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Holunder pflanzen und anbauen


Holunder (Sambucus nigra) ist ein beliebter Holunderstrauch in schwedischen Gärten. Er bietet herrlich duftende Blüten im Frühsommer und dunkle Beeren im Spätsommer. Viele erkennen den Duft von hausgemachtem Holundersirup – ein echter Sommerklassiker! Holunder anzubauen ist sowohl spannend als auch dankbar. Dieser Leitfaden aus Floreas Anbauschule erklärt, wie du Holunder in Schweden anbaust, von der Pflanzung bis zur Pflege, sowie Tipps zur Ernte und Verwendung. 

Einführung in Holunder – was ist Holunder und warum sollte man ihn anbauen?

Holunder ist ein großer Strauch oder ein kleiner Baum, der 3–5 Meter hoch werden kann. Er hat üppiges Grün und blüht im Juni–Juli mit flachen Dolden aus cremeweißen Blüten, die einen süßen, sommerlichen Duft verströmen. Im Herbst entwickeln sich die Dolden zu kleinen schwarzen Holunderbeeren. Holunder wird seit langem gern angebaut, dank seiner vielen Verwendungsmöglichkeiten. Aus den Blüten kann man Holundersirup oder Tee herstellen, und die Beeren lassen sich zu Saft, Marmelade, Gelee oder Likör einkochen. Außerdem ist der Strauch dekorativ – er schmückt seinen Platz sowohl als Solitär als auch in Gehölzgruppen, und es gibt schöne Sorten mit z.B. goldgelben oder dunkelvioletten Blättern. 

Holunder anzubauen passt sowohl für Anfänger als auch für erfahrene Hobbygärtner. Holunder ist pflegeleicht und schnellwachsend und gedeiht in unserem schwedischen Klima. Er verträgt die Winterhärtezonen 1–4 (einige Sorten bis Zone 5), was große Teile Schwedens abdeckt. Mit anderen Worten: Die meisten können Holunder in ihrem Garten anbauen und im Sommer eigenen Holundersirup genießen!

Holunder pflanzen – Standortwahl, Bodenbeschaffenheit und Pflanzung

Standort: Wähle für deinen Holunder einen sonnigen bis halbschattigen Platz im Garten. In voller Sonne blüht der Holunder reichlich, aber er kommt auch mit wanderndem Schatten und Halbschatten gut zurecht. Denke daran, dass der Holunderstrauch groß und ausladend wird – pflanze ihn am besten an der Grundstücksgrenze oder in einer Ecke, wo er Platz hat, sich auszubreiten (mindestens 2–3 Meter Abstand zu anderen Bäumen/Sträuchern). Ein geschützter Standort ist gut, da starke Winde junge Triebe beschädigen können.

Boden: Holunder gedeiht in nährstoffreichem, humusreichem und gut durchlässigem Boden. Die besten Ergebnisse erzielst du in einem leicht feuchtigkeitsspeichernden, schwach sauren Boden (pH etwa 6–7) mit viel organischer Substanz. Verbessere den Boden vor dem Pflanzen gern, indem du Kompost oder Pflanzerde mit der vorhandenen Gartenerde mischst. Holunder ist jedoch anpassungsfähig und kann in den meisten Bodentypen wachsen – vermeide nur allzu trockenen und mageren Boden, da dies zu schwächerem Wachstum und mehr Problemen mit Schädlingen führen kann.

Pflanzung: Die beste Zeit, Holunder zu pflanzen, ist im Frühjahr oder Herbst, wenn der Boden feucht ist. Grabe ein großzügiges Pflanzloch (mindestens doppelt so breit und tief wie der Wurzelballen). Setze den Wurzelballen so, dass die Pflanze in derselben Tiefe steht wie im Topf. Fülle die gemischte Erde um die Wurzeln herum wieder auf. Drücke die Erde vorsichtig an, um Luftlöcher zu entfernen. Gieße nach dem Pflanzen gründlich, damit sich die Erde um die Wurzeln setzt. Es schadet nicht, bei der Pflanzung etwas Naturdünger oder Rinderdung in die Erde zu mischen, um einen Nährstoff-Start zu geben. Wenn du mehrere Holunderpflanzen setzt, gib ihnen etwa 2 Meter Abstand, damit jeder Holunderstrauch Platz hat, sich zu entwickeln.

Pflege von Holunder – gießen, düngen und schneiden

Ein etablierter Holunder ist generell pflegeleicht, doch mit etwas Aufmerksamkeit gedeiht er noch besser. Hier sind Tipps zur Pflege in Bezug auf Gießen, Düngen und Schnitt:

Gießen: Holunder möchte eine gleichmäßige Wasserversorgung, besonders in den ersten Jahren und in trockenen Sommern. Halte den Boden leicht feucht, aber vermeide stehende Nässe um die Wurzeln (ein gut durchlässiger Untergrund ist wichtig, damit die Wurzeln nicht faulen). Steht der Holunder zu trocken, gerät er in Stress und kann von Blattläusen befallen werden, also gieße bei Bedarf während längerer Trockenheit. Eine Schicht organischer Mulch rund um die Basis (z.B. Rasenschnitt oder Rindenhumus) hilft dem Boden, Feuchtigkeit und eine gleichmäßige Temperatur zu halten.

Düngen: Der Holunderstrauch schätzt Nährstoffe, ist aber nicht besonders anspruchsvoll. Arbeite im Frühjahr etwas Dünger ein, um dem Strauch einen guten Start in die Saison zu geben – zum Beispiel Kompost, gut verrotteten Stallmist oder einen universellen Gartendünger. Im Sommer kannst du eine kleine Gabe Beerendünger oder Brennnesseljauche geben, um Blüte und Fruchtansatz zu unterstützen. Übertreibe die Stickstoffdüngung nicht; zu viel Stickstoff kann massenhaft Blätter, aber weniger Blüten bringen. Im Herbst ist keine Düngung nötig, aber du kannst etwas Kompost um den Strauch herum einarbeiten, dann ist im Frühjahr Nahrung vorhanden.

Schnitt: Holunder wächst schnell und kann recht ausladend werden. Regelmäßiger Schnitt hilft dem Strauch, eine schöne Form zu behalten und neue frische Triebe zu fördern. Junge Pflanzen kann man entspitzen oder leicht zurückschneiden, damit sie sich verzweigen und dicht werden. Ältere Holundersträucher sollten alle paar Jahre ausgelichtet werden: Entferne 1–2 der ältesten, dicken Äste unten am Boden im zeitigen Frühjahr. Das verjüngt den Strauch und lässt mehr Licht und Luft hinein, was reichere Blüte fördert. Holunder verträgt bei Bedarf auch stärkeren Schnitt – man kann den ganzen Strauch tatsächlich fast bis auf Bodenniveau heruntersägen, wenn er vergreist ist; er treibt neue Triebe aus der Basis (mache dies im Spätwinter/Frühwinter für beste Ergebnisse).

Die beste Zeit zum Schneiden ist Spätwinter oder früher Frühling, bevor der Austrieb beginnt. Alternativ kann man während der JAS-Periode (Juli, August, September) nach der Blüte schneiden. Vermeide das Schneiden direkt im Frühjahr, wenn der Saft am stärksten steigt. Verwende eine scharfe Gartenschere oder Säge und mache saubere Schnitte. Entferne tote, kranke oder sich kreuzende Äste, die nach innen wachsen. Wenn du den Holunder eher als Baum haben möchtest, kannst du ihn aufasten: Wähle einige Hauptstämme aus und entferne die unteren Äste, sodass eine kleine Baumform entsteht. Denke daran, dass ein ungeschnittener Holunder im Laufe der Jahre unten kahl werden kann, daher sorgt ein jährlicher leichter Schnitt für einen schöneren, dichteren Strauch.

Häufige Probleme und Schädlinge am Holunder – und wie du sie vermeidest

Holunder ist eine robuste Pflanze, die selten von schweren Krankheiten befallen wird. Aber wie bei anderen Gartenpflanzen gibt es einige häufige Probleme, auf die man achten sollte:

Blattläuse: Schwarze Blattläuse kommen manchmal am Holunder vor, besonders wenn die Pflanze zu trocken steht oder gestresst ist. Man bemerkt sie oft an neuen Trieben und Knospen. Beuge vor, indem du den Strauch angemessen feucht und gesund hältst. Wenn Blattläuse auftauchen, spüle die Zweige mit einem kräftigen Wasserstrahl ab oder sprühe mit Seifenlösung. Nützlinge wie Marienkäfer fressen die Blattläuse auch gerne für dich. Bei starkem Befall kann man im schlimmsten Fall ein biologisches Pflanzenschutzmittel verwenden, aber chemische Mittel werden selten benötigt.

Pilzkrankheiten: Holunder kann an feuchten Standorten Blattfleckenkrankheit oder Schimmel (z.B. Mehltau) auf den Blättern bekommen. Befallene Blätter erhalten verfärbte Flecken oder einen weißlichen Belag und können vorzeitig welken. Lösung: Entferne befallene Blätter sofort und entsorge sie (lasse sie nicht unter dem Strauch liegen). Achte außerdem darauf, dass der Strauch luftig steht – das Auslichten der Äste hilft gegen Pilzkrankheiten durch bessere Luftzirkulation. Generell ist Holunder jedoch recht widerstandsfähig gegen Krankheiten.

Käfer und Larven: Manchmal wird ein Schädling namens Holunderbohrer erwähnt – ein Käfer, dessen Larven sich in Holz und Äste bohren können. Befall davon ist in gewöhnlichen Gärten selten, aber wenn du Löcher in den Ästen und welkende Triebe ohne andere Erklärung siehst, kann das die Ursache sein. Schneide dann befallene Äste ab und verbrenne oder entsorge sie, so wird der Lebenszyklus des Insekts unterbrochen.

Vögel und Tiere: Die Gartenvögel lieben Holunderbeeren! Es ist schön, das Vogelleben zu unterstützen, aber wenn du selbst etwas von der Beerenernte haben möchtest, musst du den Strauch eventuell mit Netz abdecken, wenn die Beeren zu reifen beginnen, oder schnell die Dolden pflücken, bevor die Vögel sie verputzen. Rehe können manchmal an jungen Holundertrieben knabbern, daher kann es sich lohnen, neu gepflanzte Sträucher mit Netz oder Duftabwehrmitteln zu schützen, wenn du viele Rehe in der Umgebung hast.

Verwechslung mit Traubenholunder: Ein letztes „Problem“, das zu erwähnen ist, ist das Risiko, echten Holunder mit Traubenholunder (Sambucus racemosa) zu verwechseln, einem nahen Verwandten. Traubenholunder ist ein anderer Strauch mit roten Beeren und blüht früher im Frühjahr mit gelblichen, aufrecht stehenden Blütendolden. Er ist giftig und die Beeren können nicht als Holunderbeeren verwendet werden. Verwechsle diese beiden nicht! Echten Holunder erkennst du daran, dass die Blüten stark nach Holunder duften und in flachen Dolden sitzen, sowie daran, dass die Beeren bei Reife schwarz werden. Wenn du eine Holunderpflanze im Handel kaufst, ist es fast immer Sambucus nigra (echter Holunder), die du bekommst, aber es kann gut sein, den Unterschied zu kennen, wenn du eine Pflanze aus der Natur nimmst.

Autorin: Emma Vogiatzi - ausgebildete Gärtnerin
Fakten geprüft von: Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2026-01-15