cm hohen Damm. Er erwärmt sich schneller und gibt den Knollen Platz.

  • Abstand: 30 bis 40 cm zwischen den Pflanzen und 70 cm zwischen den Reihen.

  • Mulch: schwarzes Mulchvlies über dem Damm hebt die Bodentemperatur um mehrere Grad und hält Unkraut fern.

Im Topf brauchst du mindestens 40 Liter Erde pro Pflanze. Hier gilt dasselbe wie im Hochbeet: die Tiefe zählt mehr als die Fläche.

Pflege in der Saison

  • Gießen: die ersten sechs Wochen gleichmäßig feucht halten, solange die Wurzeln anwachsen. Danach reicht einmal pro Woche kräftig gießen.

  • Düngen: halte dich mit Stickstoff zurück. Viel Stickstoff gibt lange Ranken und kleine Knollen. Wähle lieber einen Dünger mit hohem Kaliumanteil, die Unterschiede erklären wir im Beitrag über Pflanzennährstoffe.

  • Die Ranken: sie werden 2 bis 3 Meter lang und wurzeln überall dort, wo sie den Boden berühren. Hebe sie einmal im Monat an, damit die Pflanze ihre Kraft in die Hauptknollen steckt.

  • Trockener Abschluss: gieße die letzten drei Wochen vor der Ernte weniger. Das verhindert, dass die Knollen aufplatzen.

Monat für Monat

MonatDas machst du
FebruarKnolle zum Antreiben ins Wasser stellen
MärzTriebe abdrehen und im Wasser bewurzeln
AprilBewurzelte Triebe drinnen in Töpfe pflanzen
MaiPflanzen 10 bis 14 Tage tagsüber abhärten
JuniAuspflanzen, sobald der Boden 15 Grad hat
Juli und AugustGießen, Ranken anheben, Unkraut entfernen
SeptemberWeniger gießen und Knollengröße prüfen
OktoberVor der ersten Frostnacht ernten

Ernte und Aushärten

Die Süßkartoffel braucht 100 bis 120 Tage vom Auspflanzen bis zur Ernte. In der Praxis erntest du im September oder Oktober, immer vor dem ersten Frost. Frost, der das Laub schwärzt, schädigt auch die Knollen, und eine frostgeschädigte Knolle fäult im Lager.

Grabe vorsichtig mit der Grabegabel ein Stück von der Pflanze entfernt. Die Schale ist bei der Ernte dünn und jede Verletzung ist eine Eintrittsstelle für Fäulnis. Wasche die Knollen nicht, bürste nur die gröbste Erde ab.

Dann kommt der Schritt, den die meisten auslassen: das Aushärten. Lagere die Knollen sieben Tage bei 25 bis 30 Grad und hoher Luftfeuchtigkeit, zum Beispiel im Gewächshaus oder in einer Kiste mit einem feuchten Tuch darüber. In dieser Woche verheilt die Schale und ein Teil der Stärke wird zu Zucker abgebaut. Eine ausgehärtete Süßkartoffel schmeckt süß und hält Monate. Eine nicht ausgehärtete schmeckt mehlig und schimmelt innerhalb weniger Wochen.

Lagerung

Lagere trocken und dunkel bei 12 bis 15 Grad. Ein kühles Schlafzimmer oder ein Schrank an der Außenwand funktioniert besser als ein Erdkeller. Unter 10 Grad bekommt die Knolle Kälteschaden: sie wird in der Mitte hart, verliert die Süße und fäult von innen. Leg die Süßkartoffel also nie in den Kühlschrank.

Die Blätter sind essbar

Das Laub ist essbar und wird in weiten Teilen der Welt als Blattgemüse genutzt. Pflücke die jüngsten Triebe mit Blättern, koche oder brate sie ein paar Minuten und verwende sie wie Spinat. Nimm über die Saison höchstens ein Drittel des Laubs, sonst leiden die Knollen.

Häufige Fehler

  • Zu früh auspflanzen: die Pflanzen stehen in kaltem Boden still und kommen nie in Gang. Warte, bis der Boden 15 Grad hat, auch wenn der Kalender Mai zeigt.

  • Zu viel Stickstoff: düngst du wie bei Kohl, bekommst du eine dichte Rankenmatte und Knollen in Fingerdicke.

  • Ernte nach dem Frost: eine einzige Frostnacht genügt, damit die Knollen nicht mehr lagerfähig sind.

  • Das Aushärten auslassen: es entscheidet darüber, ob die Ernte süß schmeckt und bis zum Frühjahr hält.

  • Kühlschrank statt kühler Raum: die Kälte ruiniert die Konsistenz in wenigen Tagen.

Sorten für kurze Saisons

Wähle zuerst nach Reifezeit und danach nach Farbe. Beauregard und Georgia Jet gehören zu den frühesten, beide mit orangem Fleisch und rund 100 Tagen Reifezeit. Erato ist eine Serie für nordeuropäische Bedingungen und gibt es in mehreren Farben. Murasaki hat violette Schale und weißes, trockeneres Fleisch für den Ofen. Sorten mit 130 Tagen Reifezeit oder mehr werden ohne Gewächshaus selten fertig.

Klappt die Süßkartoffel an deinem wärmsten Platz, gedeiht dort meist auch Kürbis. Samen dafür und für andere wärmeliebende Kulturen findest du bei unseren Gemüsesamen.

Autorin: Emma Vogiatzi
Fachlich geprüft von Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2026-08-27