Odla Mullbär

Maulbeeren anbauen


Maulbeeren (Morus) sind ein spannender und schöner Obstbaum, der süße Beeren mit einem Geschmack irgendwo zwischen Himbeeren und Brombeeren liefert. Viele glauben, Maulbeeren seien nur für wärmere Klimazonen geeignet – aber mit der richtigen Sorte, dem richtigen Standort und etwas Geduld ist es absolut möglich, Maulbeeren in Schweden anzubauen, besonders in geschützten Lagen. Hier bekommst du eine vollständige Anleitung, wie du Maulbeeren pflanzt, sie während der Saison pflegst und so schneidest, dass du einen gesunden Baum und eine gute Ernte bekommst.

Maulbeerbäume gibt es hauptsächlich als Schwarze Maulbeere (Morus nigra), Weiße Maulbeere (Morus alba) sowie Hybriden/Sorten, die für bessere Winterhärte gezüchtet wurden. In Schweden werden Maulbeeren meist als kleiner Baum oder großer Strauch kultiviert. Es ist eine langlebige Pflanze, die sich wohlfühlt, wenn sie warm und sonnig stehen darf – und wenn sie sich einmal etabliert hat, kann sie im Spätsommer/Frühherbst reichlich Beeren tragen.

Gut zu wissen: Maulbeeren sind oft langsam im Start und brauchen manchmal einige Jahre, bis sie richtig Früchte tragen. Wenn sie aber einmal in Gang gekommen sind, sind sie häufig sowohl pflegeleicht als auch ertragreich.

Maulbeeren in Schweden – bester Standort

Der Schlüssel zum Erfolg mit Maulbeeren im schwedischen Klima sind Wärme und Windschutz.

Sonne: Wähle einen Platz in voller Sonne. Je mehr Sonne, desto süßer die Beeren und desto besser reifen die Triebe vor dem Winter aus.

Windschutz: Pflanze in geschützter Lage, gern an einer süd- oder wandzugewandten Hausfassade, Mauer oder dichten Hecke, die Wärme speichert und vor kalten Winden schützt.

Mikroklima: Maulbeeren gedeihen am besten in milderen Landesteilen und in städtischen Umgebungen, wo es wärmer ist. In kälteren Lagen ist ein wirklich gutes Mikroklima entscheidend.

Boden und Pflanzung

Maulbeeren mögen einen gut durchlässigen, nährstoffreichen Boden, in dem keine Staunässe steht.

Boden

Am besten: humusreicher, lockerer Boden mit guter Drainage.

Vermeiden: schweren, nassen Lehmboden und Senken, in denen sich Wasser sammelt.

Verbessern: in schweren Böden Kompost und gern Kies/Sand untermischen, um die Drainage zu verbessern.

Wann pflanzt man Maulbeeren?

Eine Frühjahrspflanzung ist in Schweden meist am sichersten (April–Juni), besonders in kälteren Regionen, damit der Baum vor dem Winter gut anwurzeln kann.

Containerpflanzen können die ganze Saison über gepflanzt werden, aber vermeide Phasen mit extremer Hitze/Trockenheit.

So pflanzt du

  • Grabe ein Pflanzloch, das mindestens doppelt so breit ist wie der Wurzelballen.

  • Lockere den Boden unten auf und verbessere ihn mit Kompost (und bei Bedarf mit Drainagematerial).

  • Setze die Pflanze in derselben Tiefe wie im Topf.

  • Gut angießen und die Erde leicht andrücken.

  • Gern mulchen (Rasenschnitt/Rinde/Kompost) rund um die Pflanze – aber nicht direkt an den Stamm.

Tipp: Maulbeeren haben oft empfindlichere Wurzeln als viele Obstbäume – gehe beim Pflanzen vorsichtig mit dem Wurzelballen um.

Pflege während der Saison

Gießen

  • Erste 1–2 Jahre: regelmäßig gießen, besonders in Trockenperioden.

  • Etablierte Bäume: vertragen Trockenheit besser, aber gleichmäßige Feuchte sorgt für bessere Früchte.

  • Dauerhaft nassen Boden vermeiden – das ist ein häufiger Grund, warum Maulbeeren schlecht wachsen.

Düngen

Maulbeeren sollten nicht „im Stickstoff ertränkt“ werden. Zu viel Stickstoff bringt viel Blattmasse und weiche Triebe, die leicht erfrieren.

  • Im Frühjahr maßvoll mit Kompost oder gut verrottetem Stallmist düngen.

  • Bei Bedarf: eine leichte Gabe Beeren-/Obstdünger im April–Mai.

  • Nicht spät düngen (nach Juli) – sonst reifen die Triebe nicht rechtzeitig aus.

Überwinterung in Schweden

Junge Maulbeeren können empfindlich auf strenge Kälte und Frühjahrssonne reagieren.

Schütze im ersten Winter mit:

  • einer dicken Schicht Laub/Kompost am Wurzelbereich

  • Jute/Wintervlies um den Stamm in exponierten Lagen

Wichtig: Windschutz und Sonne sorgen für bessere Winterhärte als „Extra-Verhätscheln“ am falschen Standort.

Maulbeeren schneiden – so geht’s

Maulbeeren „bluten“ leicht, wenn man zur falschen Zeit schneidet (Saftfluss), deshalb ist das Timing wichtig.

Wann schneidet man Maulbeeren?

Am besten: Spätsommer (JAS: Juli–September), wenn das Wachstum nachlässt.

Starken Schnitt im zeitigen Frühjahr (Februar–März) vermeiden, da dann die Gefahr von Saftfluss groß ist.

Wie schneidet man Maulbeeren?

Ziel ist ein luftiger Baum mit kräftigen Ästen und gutem Lichteinfall.

  • Zuerst tote, beschädigte und sich kreuzende Äste entfernen.

  • Dichte Partien auslichten, damit Licht und Luft in die Krone kommen (senkt Krankheitsdruck und verbessert die Frucht).

  • Den Baum formen:

    • Baumform: einen Hauptstamm und 3–5 Leitäste behalten.

    • Strauchform: mehrere Stämme behalten und mit der Zeit ältere auslichten.

  • Vorsichtig schneiden: lieber jedes Jahr wenig als selten viel.

Verjüngung

Ist die Maulbeere zu groß oder vergreist?

Über 2–3 Saisons schrittweise verjüngen: jedes Jahr einige der ältesten Äste entfernen.

Eine starke Rücknahme auf einmal kann den Baum stressen und viele Wasserschosse verursachen.

Ernte und Verwendung

Die Beeren reifen oft ungleichmäßig und werden in mehreren Durchgängen geerntet. Reife Maulbeeren lösen sich leicht.

  • Lege ein Tuch unter den Baum und schüttle vorsichtig, oder pflücke direkt.

  • Die Beeren schmecken frisch, eignen sich aber auch perfekt für Marmelade, Kuchen, Saft und zum Einfrieren.

Tipp: Maulbeeren können stark färben (der Saft färbt intensiv). Pflanze nicht über hellen Steinplatten oder direkt neben den besten Sitzkissen der Terrasse.

Häufige Probleme (und schnelle Lösungen)

  • Frostschäden an Trieben: besserer Standort (mehr Sonne/Windschutz), keine späte Düngung, junge Pflanzen im ersten Winter schützen.

  • Schlechter Fruchtansatz: zu wenig Sonne, zu junge Pflanze oder zu starke Stickstoffdüngung.

  • Schwaches Wachstum: Staunässe oder zu magerer Boden – Drainage verbessern und mit Kompost nachdüngen (topdressen).

Autorin: Emma Vogiatzi – ausgebildete Gärtnerin

Faktengeprüft von: Erik Hoekstra

Zuletzt aktualisiert 2026-01-15