Quitte kann im Garten zwei verschiedene Pflanzen meinen. Die echte Quitte (Cydonia oblonga) ist ein kleiner Baum mit großen, gelben und birnenförmigen Früchten und in wärmeren Lagen im Süden eine seit Langem etablierte Gartenfrucht. Die Zierquitte (Chaenomeles) ist ein niedriger und dorniger Strauch mit kleinen, harten Früchten. Blüht deine Quitte bereits im April orangerot am kahlen Holz, ist es eine Zierquitte.
So unterscheidest du echte Quitte und Zierquitte
Das schnellste Kennzeichen sind die Dornen. Fahre mit der Hand einen Zweig entlang: fühlt es sich dornig an, ist es eine Zierquitte. Das zweitschnellste ist die Blütezeit. Die Zierquitte blüht im April und Mai am kahlen Holz, die echte Quitte erst, wenn der Baum Blätter bekommen hat.
| Echte Quitte (Cydonia oblonga) | Zierquitte (Chaenomeles) | |
|---|---|---|
| Wuchsform und Höhe | Kleiner Baum, 3-4,5 m hoch und etwa ebenso breit, in warmen Klimaten bis 6 m | Strauch, meist 1-3 m. Niedrige Hybridsorten bleiben bei 80-100 cm |
| Dornen | Keine | Dornige Zweige, dicht und verwachsen bis hinunter zum Boden |
| Blüte | Spät im Frühjahr, nach dem Laubaustrieb. Weiße oder zartrosa Blüten | April bis Mai, vor dem Laub. Meist klar orangerot, auch weiß und rosa |
| Blütengröße | Einzelne große Blüten an den Triebspitzen | 3-4,5 cm Durchmesser, sitzen in Büscheln entlang der Zweige |
| Frucht | Birnenförmig, gelb, oft mit filziger Schale. Einzelne Früchte wiegen bis zu 1 kg | Apfelförmig, 4-7 cm Durchmesser, grün als unreife Frucht und klar gelb bei der Reife |
| Bestäubung | Selbstfruchtbar, ein Baum reicht | Zwei Sträucher verschiedener Sorten geben einen sichereren Fruchtansatz |
| Winterhärte | Braucht einen warmen, geschützten Standort und einen langen, warmen Sommer | Winterhart, verträgt kalte und offene Lagen |
| Verwendung | Marmelade, Gelee und Duftfrucht im Zimmer | Gelee, Saft, dorniger Heckenstrauch und frühe Nektarquelle |
Warum die Frucht roh nicht essbar ist
Beide Früchte sind beim Pflücken hart, herb und sauer. Die Zierquitte schmeckt ungefähr wie ein unreifer Apfel, mit einer Säure, die der Zitrone nahekommt. Die echte Quitte hat eine mildere Säure, ist aber so hart, dass sie sich kaum schneiden lässt.
Gekocht werden sie etwas anderes. Beide enthalten viel Pektin, und die Zierquitte hat mehr Pektin als Apfel und echte Quitte. Das Gelee geliert deshalb ohne Gelierzucker und ohne Pektinpulver. Schneide die Frucht in Stücke von etwa zwei Zentimetern, lass das Kerngehäuse mitkochen, weil es Pektin beisteuert, koche, bis die Stücke zerfallen, und siebe den Saft durch ein Tuch.
Kochst du echte Quitten lange zusammen mit Zucker, schlägt das Fruchtfleisch von blassgelb nach rot um. Die Farbe stammt von Anthocyanen, die sich bei langer Erhitzung bilden und bei schnellem Kochen ausbleiben.
Winterhärte und Standort
Die Zierquitte ist die härtere der beiden. Die Hybridsorte Chaenomeles x superba 'Crimson and Gold' wird 80-100 cm hoch und ebenso breit und blüht im April und Mai orangerot mit gelben Staubgefäßen. Sie blüht und setzt Früchte an Standorten an, die für viele Obstbäume zu kalt sind.
Die echte Quitte ist empfindlicher. Der Baum braucht einen warmen, sonnigen und windgeschützten Standort, und in raueren Lagen entscheidet eine Süd- oder Südwestwand darüber, ob die Ernte ausreift. Es ist dieselbe Überlegung wie beim Pfirsiche anbauen: die Mauerwärme wiegt schwerer als die Bodenqualität. Die Blüte kommt spät, erst nach dem Laubaustrieb, deshalb ist Spätfrost selten das Problem. Die Sommerwärme ist es.
Zierquitte pflanzen
Licht: volle Sonne mit mindestens sechs Stunden direktem Sonnenlicht gibt die meisten Blüten. Der Strauch überlebt im Halbschatten, blüht dort aber spärlich.
Boden: verträgt Lehm, Schluff, Sand und flachgründigen, steinigen Boden mit saurem bis neutralem pH-Wert. Die Drainage bedeutet mehr als die Nährstoffe.
Abstand: 100 cm zwischen den Pflanzen bei den niedrigen Hybridsorten. Großwüchsige Formen von Chaenomeles speciosa können 2-3,5 m hoch und fast ebenso breit werden und brauchen mehr Platz.
Schutz für die Hände: die Zweige sind bis in die Mitte hinein dornig, ein Paar Gartenhandschuhe macht Pflanzung und Ernte einfacher.
Echte Quitte pflanzen
Die Quitte ist selbstfruchtbar, ein einzelner Baum gibt also eine Ernte. Der Fruchtansatz wird jedoch besser, wenn ein zweiter Baum in der Nähe steht, mit dem sie sich kreuzen kann.
Der Baum will tiefgründigen, nährstoffreichen und feuchtigkeitshaltenden Boden und steht ungern in trockenen, kalkreichen Lagen. Das Wurzelsystem liegt flach, was den Baum trockenheitsempfindlich und empfindlich gegen Spatenstiche nahe am Stamm macht. Lege stattdessen eine 5-8 cm dicke Schicht Kompost oder Rasenschnitt um den Baum.
Für einen kleinen Garten gibt es schwachwüchsige Unterlagen. Quince C und Quince Eline halten die Größe niedrig, während Quince A einen mittelgroßen Baum gibt. Sorten, nach denen du in der Baumschule fragen kannst, sind 'Vranja', die früh reift, 'Meech's Prolific', die eine reiche Ernte gibt, und 'Serbian Gold', die kompakt und widerstandsfähig gegen Blattbräune ist. Willst du einen Obstbaum, der in kälteren und offeneren Lagen sicherer ist, ist die Kriechenpflaume die einfachere Wahl.
Schnitt, der die Blüte nicht wegnimmt
Der häufigste Grund dafür, dass eine Zierquitte aufhört zu blühen, ist ein Schnitt zum falschen Zeitpunkt. Die Blütenknospen werden im Spätsommer und Herbst angelegt, an den diesjährigen Trieben und an älteren Kurztrieben. Schneidest du im Frühjahr, nimmst du genau die Knospen weg, die geblüht hätten. Schneide stattdessen direkt nach der Blüte im Mai oder Juni, dann schafft der Strauch neue Knospen für das nächste Frühjahr.
Die echte Quitte wird sparsam und im Winter geschnitten. Forme den Baum in den ersten drei bis vier Jahren zu einer offenen Krone, nimm danach nur totes, beschädigtes und sich kreuzendes Holz heraus und lichte dort aus, wo die Krone dicht wird. Die Quitte trägt Früchte an den Triebspitzen, kürze deshalb niemals die einjährigen Triebe ein. Tust du es, schneidest du die Frucht des nächsten Jahres weg. Auslichten statt Einkürzen ist dasselbe Prinzip wie beim Apfelbaum schneiden, mit dem Unterschied, dass die Quitte immer an der Spitze trägt. Saubere Schnitte heilen am schnellsten, nimm deshalb eine Gartenschere, die den Zweig durchtrennt, statt ihn zu quetschen.
Ernte und Nachreifen im Haus
Zierquitten werden geerntet, wenn die Früchte von Grün nach klarem Gelb umschlagen, im September und Oktober. Chaenomeles japonica ist die Art, die am frühesten reift, und kann in kühlem Klima schon Ende August so weit sein.
Echte Quitten pflückst du im Oktober oder November, wenn die Schale von Hellgelb nach Goldgelb gewechselt hat und die Frucht kräftig duftet. Pflücke vor dem ersten Frost. In kühleren Lagen reift die Frucht am Baum nicht fertig aus, der Rest geschieht im Haus.
Pflücke nur unbeschädigte Früchte: ein Stoß gibt einen braunen Fleck, der sich während der Lagerung ausbreitet.
Lege sie mit Abstand: nimm Steigen oder Kartons, in denen sich die Früchte nicht berühren, und wickle sie nicht in Papier.
Kühl und dunkel: lagere sie nicht zusammen mit Äpfeln und Birnen, weil der Quittenduft in anderes Obst übergeht.
Warte 6-8 Wochen: das Fruchtfleisch wird weicher, die Herbheit lässt nach und der Duft wird deutlicher.
Verwende sie innerhalb von zwei bis drei Monaten: so lange halten gut gelagerte Früchte.
Der Duft reicht aus, um einen Raum zu füllen. Ein paar Früchte in einer Schale auf dem Küchentisch halten wochenlang und sind für sich schon ein Grund, den Baum anzubauen.
Zierquitte als Hecke und frühe Nektarquelle
Die Zierquitte ist dicht und dornig bis hinunter zum Boden und funktioniert deshalb als Hecke und als körperliche Barriere. Im Abstand von 100 cm gepflanzt schließt sich die Reihe in wenigen Jahren. Sie braucht keinen Schnitt, um dicht zu werden, und eine frei wachsende Reihe blüht reicher als eine geschnittene.
Die Blüten öffnen im April und Mai, lange vor den Sommerblumen. Sie duften nicht, sind aber nektarreich und werden von Honigbienen und Hummeln besucht. Für eine gerade erwachte Hummelkönigin ist eine blühende Zierquitte eine der wenigen Mahlzeiten, die zu bekommen sind. Willst du den Gedanken im Beet weiterführen, findest du mehr Arten unter unseren Samen für Bestäuber.
Autorin: Emma Vogiatzi
Faktengeprüft von Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2026-09-03