Lövplattmasken Obama nungara

Der Landplattwurm Obama nungara


Einleitung: Der Landplattwurm Obama nungara ist ein landlebender Plattwurm, der in Schweden erst kürzlich (2024) entdeckt wurde. Ursprünglich stammt er aus Südamerika und gilt in Europa als invasive gebietsfremde Art. Der Wurm ist ein Räuber und frisst unter anderem Regenwürmer und Schnecken, was das Gleichgewicht unserer Ökosysteme stören kann. Da er hier keine natürlichen Feinde hat und sich schnell vermehren kann, ist es wichtig, dass die Öffentlichkeit die Art kennt und dabei hilft, ihre Ausbreitung zu verhindern.

Merkmale – So erkennst du die Art

Größe: Ausgewachsene Würmer sind etwa 5–8 cm lang und ca. 5 mm breit. Jungtiere sind deutlich kleiner (frisch geschlüpft nur ~1 mm). Der Landplattwurm ist damit deutlich größer als mögliche heimische Plattwürmer, die sehr klein sind.

Aussehen: Der Körper ist flach, dünn und schleimig mit einer glänzenden Oberseite. Die Farbe variiert von beige bis dunkelbraun mit schwärzlichen Längslinien auf dem Rücken, während die Unterseite hellbeige ist. Der Wurm kann einer kleinen schalenlosen Nacktschnecke ähneln, besitzt jedoch keine Fühler wie eine Schnecke und zeigt nicht die Segmentierung eines Regenwurms.

Verhalten: Der Landplattwurm hält sich auf oder knapp unter der Bodenoberfläche auf. Meist findet man ihn versteckt unter Laub, Holzstücken, Steinen oder Töpfen. Die Art ist vor allem nachts (nach Einbruch der Dämmerung) aktiv. Im Licht einer Taschenlampe kann sie glänzen, was das Auffinden erleichtert.

Eier: Der Wurm legt Eier in kleinen Kapseln ab, etwa 5 mm groß. Die Eikapseln sind unmittelbar nach der Ablage leuchtend rot und dunkeln nach einigen Tagen zu braunschwarz nach. Man findet sie im Boden, häufig unter Töpfen oder in Pflanzkästen. Jede Kapsel kann viele neue kleine Würmer enthalten.

Risiken für Ökosysteme und Gärten

Der Landplattwurm stellt ein Risiko für die biologische Vielfalt und die Bodengesundheit dar. Da er wichtige Bodenlebewesen wie Regenwürmer, Schnecken und Nacktschnecken frisst, kann er ein Ungleichgewicht im Ökosystem verursachen. Regenwürmer spielen eine entscheidende Rolle beim Abbau organischer Substanz und dabei, den Boden locker und nährstoffreich zu halten. Wenn die Regenwurmbestände stark zurückgehen, verschlechtert sich die Bodenqualität – das kann sowohl Gärten als auch die Landwirtschaft betreffen (z. B. geringere Wuchskraft und Erträge). Auch Schnecken und andere Kleintiere, die der Landplattwurm frisst, tragen normalerweise zum Abbau von Pflanzenmaterial bei; ihr Verschwinden beeinflusst daher den Stoffkreislauf in der Natur.

Ein weiteres Risiko ist, dass der Landplattwurm in Schweden keine natürlichen Feinde hat. Dadurch kann die Population schnell wachsen und hohe Dichten erreichen, wenn sich die Art etabliert. In Europa hat man Gärten mit Tausenden von Plattwürmern gesehen, sobald sie Fuß gefasst haben. Ein solches Massenauftreten kann lokale Ökosysteme stark stören. Insgesamt führt dies dazu, dass Obama nungara als schädliche invasive Art eingestuft wird, die wir im Blick behalten müssen.

Ausbreitungswege – Wie verbreitet sich der Landplattwurm?

Dieser Plattwurm wird vor allem durch menschliche Aktivitäten verbreitet, da er selbst relativ langsam kriecht und kaum weite Strecken aus eigener Kraft zurücklegen kann. Häufig reist er mit Erde oder Pflanzen, die von einem Ort zum anderen transportiert werden. Der Handel mit Gartenpflanzen in Töpfen ist das größte Risiko – Würmer oder Eier können sich in der Topferde verstecken. Als Ursache für das Auftreten in Schweden gilt der Import von Pflanzen aus dem Ausland. Auch der Tausch von Pflanzen unter Hobbygärtnern oder das Verbringen von Pflanzen/Erde von einem Garten in einen anderen innerhalb des Landes kann den Wurm weiter verbreiten.

Beispiel für Ausbreitung: Wenn du eine neue Topfpflanze kaufst, können Landplattwürmer oder Eier unbemerkt in der Erde vorhanden sein. Der Wurm kann sich auch über Kompost verbreiten, wenn befallenes Pflanzenmaterial oder Erde dort landet und später in neuen Beeten verwendet wird. Kurz gesagt: Erde, Topfpflanzen, Pflanzerde, Kompost und andere Pflanzenmaterialien können Transportmittel sein. Deshalb ist ein vorsichtiger Umgang mit Erde und Pflanzen wichtig – besonders wenn sie aus Gebieten stammen, in denen der Wurm bereits nachgewiesen wurde.

Umgang und Meldung von Funden

Wenn du vermutest, einen Landplattwurm in deinem Garten oder an einer neu gekauften Pflanze gefunden zu haben, solltest du schnell und umweltbewusst handeln. Verwende keine Pestizide oder Chemikalien, um den Wurm zu töten – solche Mittel können andere Organismen und die Umwelt schädigen, und es gibt keine zugelassenen Pflanzenschutzmittel speziell gegen diese Art. Gehe stattdessen so vor:

Wurm vorsichtig einsammeln: Ziehe Einweghandschuhe an (das schleimige Sekret kann die Haut reizen). Nimm den Wurm vorsichtig auf und lege ihn in ein Glas oder einen verschließbaren Plastikbeutel. Vermeide es, den Wurm zu teilen oder zu zerschneiden – er kann überleben, wenn er geteilt wird.

Wurm sicher abtöten: Am sichersten ist Abtöten durch Hitze oder Kälte. Übergieße den Wurm im Gefäß mit kochendem Wasser oder lege das Gefäß für mindestens 24 Stunden in den Gefrierschrank. Diese Methoden töten sowohl den Wurm als auch mögliche Eier. (ACHTUNG: Den Wurm nicht zerschneiden! Durch Teilen kann er überleben und sich weiter ausbreiten.)

Befallene Pflanzen isolieren: Wurde der Wurm in einer Topfpflanze gefunden, halte diese Pflanze getrennt von anderen. Untersuche Erde und Topf sorgfältig und entferne alle Würmer oder Eikapseln, die du findest. Kontrolliere die betroffene Pflanze mindestens zwei Tage lang täglich. Findest du am nächsten Tag weitere Würmer, entferne sie und warte anschließend weitere zwei Tage ohne Funde, bevor du die Pflanze als sicher ansiehst. Du kannst den Wurzelballen auch wärmebehandeln, indem du den gesamten Topf in etwa 40 °C warmes Wasser für mindestens 15 Minuten stellst (achte darauf, dass die innere Erdtemperatur ~38–40 °C erreicht), um Würmer und Eier abzutöten.

Eier und kontaminierte Erde vernichten: Achte darauf, dass keine Erde aus dem betroffenen Bereich in deinem Garten verteilt wird. Eikapseln können sehr klein sein und sind mit bloßem Auge schwer zu erkennen. Wenn du Erde verschüttest, die Eier oder Jungtiere enthalten könnte, sammle sie auf. Gib Erde und mögliche Eier in einen dicht verschlossenen Beutel. Entsorge dies als brennbaren Hausmüll – auf keinen Fall in Kompost oder Gartenabfall! Es darf nicht riskiert werden, dass Eier im Kompost überleben und weiterverbreitet werden. Erde kann auch durch Erhitzen saniert werden (z. B. im Ofen oder mit der oben genannten Warmwassermethode), wenn das praktisch möglich ist.

Fund melden: Es ist wichtig, dass Behörden von allen Funden erfahren, um die Ausbreitung zu überwachen. Fotografiere den Wurm (am besten bevor du ihn abtötest) und notiere den Fundort. Melde den Fund anschließend über das Online-Formular für invasive Arten (zum Beispiel über invasivaarter.nu oder Artportalen). Alternativ kannst du deine Länsstyrelse kontaktieren und den Fund per E-Mail oder Telefon melden. Füge das Foto bei und gib den Fundort an sowie ob der Wurm mit einer gekauften Pflanze gekommen ist (nenne gern auch das Geschäft oder den Lieferanten). Durch die Meldung hilfst du Fachleuten, die Art zu bestätigen und die Ausbreitung zu kartieren, damit passende Maßnahmen ergriffen werden können.

Praktische Tipps zur Verringerung des Ausbreitungsrisikos

Neue Pflanzen gründlich kontrollieren: Wenn du neue Pflanzen kaufst oder nach Hause bringst, gewöhne dir an, sie vor dem Auspflanzen zu kontrollieren. Schau unter die Töpfe, in die Böden von Transporttrays und in die oberste Erdschicht. Hebe die Pflanze vorsichtig aus dem Topf und kontrolliere Unterseite und Seiten des Wurzelballens. Nutze eine Taschenlampe – auch tagsüber – denn der schleimige Körper des Plattwurms kann im Licht glänzen.

Neu gekaufte Pflanzen ein paar Tage isolieren: Stelle neue Topfpflanzen separat auf, am besten auf eine harte Fläche (z. B. Pflaster), wo Würmer nicht ins Gartenland entkommen können. Halte sie in den ersten 2–3 Tagen von deinen anderen Pflanzen getrennt und kontrolliere sie wiederholt. Findest du einen Wurm oder Eier, lass die Pflanze in Quarantäne und prüfe täglich, bis du sicher bist, dass keine weiteren vorhanden sind, bevor du sie ins Beet setzt.

Verdächtige Erde wärmebehandeln: Wenn du vermutest, dass die Erde in einem Topf kontaminiert ist (z. B. weil dort ein Wurm gefunden wurde), kannst du die Erde mit Wärme behandeln. Das Eintauchen des Topfes oder Wurzelballens in ca. 40 °C warmes Wasser für mindestens 15 Minuten tötet die meisten Würmer und Eier. Lass die Pflanze danach vorsichtshalber noch einen zusätzlichen Tag isoliert stehen.

Befallenes Material sicher entsorgen: Wirf niemals Pflanzenabfälle, Erde oder Pflanzen, die Landplattwürmer enthalten könnten, in den normalen Kompost oder in die Natur. Gib alles in einen dichten Plastikbeutel und entsorge es im Restmüll für brennbare Abfälle. So verhinderst du, dass sich der Wurm über Abfall oder Komposterde weiterverbreitet.

Beim Kauf nachfragen: Kaufe möglichst bei Gartencentern oder Baumschulen, von denen du weißt, dass sie das Problem kennen und aktiv daran arbeiten, die Ausbreitung invasiver Arten zu verhindern. Frage das Personal, ob eingehende Pflanzenlieferungen auf Landplattwürmer oder andere Schädlinge kontrolliert werden. Verantwortungsbewusste Händler verringern das Risiko, unerwünschte „Blinde Passagiere“ in der Erde mit nach Hause zu bringen.

Informationen weitergeben: Sprich mit Nachbarn und Gartenfreunden über den Landplattwurm. Mehr Wissen sorgt dafür, dass mehr Menschen Ausschau halten und früh handeln. Je früher ein Befall entdeckt wird, desto größer ist die Chance, die Ausbreitung zu begrenzen.

Mit diesen Maßnahmen und Vorsichtsregeln können wir gemeinsam das Risiko verringern, dass sich der Landplattwurm ausbreitet und etabliert. Sei aufmerksam beim Umgang mit Pflanzen und Erde und zögere nicht, verdächtige Funde zu melden. So schützen wir unsere Gärten und Ökosysteme vor dieser neuen invasiven Art.

Autorin: Emma Vogiatzi
Faktenprüfung: Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert: 2026-01-08