Gartengeißblatt


Geißblatt ist eine klassische Kletterpflanze, die Grün und einen herrlichen Duft in den Garten bringt. Mit ihren biegsamen Ranken windet sie sich elegant an Spalieren, Zäunen oder Hauswänden empor. An Sommerabenden verströmt das Geißblatt einen wunderbaren süßen Duft aus seinen röhrenförmigen Blüten, was es zu einem Favoriten in vielen schwedischen Gärten macht. Die Blütenfarben variieren je nach Sorte von cremegelb und rosa bis feuerrot, und nach der Blüte bekommt das Geißblatt kleine dekorative Beeren (die jedoch nicht essbar sind).

Geißblatt gehört zur Gattung Lonicera und gedeiht in unserem nordischen Klima. Mehrere Sorten sind winterhart und überstehen die Winter in großen Teilen Schwedens. Zum Beispiel ist das Wald-Geißblatt (Lonicera periclymenum) dafür bekannt, kältere Regionen zu vertragen (bis Zone 5, in manchen Fällen Zone 6) und reichlich mit duftenden Blüten zu blühen. Für Anfänger ist Geißblatt eine ausgezeichnete Wahl. Es ist leicht zu kultivieren, wächst schnell und belohnt dich bald mit üppigem Grün und schönen Blüten.

So pflanzt du

Geißblatt zu pflanzen ist einfach und funktioniert sowohl im Gartenbeet als auch in einem geräumigen Topf gut. Folge diesen Schritten, um loszulegen:

Bereite die Pflanze vor: Stelle den Wurzelballen zuerst in einen Eimer mit Wasser. Lass das Geißblatt Wasser aufnehmen, während du den Pflanzplatz vorbereitest. Ein gut durchfeuchteter Wurzelballen hilft der Pflanze, einen guten Start zu bekommen.

Wähle den richtigen Standort: Finde einen geschützten Platz mit etwas Sonne, aber nicht praller Sonne den ganzen Tag. Geißblatt gedeiht in Sonne oder Halbschatten. Zu viel starke Sonne den ganzen Tag kann dazu führen, dass der Boden schnell austrocknet. Im Garten kannst du in der Nähe eines Spaliers, eines Zauns oder einer Pergola pflanzen, wo es klettern kann. Wenn du im Topf anbauen möchtest, eignet sich ein großer Topf auf dem Balkon oder der Terrasse gut, gerne in der Nähe einer Wand oder eines Geländers, wo du eine Kletterhilfe befestigen kannst.

In Erde oder Topf pflanzen: Grabe ein großzügiges Pflanzloch (ca. 50 cm tief und breit), wenn du ins Beet pflanzt. Der Boden sollte nährstoffreich, humusreich und feuchtigkeitsspeichernd, aber gut durchlässig sein. Verbessere den Boden gerne mit Kompost oder Pflanzerde. Setze das Geißblatt so in das Loch, dass die obere Kante des Wurzelballens auf Höhe der Bodenoberfläche liegt. Fülle anschließend Erde um die Pflanze herum auf und drücke sie leicht an. Wenn du in einen Topf pflanzt, wähle einen großen Topf (mindestens 40 cm Durchmesser) mit Abzugslöchern. Fülle ihn mit hochwertiger Erde und pflanze das Geißblatt in derselben Tiefe wie in seinem Kulturtopf.

Stütze und Anbinden: Stelle sofort eine Kletterhilfe neben die Pflanze, falls noch keine vorhanden ist. Das kann ein Spalier, ein Netz oder gespannte Drähte an einer Wand sein. Hilf den ersten Ranken, die richtige Richtung zu finden, indem du sie vorsichtig an der Stütze festbindest. Geißblatt windet sich beim Wachsen von selbst um dünne Stützen, aber junge Triebe können am Anfang etwas Führung brauchen.

Gut wässern: Beende das Pflanzen mit reichlichem Gießen direkt nach dem Einpflanzen, damit sich die Erde setzt und die Wurzeln guten Kontakt bekommen. Halte die Erde anfangs leicht feucht, während sich die Pflanze etabliert. Im Topf ist es besonders wichtig, regelmäßig zu gießen, da Topferde schneller austrocknet als im Beet.

Pflege und Standort

Geißblatt ist im Allgemeinen pflegeleicht, aber einige Pflegetipps helfen dir, eine gesunde und reich blühende Pflanze zu bekommen:

Licht und Lage: Ein Geißblatt gedeiht sowohl in Sonne als auch im Halbschatten. Es kann einige Stunden am Tag in direkter Sonne stehen, aber vermeide es, es dort zu platzieren, wo die Sonne den ganzen Tag ohne Pause brennt. Halbschattige Lagen, in denen die Pflanze Morgensonne oder Abendsonne bekommt, sind ideal. Denke daran, dass der Boden häufiger gegossen werden muss, wenn das Geißblatt an einer Südwand steht, damit er nicht austrocknet.

Gießen: Halte die Erde gleichmäßig feucht, besonders während der Etablierung und in warmen Perioden. Geißblatt möchte nicht ständig nass stehen, aber es schätzt einen gleichmäßigen Zugang zu Wasser. Fühle mit dem Finger in die Erde; wenn es ein paar Zentimeter tiefer trocken wird, ist es Zeit zu gießen. Im Topf kann im Sommer eine tägliche Kontrolle nötig sein, da Topferde schneller austrocknet.

Nährstoffe: Für kräftiges Wachstum und reiche Blüte kannst du dem Geißblatt etwas Nahrung geben. Arbeite im Frühjahr Kompost um den Wurzelbereich ein oder verwende im April/Mai einen universellen Gartendünger. Danach wird meist nicht viel mehr Dünger in der Saison benötigt, da Geißblatt nicht besonders anspruchsvoll ist. Vermeide Überdüngung, da zu viel Stickstoff mehr Blätter als Blüten fördern kann.

Stütze und Platzierung: Stelle sicher, dass das Geißblatt immer etwas zum Klettern hat. Ohne Stütze kann es am Boden als Bodendecker wachsen, aber die meisten möchten, dass es klettert. Binde die Ranken nach und nach an, wenn sie den Halt verlieren oder in die falsche Richtung wachsen. Wenn das Geißblatt an einer Wand wächst, kontrolliere, dass die Stütze (Spalier oder Drähte) fest sitzt und hoch genug ist. Ein Geißblatt kann je nach Sorte leicht 2 bis 4 Meter Höhe erreichen.

Schnitt: Geißblatt muss nicht jedes Jahr geschnitten werden, aber ein leichter Schnitt im Spätwinter kann ein dichteres und grüneres Wachstum fördern. Du kannst trockene oder sehr alte Zweige im frühen Frühjahr entfernen, bevor die Blätter austreiben. Wenn die Pflanze unten kahl geworden ist oder sparrig wächst, kannst du einige der ältesten Ranken nahe am Boden zurückschneiden, um neue Triebe aus der Basis anzuregen. Geißblatt verträgt bei Bedarf einen recht kräftigen Schnitt, aber dann kann die Blüte in diesem Jahr spärlicher ausfallen. Im Allgemeinen reicht es, abgestorbene Teile zu entfernen und das Geißblatt in den gewünschten Rahmen zu bringen.

Im Winter: Die meisten Geißblätter sind laubabwerfend, das heißt, sie verlieren im Winter ihre Blätter und treiben im Frühjahr neue aus. Stamm und Zweige überwintern ohne Probleme, wenn die Sorte in deiner Zone winterhart ist. Wenn du Geißblatt im Topf draußen hast, denke daran, den Topf im Winter zu schützen, zum Beispiel indem du ihn an eine Hauswand stellst, ihn mit Luftpolsterfolie oder Jute umwickelst oder einen isolierenden Übertopf verwendest. So werden die Wurzeln vor starkem Frost geschützt. Wenn der Frühling kommt, kannst du altes Laub an der Basis zusammenrechen und der Pflanze eine neue Gabe Kompost oder Bodenverbesserung für einen guten Saisonstart geben.

Tipps und häufige Fragen

Kann man Geißblatt im Topf anbauen? Ja, Geißblatt lässt sich gut im Topf anbauen, solange der Topf groß genug ist und du der Pflanze eine Kletterhilfe gibst. Wähle einen stabilen Topf (gerne mindestens 40 Liter) mit Abzugslöchern. Denke daran, regelmäßig zu gießen und zu düngen, da Nährstoffreserven und Feuchtigkeit im Topf schneller aufgebraucht sind als im Boden. Schütze den Topf im Winter gerne vor Kälte oder stelle ihn, wenn möglich, in einen kühlen Abstellraum, damit die Staude den Winter besser übersteht.

Muss Geißblatt ein Spalier oder eine Stütze haben? Ja, Geißblatt ist eine windende Kletterpflanze, die etwas braucht, um ihre Ranken darum zu drehen. Ohne Stütze wächst es am Boden entlang. Du kannst ein Spalier, eine gespannte Schnur oder ein Netz, einen Zaun verwenden oder es sogar in einen Baum oder Strauch klettern lassen. Am Anfang musst du die Triebe eventuell locker mit Bast oder Klammern anbinden, bis sie selbst Halt finden. Sobald das Geißblatt einmal Halt hat, klettert es aus eigener Kraft.

Wie schnell wächst Geißblatt? Geißblatt wächst relativ schnell, wenn es sich wohlfühlt. Im ersten Jahr nach dem Pflanzen steckt es viel Energie in die Wurzelbildung, aber schon dann kannst du neue Ranken wachsen sehen. Innerhalb von zwei bis drei Jahren kann ein Geißblatt in der Regel ein Spalier oder einen Zaunabschnitt mit üppigem Grün bedecken. Unter günstigen Bedingungen kann es im Hochsommer mehrere Dezimeter pro Woche wachsen. Rechne damit, dass das Geißblatt seine volle Höhe innerhalb von drei bis fünf Jahren erreicht, abhängig von Sorte und Standort.

Muss man Geißblatt oft schneiden? Nein, Geißblatt erfordert keinen umfangreichen Schnitt jedes Jahr. Es blüht schön, ohne dass du es regelmäßig zurückschneiden musst. Am wichtigsten ist es, tote oder beschädigte Zweige zu entfernen, sobald du sie siehst. Wenn dein Geißblatt nach einigen Jahren sehr wuchert oder unten kahl wird, kannst du es im Spätwinter schneiden, um die Pflanze zu verjüngen (siehe die Hinweise unter Pflege und Standort oben). Schneidest du direkt nach der Blüte, kannst du die Form auch etwas korrigieren, ohne die Blütenknospen für das nächste Jahr zu opfern.

Ist Geißblatt giftig oder kann man die Beeren essen? Die Beeren des Geißblatts sind nicht essbar. Im Gegenteil, sie gelten als leicht giftig – lass sie daher am besten als Zierde hängen oder entferne sie, wenn du Kinder hast, die zum Probieren verleitet werden könnten. Die Beeren am Geißblatt sind oft leuchtend rot (bei manchen Sorten schwarz) und können verlockend aussehen, aber sie dienen nur der Samenverbreitung der Pflanze und sollten nicht vom Menschen gegessen werden. Wenn du essbare Beeren von einem Verwandten des Geißblatts möchtest, kannst du stattdessen Blaubeer-Heckenkirsche (Haskap) anbauen.

Wann blüht Geißblatt?

Geißblatt blüht in den Sommermonaten. Die ersten Blüten öffnen sich meist im Frühsommer, häufig im Juni. Viele Geißblatt-Sorten blühen danach lange weiter, bis in den Juli und August hinein. Wald-Geißblatt und mehrere Hybriden können den ganzen Sommer über schubweise blühen und ihren Duft in der Abendluft bis weit in den Spätsommer verbreiten. Beginn und Dauer der Blüte hängen von Sorte und Standort ab. Ein sonniger Standort sorgt oft für eine frühere und reichere Blüte, während ein schattigerer Platz dazu führen kann, dass die Blüte etwas später einsetzt. Unabhängig von der Sorte ist die Blüte des Geißblatts eines der Highlights im Garten. Die schönen trompetenförmigen Blüten ziehen Schmetterlinge, Bienen und andere Bestäuber an. Genieße den Duft am Abend – dann ist er am stärksten und am bezauberndsten.

Autorin: Emma Vogiatzi
Faktengeprüft von: Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert: 2025-12-12