Cranberries sind eine spannende und gesunde Beere, die man im Garten anbauen kann. Obwohl sie wild auf Mooren in fast ganz Schweden wachsen, sind Cranberries in unseren Gärten selten – was schade ist, denn sie sind sowohl dekorativ als auch lohnend zu kultivieren.
Die Cranberrypflanze ist ein niedriger, immergrüner Bodendecker mit rosa Blüten im Sommer und leuchtend roten Beeren im Herbst. Die Beeren sind voller Vitamin C und Antioxidantien und haben einen frischen, säuerlichen Geschmack. Eigene Cranberries anzubauen gibt dir nicht nur eine schöne Pflanze, sondern auch eine Ernte nützlicher Beeren für Marmelade, Saft, Backwaren oder als säuerliche Note beim Kochen.
Klimazone – wo kann man Cranberries anbauen?
Wildwachsende Cranberries kommen in fast dem ganzen Land vor und sind sehr kältehart, daher kannst du Cranberries im Freien in großen Teilen Schwedens anbauen, wenn sie die richtigen Voraussetzungen bekommen. Um jedoch eine gute Ernte großfruchtiger amerikanischer Cranberries zu erhalten, ist der Anbau am einfachsten in Süd- und Mittelschweden, ungefähr bis zur Anbauzone III. In diesen milderen Gegenden gedeihen Cranberrypflanzen und überwintern problemlos. Weiter nördlich ist es möglich, erfolgreich zu sein, aber in den kältesten Regionen kann eine zusätzliche Winterabdeckung nötig sein, um die Pflanzen zu schützen.
Boden und pH – der richtige Boden für Cranberries
Cranberries brauchen sauren Boden. Der Boden sollte einen niedrigen pH-Wert (etwa 4–5) haben und humusreich, feuchtigkeitshaltend sowie gern nährstoffreich sein. In der Natur wachsen Cranberries auf Moosen und in Mooren, versuche also, diese Bedingungen im Garten nachzuahmen.
Wenn dein Gartenboden kalkreich oder lehmig ist, musst du für die Cranberries ein Moorbeet/Beet für saure Erde anlegen. Grabe eine flache Grube (20–30 cm tief) und lege ein Stück Unkrautvlies oder Plastik auf den Boden, um die Feuchtigkeit zu halten. Fülle die Grube dann mit ungekalktem Torf oder Rhododendronerde, gemischt mit etwas Sand. Decke die Oberfläche mit ein paar Zentimetern Sand oder Kies ab – das hilft, die Feuchtigkeit zu halten und reduziert Unkraut. Vermeide es, Kalk hinzuzufügen, da er den pH-Wert erhöht.
Cranberries können vorteilhaft im selben Beet wie andere Moorbeetpflanzen kultiviert werden. Zum Beispiel gedeihen sie hervorragend als Bodendecker unter amerikanischen Heidelbeersträuchern, da beide ähnliche Bedingungen wünschen.
Pflanzung – wann und wie du Cranberries pflanzt
Pflanze Cranberrypflanzen am besten im Frühjahr, wenn keine Frostgefahr mehr besteht, damit sie sich vor dem Winter etablieren können. In Süd- und Mittelschweden bedeutet das meist April oder Anfang Mai. Es ist auch möglich, früh im Herbst zu pflanzen, aber vermeide es, Pflanzen kurz vor dem ersten Bodenfrost zu setzen, da sie dann nicht genug Zeit haben, richtig einzuwurzeln.
Setze die Pflanzen flach, ungefähr in derselben Tiefe, wie sie im Topf standen. Ein Pflanzabstand von etwa 20–30 cm passt gut, wenn du möchtest, dass die Ranken schließlich eine dichte Matte bilden. Grabe ein Loch in passender Größe für den Wurzelballen und drücke die Erde rund um die Pflanze leicht an. Gieße nach dem Pflanzen reichlich, damit die Erde sich um die Wurzeln schließt. Decke die Pflanzfläche gern mit einer dünnen Schicht Sand oder Rindenmulch ab, um die Feuchtigkeit zu bewahren.
Pflege – gießen, mulchen, düngen und schneiden
Gießen: Halte die Pflanzung gleichmäßig feucht – der Boden sollte niemals vollständig austrocknen. Gieße regelmäßig, besonders in trockenen Perioden, aber achte darauf, dass überschüssiges Wasser ablaufen kann, damit die Wurzeln nicht im Nassen stehen.
Mulchen: Mulche gern rund um die Cranberrypflanzen, um die Bodenfeuchtigkeit zu bewahren. Eine Schicht aus Sand, Kies oder Rindenmulch auf der Erde hilft, die Feuchtigkeit zu halten und hemmt Unkraut. In kälteren Regionen kannst du die Pflanzen im Winter mit Fichtenzweigen oder Vlies abdecken, als zusätzlichen Schutz, wenn die Schneedecke dünn ist.
Düngen: Cranberries haben einen geringen Nährstoffbedarf. Wenn die Pflanzen schlecht wachsen, kannst du im Frühjahr etwas Dünger für Moorbeetpflanzen (zum Beispiel Rhododendrondünger) geben, aber vermeide Überdüngung, da zu viele Nährstoffe den pH-Wert erhöhen können.
Schnitt: Ein regelmäßiger Schnitt ist nicht nötig. Die Pflanze breitet sich niedrig mit kriechenden Ranken aus; schneide bei Bedarf im Frühjahr beschädigte oder trockene Teile weg. Wenn sich das Reisig zu stark ausbreitet, kannst du die Ränder vorsichtig trimmen, um sie in Schach zu halten.
Ernte und Verwendung – wann und wie du die Cranberries verwertest
Cranberries reifen spät in der Saison. Die meisten Beeren sind von Ende September bis Oktober erntereif. Ein Tipp ist, mit dem Pflücken bis nach der ersten Frostnacht zu warten – ein wenig Frost kann die scharfe Säure der Beere mildern, sodass der Geschmack etwas süßer wird. Du kannst Cranberries pflücken, bis der Schnee kommt; die roten Beeren sind fest und bleiben oft an der Pflanze. Manchmal findet man übrig gebliebene Beeren im nächsten Frühjahr nach der Schneeschmelze.
Cranberries sind in der Küche vielseitig. Die intensive Säure der Beeren kommt am besten zusammen mit etwas Süßem zur Geltung oder in Gerichten, in denen sie eine frische Note geben. Koche gern Cranberrymarmelade oder Gelee – perfekt zu Wildfleisch, Geflügel oder als säuerlicher Klecks auf dem Frühstücksbrei. Cranberrysaft oder Juice ist eine weitere leckere Option; mixe die Beeren mit Wasser und etwas Zucker für ein erfrischendes Getränk. Du kannst Cranberries auch trocknen, um säuerliche „Rosinen“ für Müsli oder Backwaren zu erhalten. Friere frische Cranberries ein, dann hast du das ganze Jahr über Beeren – sie können direkt in Smoothies oder Desserts für einen vitamin-C-reichen Boost verwendet werden. Cranberries gelten dank ihres nährstoffreichen Inhalts als echtes Super-Beere – sie selbst anzubauen bringt sowohl Freude als auch eine gesunde Ernte.
Autorin: Emma Vogiatzi - ausgebildete Gärtnerin
Fakten geprüft von: Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2026-01-15
