Ljung

Heide


Heide ist eine wunderbare Pflanze für dich, wenn du den Garten über mehrere Jahreszeiten hinweg mit Farbe bereichern möchtest. Sie eignet sich sowohl für Anfängerinnen und Anfänger als auch für erfahrene Gärtnerinnen und Gärtner, weil sie leicht zu kultivieren und robust ist und zugleich reich blüht und schönes Grün bietet. In dieser Anleitung lernst du, wie du verschiedene Heidearten in Schweden anbauen kannst, damit sie das ganze Jahr über gut gedeihen und schön blühen. Wir gehen alles durch – von Pflanzung und Boden bis zu Pflegetipps, Gießen, Überwinterung und wie du die Heide lange attraktiv hältst.

Herbstheide (Calluna vulgaris): Wird auch Besenheide bzw. gewöhnliche Heide genannt. Die mehrjährige Herbstheide blüht im Spätsommer und Herbst mit kleinen weißen, rosa, roten oder violetten Blüten. Sie ist immergrün und kann in fast ganz Schweden überwintern (die Wildheide wächst bis hinauf in die Fjällregionen). Im Handel gibt es auch einjährige Herbstheide (oft Erica gracilis) mit besonders kräftigen Farben – sie ist pflegeleicht, verträgt aber keinen Frost und wird vor allem als Farbtupfer in Herbsttöpfen verwendet.

Winterheide (Erica carnea): Wird oft Frühlingsheide genannt. Das ist eine niedrig wachsende, bodendeckende Heide, die mitten im Winter oder im zeitigen Frühjahr in rosa, weißen oder violetten Tönen blüht. Die Winterheide ist mehrjährig und immergrün, in Schweden etwa bis Zone 3–4 winterhart. Nahe Verwandte wie Darley-Heide (Erica × darleyensis) blühen ebenfalls im Winter/Frühjahr und bringen frühe Farbe, wenn der Garten sonst am kargsten ist.

Sommerblühende Heide: Es gibt auch Heidepflanzen, die in den Sommermonaten blühen können. Ein Beispiel ist Glockenheide (Erica tetralix), die im Hochsommer urnenförmige rosa Blüten hat. Sommerheide ist in Kultur weniger verbreitet, kann dem Garten aber mitten im Sommer Farbe geben. Einige Arten sind in Südschweden (Zone 2–3) winterhart, während exotischere Heidearten wie Purpurheide (Erica cinerea) oder Irische Heide (Daboecia) sehr milde Klimata und geschützte Lagen benötigen.

Mit einer klugen Kombination aus Herbstheide, Winterheide und Sommerheide kannst du also Heide im Garten haben, die das ganze Jahr über blüht oder dekorativ ist.

Heide pflanzen

Damit das Pflanzen von Heide bestmöglich gelingt, ist es gut, sowohl die Pflanze als auch den Standort vorzubereiten. Hier sind einige Tipps:

Pflanzzeit: Heide kann sowohl früh im Herbst als auch im Frühjahr gepflanzt werden. Herbstpflanzung ist beliebt, weil die Pflanzen sofort Farbe bringen und noch vor dem nächsten Sommer einwurzeln können. Wenn der Herbst bereits kalt geworden ist und der Boden zu gefrieren droht, warte lieber bis zum Frühjahr mit dem Pflanzen.

Boden vorbereiten: Grabe ein großzügiges Loch und lockere den Boden dort, wo die Heide stehen soll, gut auf. Mische die vorhandene Erde gern mit Rhododendronerde oder ungekalktem Torf, um den richtigen Säuregrad zu erreichen (mehr zum Boden unten). Das schafft ein gutes Bett für die Wurzeln der Heide.

Pflanztiefe: Setze die Heidepflanze in derselben Tiefe, wie sie im Topf stand – nicht tiefer pflanzen, da Heide flach wurzelt. Positioniere den Wurzelballen so, dass der gesamte Erdballen bedeckt ist, aber die Stängel nicht unter die Erdoberfläche geraten. Die Erde rundherum leicht andrücken.

Gießen nach dem Pflanzen: Direkt nach der Pflanzung gründlich wässern, damit die Wurzeln gut starten. Es kann sinnvoll sein, die Pflanze schon vor dem Einsetzen zu gießen, damit der Wurzelballen gut durchfeuchtet ist.

Mehrere zusammen pflanzen: Für einen üppigen Effekt im Beet oder Topf kannst du gern mehrere Heidepflanzen in Gruppen setzen. Pflanze mit einigen Dezimetern Abstand (z. B. 20–30 cm), je nach Endgröße der Sorte. Mehrere Pflanzen bilden einen schönen „Teppich“ und helfen außerdem, die Bodenfeuchte besser zu halten als einzelne Pflanzen.

Boden für Heide

Die richtige Bodenbeschaffenheit ist entscheidend. Heidegewächse sind Moorbeet-/Sauerbodenpflanzen, das heißt, sie gedeihen in kalkarmer Erde mit niedrigem pH-Wert. Verwende beim Pflanzen am besten fertige Rhododendronerde oder verbessere deine Gartenerde, indem du ungekalkten Torf, Rindenhumus, Nadeln oder Laubkompost untermischst, um die Säure zu erhöhen. Der Boden sollte humusreich und gut durchlässig sein – Heide möchte nicht im Wasser stehen, darf aber auch nie völlig austrocknen. Bei schwerem Lehmboden kannst du Sand und mehr organisches Material untermischen, damit die Struktur luftiger und drainierender wird, bevor du Heide pflanzt. Ein zusätzlicher Tipp: Wenn möglich, mit Regenwasser gießen, da Leitungswasser oft Kalk enthält, der langfristig den pH-Wert anheben kann.

Standort und Lage

Wähle einen passenden Standort, dann belohnt dich die Heide mit reichlicherer Blüte. Am besten ist ein heller, sonniger Platz im Garten. Mit viel Sonne wird die Blüte intensiver und hält länger, während zu viel Schatten weniger Blüten bringt. Achte außerdem darauf, dass der Standort gut drainiert ist, sodass kein Wasser um die Wurzeln stehen bleibt (Heide mag kein „stehendes“ Wasser). Gleichzeitig sollte der Platz nicht zu stark austrocknen – durch die flachen Wurzeln braucht Heide einen Boden, der zwischen den Regenfällen etwas Feuchtigkeit hält. Ein offener, sonniger Standort ist gut, aber bei starkem, trockenem Wind kann besonders frisch gepflanzte Heide etwas Schutz brauchen, damit sie nicht austrocknet. Etablierte Heide verträgt Kälte gut, daher musst du dir um Frost bei mehrjährigen Pflanzen keine Sorgen machen, solange der Boden richtig vorbereitet ist.

Gießen

Heide ist relativ durstig und empfindlich gegenüber Austrocknung, besonders im ersten Jahr nach dem Pflanzen und wenn sie im Topf wächst. Halte den Boden gleichmäßig feucht, aber nicht sumpfig. Gieße regelmäßig, etwa einmal pro Woche, oder öfter bei warmem und sonnigem Wetter – höre nicht auf zu gießen, bevor der Boden gefroren ist. In Töpfen trocknet die Erde viel schneller aus als im Beet, daher kann dort noch häufigeres Gießen nötig sein (mit dem Finger die Feuchte prüfen). Gieße bis weit in den Herbst hinein, und in milden Winterphasen kannst du auch einmal leicht wässern, wenn die Erde trocken geworden ist. Achte auch im zeitigen Frühjahr darauf: starke Frühjahrssonne bei noch gefrorenem Boden kann die Heide stressen, also an einem Tau-Tag vorsichtig wässern oder die Pflanze schützen (mehr dazu unter Überwinterung). Eine Heide, die nicht austrocknet, bleibt grüner und blüht länger – also die Gießkanne nicht vergessen!

Pflegetipps für Heide

Ein Vorteil von Heide ist, dass sie nach dem Anwachsen nicht viel Arbeit macht. Ein paar einfache Pflegetipps helfen aber, dass die Pflanzen gesund und schön bleiben:

Schnitt: Schneide die Heide einmal pro Jahr, um eine kompakte, gesunde Form zu erhalten und neues Wachstum zu fördern. Entferne die verblühten Blütenstände – entweder im Spätherbst nach der Blüte oder im zeitigen Frühjahr, bevor neue Triebe wachsen. (Bei herbstblühender Calluna ist der Frühjahrsschnitt meist am besten, während Erica carnea direkt nach der Frühjahrsblüte geschnitten werden kann.) Beim Schneiden nicht in das grob verholzte, alte Holz zurückschneiden; nur das entfernen, was in der Saison geblüht hat. So regst du die Heide an, neue frische Triebe zu bilden, die in der nächsten Saison blühen.

Düngung: Heide ist an nährstoffarme Standorte angepasst und kommt meist ohne zusätzliche Düngung aus. Zu viel Dünger kann sogar mehr schaden als nutzen. Wenn deine Heide einen Schub braucht, gib im zeitigen Frühjahr eine schwache Dosis Moorbeetdünger (z. B. Rhododendrondünger). Das versorgt neue Triebe und Blütenknospen, ohne den pH-Wert zu erhöhen. Vermeide jedoch kalkreiche oder zu starke Düngung – „weniger ist mehr“ gilt hier.

Unkraut und Sauberkeit: Halte den Bereich um die Heide frei von Unkraut und heruntergefallenem Laub. Heide wächst niedrig, und Unkraut kann kleine Pflanzen sonst ersticken oder um Wasser konkurrieren. Altes Laub und abgestorbene Pflanzenteile, die sich am Fuß sammeln, sollten ebenfalls entfernt werden, da sie Feuchtigkeit halten und Pilzkrankheiten fördern können. Sauberkeit rund um die Pflanzen beugt Problemen vor und lässt die Heide ungehindert wachsen.

Säure erhalten: Um den Boden zu pflegen, kannst du jedes Jahr eine dünne Schicht organisches Material aufbringen. Streue im Herbst gern etwas Kiefernnadeln, gehäckseltes Fichtenreisig oder Rindenmulch unter die Heide. Beim Verrotten hilft das, den sauren pH-Wert zu stabilisieren und zugleich Feuchtigkeit im Boden zu halten. Diese Schicht schützt außerdem die flachen Wurzeln im Winter.

Heide im Topf: Wenn du Heide in Töpfen oder Balkonkästen kultivierst, braucht sie etwas mehr Pflege. Prüfe die Feuchtigkeit der Erde häufig, denn Töpfe trocknen schneller aus. Mehrjährige Heidepflanzen sollten alle paar Jahre in einen größeren Topf gesetzt oder mit frischer Erde versorgt werden – das hält sie vital und gibt den Wurzeln Platz. Im Winter kannst du die Töpfe schützen, indem du sie an eine Hauswand stellst, in Luftpolsterfolie oder Jute einwickelst oder die Töpfe vorübergehend in den Boden einsenkst. So wird das Wurzelsystem vor der stärksten Kälte geschützt.

Autorin: Emma Vogiatzi – ausgebildete Gärtnerin

Faktengeprüft von: Erik Hoekstra

Zuletzt aktualisiert 2026-01-15