Die Schwarzäugige Susanne als leuchtende Kletterpflanze für Topf und Beet
Die Schwarzäugige Susanne (Thunbergia alata) ist eine tropische Kletterpflanze, die deinen Garten oder Balkon in ein farbenfrohes Paradies verwandeln kann. Mit ihren leuchtenden Blüten, meist in kräftigem Orangegelb mit einem markanten dunklen „Auge“ in der Mitte, zieht die Schwarzäugige Susanne den ganzen Sommer über die Blicke auf sich. Die Pflanze stammt ursprünglich aus Ostafrika und wird schon lange als Zierpflanze kultiviert. Der Name bezieht sich natürlich auf die dunkle Blütenmitte, und auf Englisch heißt sie passenderweise „Black-eyed Susan vine“. Dank ihres dichten Grüns und ihrer reichen Blüte ist die Schwarzäugige Susanne eine beliebte Sommerblume geworden, die für ihre Vielseitigkeit im Garten geschätzt wird.
Botanisch gesehen ist die Schwarzäugige Susanne eigentlich eine mehrjährige Pflanze, hierzulande wird sie aber meist als einjährige Sommerblume gezogen. Die windenden Triebe können in einer Saison über zwei Meter lang werden und begrünen ihre Kletterhilfe schnell und dicht. Die Blüten haben eine hübsche Trichterform und sind heute neben dem klassischen Orange mit schwarzem Auge in vielen Farben erhältlich, von Sonnengelb und Cremeweiß bis zu Aprikose und Lachsrosa. Ganz gleich, welche Farbe du wählst: Die Blüten bringen Licht in ihre Umgebung und sorgen für eine fröhliche, fast exotische Stimmung. In diesem Artikel erfährst du mehr über Herkunft und Verwendung der Schwarzäugigen Susanne, wie du sie an verschiedenen Standorten erfolgreich anbaust, wie du sie pflegst, damit sie gedeiht, und welche Sorten es gibt.
Warum die Schwarzäugige Susanne den Garten bereichert
Die Schwarzäugige Susanne ist eine Pflanze, die das Gartenerlebnis spürbar bereichert. Mit ihren lebhaften Farben und ihrem dichten Wuchs gibt sie Garten und Balkon einen fröhlichen, einladenden Ausdruck. Weil sie klettert und sich ausbreitet, kann die Schwarzäugige Susanne helfen, grüne „Räume“ im Garten zu schaffen, etwa indem sie ein Spalier, eine Pergola oder einen Zaun mit ihrem dichten Laub überzieht. So kannst du sie als grünen Hintergrund nutzen und zugleich einzelne Bereiche der Terrasse auf natürliche Weise voneinander abgrenzen. Wenn die Triebe eine Fläche rasch bedecken, entsteht fast das Gefühl einer kleinen, verborgenen Laube oder einer geschützten Ecke, und das macht den Garten noch gemütlicher.
Die Schwarzäugige Susanne klettert aber nicht nur nach oben. Du kannst sie auch kreativ in der Blumenampel oder im Balkonkasten einsetzen, wo die Triebe dann wie ein blühender Wasserfall herabhängen. Stell dir eine große Sommerampel weit oben vor, aus der lange Triebe voller Blüten nach außen und unten fließen, ein echter Blickfang, der an die Hängenden Gärten von Babylon denken lässt. Auch in einem größeren Kübel kann die Schwarzäugige Susanne zum Kunstwerk werden: Lass sie an einem dekorativen Spalier oder Obelisken im Topf emporranken, dann bilden die Blüten die Krone des Ganzen. Dank dieser Vielseitigkeit schmückt sie den kleinen Balkon ebenso wie den großen Hausgarten. Die üppige Blüte den ganzen Sommer hindurch macht Gärtnern wie Betrachtern Freude, und es ist schwer, nicht zu lächeln, wenn die fröhlichen „Gesichter“ der Blüten im Wind nicken.
Auch den kulturellen Wert der Schwarzäugigen Susanne solltest du nicht unterschätzen. Seit vielen Jahren ist sie ein immer wiederkehrender Liebling in Sommerpflanzungen, vor allem weil sie trotz ihrer exotischen Herkunft so zuverlässig und leicht zu ziehen ist. Viele erinnern sich an die Schwarzäugige Susanne auf Omas Veranda oder im Garten ihrer Kindheit, wo sie sich zwischen anderen Sommerblumen emporrankte. Bis heute ist sie eine geschätzte Pflanze für alle, die Farbe und Höhe in ihre Pflanzungen bringen möchten. Dass auch die Gartenbranche sie als besonders wertvolle Sommerblume hervorhebt, bestätigt nur, was Gärtnerinnen und Gärtner längst wissen: Die Schwarzäugige Susanne verschönert den Garten mit Anmut und Charme.
Was die Schwarzäugige Susanne zum Wachsen braucht
Trotz ihrer tropischen Herkunft ist die Schwarzäugige Susanne auch in unseren Sommern erfreulich leicht zu ziehen, wenn du ihre Grundbedürfnisse kennst. Hier erfährst du, was sie an Boden, Licht, Wasser und Klima braucht:
Boden: Die Schwarzäugige Susanne wächst am besten in nährstoffreicher, gut durchlässiger Erde. Verwende eine humusreiche Pflanzerde von guter Qualität, gern mit etwas Kompost für zusätzliche Nährstoffe gemischt. Die Erde sollte Feuchtigkeit halten, ohne nass zu bleiben. Eine gute Drainage ist wichtig, damit die Wurzeln nicht zu nass stehen. Im Beet kannst du den Pflanzplatz vorbereiten, indem du die vorhandene Erde mit frischer Pflanzerde mischst. Im Topf sollte das Gefäß mit nährstoffreicher Blumenerde gefüllt sein. Ein Tipp für die Aussaat: Gib unten eine Schicht normale Blumenerde und oben Aussaaterde in den Topf, dann bekommt die junge Pflanze einen guten Start und kann ihre Wurzeln später in die nährstoffreiche Erde darunter strecken. Beim pH-Wert ist die Schwarzäugige Susanne nicht wählerisch. Normale, neutrale Gartenerde ist bestens geeignet, solange sie humusreich und kein allzu schwerer Lehmboden ist.
Licht: Gib der Schwarzäugigen Susanne einen hellen, sonnigen Platz, damit sie am schönsten blüht. Am liebsten hat sie den größten Teil des Tages Sonne. Ein Süd- oder Westplatz ist ideal, aber auch ein Ostplatz mit Morgensonne funktioniert. Im Halbschatten überlebt und wächst die Pflanze zwar, blüht dann aber oft etwas spärlicher. Meide jedoch extrem heiße Plätze ganz ohne Schatten. In einem verglasten Wintergarten oder im Gewächshaus kann die stärkste Hochsommerhitze die Pflanze stressen, dort helfen leichte Schattierung oder gute Belüftung. Allgemein gilt: Je mehr Sonne und Wärme die Schwarzäugige Susanne bekommt, desto reicher und früher setzt die Blüte meist ein.
Wasser: Gleichmäßiges Gießen ist das Geheimnis einer zufriedenen Schwarzäugigen Susanne. Halte die Erde ständig leicht feucht, besonders an warmen Sommertagen, wenn die Pflanze viel Wasser braucht. Die Schwarzäugige Susanne mag weder völlig austrocknen noch im Wasser stehen. Prüf also die Erde mit dem Finger und gieß, sobald sich die obersten Zentimeter trocken anfühlen. In Töpfen und Ampeln trocknet die Erde schneller aus als im Beet, an warmen Tagen musst du deshalb eventuell täglich gießen. Ein größerer Topf oder ein Gefäß mit Wasserspeicher verringert das Risiko, dass die Erde austrocknet. Steht die Schwarzäugige Susanne sehr sonnig, achte besonders aufs Gießen, denn über die großen Blätter verdunstet viel Wasser. Hängende Blätter sind ein Zeichen für Durst. Gießt du dann, erholt sich die Pflanze meist schnell wieder. Gleichzeitig solltest du zu viel Wasser vermeiden, besonders im Topf, damit die Wurzeln Luft bekommen. Deshalb sind Abzugslöcher wichtig und eventuell eine Schicht Blähton am Topfboden.
Klima: Die Schwarzäugige Susanne liebt Wärme, verträgt aber absolut keinen Frost. Sobald die Temperatur gegen null Grad sinkt, nimmt die Pflanze Schaden oder stirbt ab. Warte mit dem Auspflanzen also, bis keine Nachtfröste mehr drohen, in den meisten Gegenden ist das nach den Eisheiligen Mitte Mai der Fall. Für eine frühere Blüte kannst du die Schwarzäugige Susanne im Frühjahr etwa 6-8 Wochen vor dem Auspflanzen im Haus aus Samen vorziehen. Säe im März oder April in kleine Töpfe. Die Samen keimen am besten, wenn du sie vor der Aussaat einen halben Tag einweichst und sie bis zur Keimung warm stellst, bei etwa 20-22 °C. Wenn die Pflänzchen aufgelaufen sind und draußen kein Frost mehr droht, gewöhnst du sie nach und nach an das Klima im Freien, bevor du sie an ihren endgültigen Platz setzt. In warmen, sonnigen Sommern fühlt sich die Schwarzäugige Susanne wohl, kühlere Phasen übersteht sie aber ebenfalls, nur wächst sie bei höheren Temperaturen schneller. An geschützten, sonnigen Plätzen, etwa an einer Hauswand in Südlage, entwickelt sie sich am besten. Denk auch daran, dass starker Wind die Triebe zerreißen und austrocknen kann. Ein einigermaßen windgeschützter Platz ist deshalb besser, oder du bindest die Pflanze gut an, damit der Wind nicht an ihr zerrt. Wie gesagt wird die Schwarzäugige Susanne meist einjährig gezogen, aber wenn du Lust hast, kannst du versuchen, sie zu überwintern: Hol die Pflanze vor dem ersten Frost herein, schneide sie etwas zurück und stell sie hell und kühl, am besten bei 10-15 °C. Gieß im Winter nur sehr sparsam. Nicht jedem gelingt das Überwintern, für erfahrene Gärtnerinnen und Gärtner kann sich ein Versuch aber lohnen. Ansonsten ziehst du einfach jedes Frühjahr neue, gesunde Pflanzen aus Samen.
Anbau im Garten, im Topf, in der Ampel und im Gewächshaus
Die Schwarzäugige Susanne ist flexibel und lässt sich an ganz unterschiedlichen Orten ziehen: im Gartenbeet, in großen Töpfen auf Terrasse oder Balkon, in Ampeln oder im Gewächshaus. Hier findest du praktische Tipps für die verschiedenen Möglichkeiten:
Im Gartenbeet: Wähle im Beet einen sonnigen Platz mit lockerer, nährstoffreicher Erde. Verbessere den Boden vor dem Pflanzen bei Bedarf, damit er humusreich und durchlässig wird. Setz vorgezogene Pflanzen nach dem letzten Frost aus, oder pflanze gekaufte Jungpflanzen, jeweils mit etwa 30-50 cm Abstand (die Triebe füllen die Zwischenräume schnell). Gib den Pflanzen schon beim Einsetzen etwas zum Klettern, zum Beispiel ein Spalier an der Hauswand, ein dekoratives Baustahlgitter, Bambusstäbe oder gespannte Schnüre. Die Triebe winden sich von selbst um dünne Stützen. Am Anfang kannst du vorsichtig nachhelfen, indem du die längsten Triebe um die Stütze wickelst, bis sie „den Dreh raushaben“. Hat die Pflanze erst einmal Halt gefunden, klettert sie eifrig aus eigener Kraft. Gieß die frisch gepflanzte Schwarzäugige Susanne gründlich und danach regelmäßig, damit die Erde feucht bleibt. Im Beet kannst du den Boden rund um den Pflanzenfuß mit Rasenschnitt oder Rindenmulch abdecken, das hält die Feuchtigkeit im Boden und liefert zusätzliche Nährstoffe. Die Schwarzäugige Susanne lässt sich gut neben andere Sommerblumen pflanzen. Die Pflanze kann zum Beispiel zwischen Sträuchern oder höheren Stauden emporklettern und für einen überraschenden Farbtupfer sorgen. Denk nur daran, dass sie schnell wächst, und halte sie im Zaum, damit sie empfindliche Nachbarn nicht überwuchert.
Im Topf auf Balkon oder Terrasse: Die Schwarzäugige Susanne lässt sich sehr gut in einem großen Topf ziehen, wenn du wenig Gartenfläche hast oder eine Terrasse, einen Balkon oder den Hauseingang schmücken möchtest. Wähle einen großen Topf mit mindestens 10-20 Litern, damit die Wurzeln genug Platz haben und die Erde nicht zu schnell austrocknet. Achte auf Abzugslöcher und gib eventuell eine Schicht Blähton auf den Boden. Füll den Topf mit nährstoffreicher Pflanzerde. Setz je nach Topfgröße eine oder zwei Pflanzen pro Topf, denn sie werden groß. Steck direkt beim Pflanzen ein kleines Spalier, ein paar hohe Stäbe oder eine andere Stütze in den Topf, wenn die Pflanze nach oben klettern soll. Du kannst den Topf auch neben ein Geländer oder eine Wand mit Kletterhilfe stellen, dann findet die Pflanze schnell ihren Weg dorthin. Auf dem Balkon kannst du die Triebe sogar am Geländer entlangleiten und so eine grüne Wand schaffen. Alternativ lässt du sie über den Topfrand hängen, dann ranken sie nach unten und bilden eine schöne Kaskade. Stell den Topf so hell und sonnig wie möglich. Gieß regelmäßig. Im Topf braucht die Schwarzäugige Susanne bei warmem Wetter eventuell täglich Wasser, weil die Erde auf einem sonnigen Balkon schnell austrocknet. Dünge regelmäßig (mehr dazu weiter unten), denn die Erde im Topf ist schnell ausgelaugt. Hast du einen verglasten Wintergarten oder eine Veranda, kannst du den Topf dort schon früh im Frühjahr aufstellen und so einen Vorsprung gewinnen. Denk aber daran, die Pflanze abzuhärten, bevor sie Tag und Nacht draußen bleibt. Die Schwarzäugige Susanne kann vorübergehend auch drinnen an einem sehr hellen Südfenster wachsen, im Sommer fühlt sie sich draußen an der frischen Luft aber meist wohler.
In der Ampel: Die Schwarzäugige Susanne in eine Blumenampel zu pflanzen, ist eine großartige Möglichkeit, ihre natürliche Neigung zum Ranken und Hängen zu nutzen. Wähle einen großen Ampelkorb oder Hängetopf, am besten mit einer wasserspeichernden Einlage wie Moos oder Kokosfaser, die hilft, die Feuchtigkeit in der Erde zu halten. Setz 2-3 Pflanzen in eine Ampel, dann wird sie richtig voll. Häng die Ampel an einen sonnigen Platz, zum Beispiel unter den Dachvorsprung, in einen Gartenpavillon oder an eine Pergola oder die Balkonbrüstung. Die Schwarzäugige Susanne wächst schnell über den Rand und lässt ihre Triebe dekorativ herabhängen. Du kannst auch ein paar kurze Stäbchen in die Ampel stecken und einen Teil der Triebe zuerst nach oben leiten, damit die Pflanze kugeliger und voller wird, bevor sie herabhängt. Gieß oft, denn in einem hängenden Korb trocknet die Erde durch Wind und Sonne noch schneller aus als in einem normalen Topf. An warmen Tagen kann es nötig sein, morgens und abends zu gießen. Gib regelmäßig Flüssigdünger ins Gießwasser, am einfachsten jede Woche eine kleine Dosis, weil die begrenzte Erdmenge bei so üppigem Wachstum schnell ausgelaugt ist. Eine Ampel mit Schwarzäugiger Susanne sorgt für auffällige Farbe in der Höhe und ist ein schöner Willkommensgruß, etwa am Hauseingang oder auf dem Balkon.
Im Gewächshaus oder Wintergarten: Hast du ein Gewächshaus, eine Orangerie oder einen Wintergarten, kannst du die Schwarzäugige Susanne natürlich auch dort ziehen. In einem Sommergewächshaus begrünt sie Wände oder Dachsparren im Nu, denn in der warmen, geschützten Umgebung wächst die Pflanze oft noch schneller und blüht reich. Lüfte an warmen Tagen aber gut, weil es unter Glas sehr heiß werden kann und die Pflanze dann gestresst wird. Die Schwarzäugige Susanne mag Wärme, kann ohne Luftzirkulation bei zu großer Hitze aber schlappmachen. Ein Tipp: Nutz die Schwarzäugige Susanne im Gewächshaus als natürlichen Schattenspender. Lass sie im Sommer zum Dach hinaufklettern, dann gibt ihr Laub empfindlicheren Pflanzen darunter leichten Schatten. In einem frostfreien Wintergarten oder verglasten Anbau kannst du versuchen, die Schwarzäugige Susanne zu überwintern und sie als dauerhafte Kletterpflanze zu halten. Schneide sie dann im Herbst etwas zurück, halte sie im Winter kühler, bei etwa 10-15 °C, und gieß sparsam, so legt sie eine gewisse Ruhepause ein. Denk daran, dass die Pflanze auch drinnen und im Gewächshaus zeitweise direkte Sonne braucht, um genug Kraft für die Blüte zu haben. Stell sie also nicht in eine zu schattige Ecke. Im folgenden Frühjahr erhöhst du Wassergaben und Wärme nach und nach, dann kommt sie wieder in Schwung. Viele Gärtnerinnen und Gärtner ziehen trotzdem lieber jedes Jahr neue, gesunde Pflanzen aus Samen, weil diese meist am besten blühen.
Es gibt also kaum Grenzen dafür, wie du die Schwarzäugige Susanne ziehen kannst, ob im Freiland, in Töpfen, in Ampeln oder unter Glas, solange du ihr die oben genannten Bedingungen bietest. Wähle die Variante, die zu deinem Platz und deiner Kreativität passt.
Pflegetipps
Hat sich die Schwarzäugige Susanne an ihrem Platz eingelebt, ist sie relativ pflegeleicht. Ein paar Dinge solltest du aber beachten, damit sie sich wohlfühlt und weiter reich blüht:
Gießen: Wie schon erwähnt, mag die Schwarzäugige Susanne eine gleichmäßige Wasserversorgung. Prüf die Erde oft und gieß, sobald sie anfängt abzutrocknen. Besonders Pflanzen in Töpfen und Ampeln brauchen eventuell täglich Aufmerksamkeit. Ertränke die Wurzeln aber nicht: Schütte überschüssiges Wasser, das sich im Untersetzer oder Übertopf sammelt, weg, damit die Wurzeln nicht unter Sauerstoffmangel leiden. Ein Trick für die Urlaubszeit sind selbstwässernde Gefäße oder ein Bewässerungssystem, damit deine Schwarzäugige Susanne nicht austrocknet, wenn du ein paar Tage verreist bist. Die Pflanze zeigt Durst schnell durch hängende Blätter, erholt sich nach dem Gießen aber auch schnell wieder.
Düngen: Die Schwarzäugige Susanne ist eine nährstoffhungrige Kletterpflanze, die den ganzen Sommer blüht, deshalb macht regelmäßiges Düngen einen großen Unterschied. Am besten gibst du in regelmäßigen Abständen Flüssigdünger ins Gießwasser, zum Beispiel jede oder jede zweite Woche eine schwache Dosis Blühpflanzendünger, vom Frühjahr bis zum Spätsommer. So bekommt die Pflanze laufend Nährstoffe, was Wachstum und Knospenbildung fördert. Du kannst beim Pflanzen auch etwas Langzeitdünger als Grundlage in die Erde mischen, zum Beispiel pelletierten Rinderdung oder Düngerkügelchen wie Osmocote, und in der Hauptsaison mit Flüssigdünger ergänzen. Werden die Blätter trotz Gießen gelb, kann das auf Nährstoffmangel hindeuten. Gib dann eine zusätzliche Portion Dünger. Sei aber vorsichtig mit zu starkem Dünger und halte dich an die Anweisungen, denn zu viel Dünger auf einmal kann die Wurzeln schädigen. Eine gut gedüngte Schwarzäugige Susanne bildet ohne Pause Unmengen an Blüten.
Stützen und Leiten: Weil die Schwarzäugige Susanne als windende Schlingpflanze wächst, braucht sie Hilfe, um aufrecht und an der richtigen Stelle zu bleiben. Gib ihr von Anfang an etwas zum Klettern, ein Spalier, ein Netz, Stäbe oder Schnüre. Während sie wächst, musst du die Triebe eventuell ein wenig umlenken, denn manchmal winden sie sich in benachbarte Pflanzen oder wachsen in die falsche Richtung. Löse dann vorsichtig einen Trieb und wickle ihn wieder um die richtige Stütze. Die Schwarzäugige Susanne hat keine Haftscheiben oder Haftwurzeln wie Efeu, sondern windet sich mit dem ganzen Stängel um ihre Stütze. Das heißt, sie beschädigt den Untergrund nicht und du kannst sie im Herbst leicht entfernen. Es heißt aber auch, dass sie anfangs etwas Dünnes zum Festhalten braucht. Dünne Bambusstäbe, Schnüre oder an einer Wand gespannte Drähte sind für die ersten Windungen ideal. Hat der Trieb erst einmal Halt gefunden, windet er sich von selbst nach oben. In der Ampel brauchst du natürlich keine Stütze nach oben, häng die Ampel aber so auf, dass die Triebe ungehindert nach unten wachsen können. Die Schwarzäugige Susanne rankt schnell, schau also regelmäßig nach ihr und binde fehlgeleitete Triebe an oder lenke sie um. Dieser Pflegeschritt macht übrigens richtig Spaß, denn so verbringst du Zeit mit deiner Pflanze und bestimmst mit, wie sie ihren Platz einnimmt.
Rückschnitt und Entspitzen: Innerhalb einer Sommersaison musst du die Schwarzäugige Susanne meist kaum schneiden, abgesehen vom Entfernen verwelkter Teile. Es kann sich aber lohnen, junge Pflanzen zu entspitzen, wenn sie etwa 15-20 cm hoch sind. Wenn du die Spitze des Haupttriebs abknipst, regst du die Verzweigung an. So entsteht eine buschigere Pflanze mit mehr blühenden Trieben, statt dass alles gleich in einen einzigen langen Trieb geht. Nach dem Entspitzen bilden sich Seitentriebe, die später ebenfalls klettern. Ist die Pflanze staksig, kannst du das früh in der Saison ein paar Mal leicht wiederholen. Hör aber mit dem Entspitzen auf, sobald sie richtig zu klettern beginnt, damit sich die Blüte nicht zu sehr verzögert, denn jedes Entspitzen kann die Knospenbildung vorübergehend etwas hinausschieben. Die Pflege während der Saison besteht vor allem darin, vergilbte Blätter und verblühte Blüten zu entfernen, falls sie nicht von selbst abfallen. Die Schwarzäugige Susanne ist meist selbstreinigend, die alten Blüten fallen ab und neue kommen nach, du kannst aber bei Bedarf nachhelfen. Wird ein Trieb viel zu lang oder sperrig, kannst du ihn etwas zurückschneiden. Die Pflanze verträgt einen leichten Schnitt und treibt unterhalb der Schnittstelle meist neu aus. Wird deine Schwarzäugige Susanne von Schädlingen wie Blattläusen oder Spinnmilben befallen, was vor allem bei längerem Stand im Haus oder Gewächshaus passieren kann, behandle sie so bald wie möglich: Brause das Laub ab und setze bei Bedarf umweltfreundliche Mittel ein. Im Freien werden Schadinsekten für die Schwarzäugige Susanne selten zum großen Problem, denn sie ist recht robust. Kontrollier trotzdem die Blattunterseiten, wo ungebetene Gäste auftauchen können.
Überwinterung: Wenn du deine Schwarzäugige Susanne überwintern möchtest, holst du sie wie erwähnt vor dem ersten Frost herein. Schneide die Triebe auf etwa die Hälfte oder ein Drittel ihrer Länge zurück, das macht die Pflanze handlicher und verringert die Verdunstung, wenn das Licht schwächer wird. Stell sie hell und kühl. Im Winter gießt du nur sehr sparsam, gerade so viel, dass der Wurzelballen nicht ganz austrocknet. Einige Blätter werden gelb und fallen ab, das ist normal. Im Februar oder März kannst du die Pflanze noch weiter zurückschneiden, wenn sie lang und dünn geworden ist, etwas mehr gießen und sie eventuell in frische Erde umtopfen. Dann bildet sie neue, gesunde Triebe. Bedenke, dass eine überwinterte Pflanze anfangs etwas langsamer in Gang kommt als eine frisch aus Samen gezogene, für erfahrene Gärtnerinnen und Gärtner kann es aber ein spannendes Experiment sein. Ansonsten ist es, wie gesagt, völlig in Ordnung, die Pflanze im Herbst zu kompostieren und dich schon auf neue Pflanzen im nächsten Jahr zu freuen.
Bei der Pflege geht es also darum, dieser eifrigen Kletterpflanze Wasser, Nährstoffe und Führung zu geben. Schaust du regelmäßig nach ihr und bringst ein wenig Geduld auf, um die Triebe ab und zu zu lenken, erledigt die Schwarzäugige Susanne den Rest selbst, indem sie wächst und üppig blüht.
Sorten in vielen Farben
Das Schöne an der Schwarzäugigen Susanne ist unter anderem, dass es so viele hübsche Sorten und Farbvarianten gibt. Die ursprüngliche Wildform hat orangegelbe Blüten mit schwarzer Mitte, aber Züchter haben eine breite Farbpalette für jeden Geschmack und jedes Pflanzthema entwickelt. Hier einige Beispiele und Tipps für die Sortenwahl:
Klassische Orange- und Gelbtöne: Wenn du das traditionelle Aussehen der Schwarzäugigen Susanne liebst, setzt du auf Sorten mit der typischen warmgelben oder orangen Farbe und schwarzem Auge. ‘Sunrise Orange’ und ‘African Sunset’ sind zum Beispiel Hybriden mit sonnengelben bis aprikosenorangen Blüten und kontrastreicher dunkler Mitte. Diese Sorten bringen das echte Sommergefühl eines Sonnenuntergangs in Blütenform. Auch einfache Saatmischungen der Schwarzäugigen Susanne enthalten oft gelbe und orange Töne, die dem Original treu bleiben.
Weiß und Creme: Für eine ruhigere Farbskala gibt es die Schwarzäugige Susanne auch in Weiß oder Creme. Die Sorte ‘Alba Oculata’ hat reinweiße Blütenblätter mit schwarzem Auge und ist ein sehr wirkungsvoller Kontrast, zum Beispiel zu blauer Clematis oder roten Pelargonien. Es gibt auch weiße Varianten ohne schwarzes Auge, die manchmal einfach als weiße Schwarzäugige Susanne ohne Auge angeboten werden und bei denen die Blütenmitte gelbgrün statt schwarz ist. Diese Varianten wirken zart, fast wie kleine Kerzen, die abends im Grün leuchten. Weiße und cremefarbene Sorten passen gut, wenn du eine sanftere Farbpalette möchtest oder sie mit anderen Blumen in Pastelltönen kombinieren willst.
Pfirsich, Rosa und Rottöne: In den letzten Jahren sind spannende Neuheiten in Rosa und Pfirsich hinzugekommen. Beliebt ist ‘Susie Sunset’ (manchmal als Susie-Serie verkauft) mit Blüten in Lachsrosa, Aprikose und zartem Gelb, viele davon mit dem typischen dunklen Auge. Es gibt auch eine Sorte, die als rosa Schwarzäugige Susanne oder ‘Rose Sensation’ vermarktet wird, mit schön rosa Blüten, die bei einer Schwarzäugigen Susanne wirklich überraschen. Auch kräftigere rotorange Töne wurden gezüchtet, zum Beispiel ‘Susie Red Orange’ mit leuchtend orangen bis rötlichen Blüten, oft mit schwarzem Auge. Mit diesen neuen Farben kannst du die Schwarzäugige Susanne mit anderen Blumen in harmonischen Tönen kombinieren. Stell dir etwa die rosa Variante vor, wie sie sich zusammen mit zarten rosa Levkojen oder weißer Hängelobelie durch eine romantische Ampel rankt.
Bunte Mischungen: Wenn du dich nicht für eine Farbe entscheiden kannst, gibt es Saatmischungen mit mehreren Farben in einer Tüte. Mischungen wie ‘Susie Mix’ oder ‘African Sunset Mix’ enthalten Samen, die in einem ganzen Spektrum von Tönen blühen. Mit solchen Mischungen erlebst du eine schöne Überraschung und bekommst ein natürlich buntes Ergebnis, ideal für einen unbeschwerten, farbenfrohen Stil. Beachte, dass bei gemischten Samen der Anteil der einzelnen Farben schwanken kann, sodass manchmal ein bestimmter Ton überwiegt. Oft ergibt sich aber ganz von selbst eine gelungene Komposition. Kaufst du fertige Pflanzen in der Gärtnerei, steht die Farbe meist deutlich auf dem Etikett, ebenso, ob es sich um eine Mischung handelt. Such dir deine Lieblingsfarben aus und kombiniere ruhig verschiedene Sorten. Die Sorten wachsen ähnlich, du kannst also zum Beispiel eine orange und eine weiße Schwarzäugige Susanne zusammen an einem Spalier ziehen und so einen schönen Kontrast schaffen.
Bei der Sortenwahl kannst du auch überlegen, ob du Blüten mit oder ohne „Auge“ möchtest. Das charakteristische schwarze Auge ist charmant und verleiht der Blüte Dramatik, Sorten ohne schwarze Mitte, bei denen der Blütenschlund hellgelb oder grünlich ist, wirken in ihrem einfarbigen Auftritt dagegen manchmal eleganter. Beide haben ihren Reiz, es ist vor allem Geschmackssache. Im Anbau unterscheiden sie sich nicht, die Farbe hat keinen Einfluss auf die Pflege, du kannst also ruhig mischen. Die Schwarzäugige Susanne wird oft im Frühjahr im Sommerblumensortiment angeboten, und du findest Jungpflanzen in Schalen mit verschiedenen Farben. Auch die Anzucht aus Samen macht Freude: Die Samen sind recht groß und leicht zu handhaben, und schon nach ein paar Wochen siehst du die ersten Blätter. Wenn du selbst Samen von deiner Schwarzäugigen Susanne sammeln möchtest, solltest du wissen, dass viele Hybriden keine sortenechten Samen bilden, denn sie können sich kreuzen oder im nächsten Jahr unerwartete Farben hervorbringen. Aber genau das kann natürlich auch spannend sein.
Ganz gleich, welche Sorte du wählst, deine Schwarzäugige Susanne wird dich mit reicher Blüte und kräftigem, kletterfreudigem Wuchs erfreuen. Du kannst also ganz nach Lust und Laune auswählen. Vielleicht möchtest du das klassische Sonnengelb für das volle Sommergefühl, oder du probierst zur Abwechslung eine neue, angesagte Farbe aus. Das Wichtigste ist, dass dich die Farben inspirieren, den Rest erledigt die Pflanze.
Autorin: Emma Vogiatzi
Faktengeprüft von Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2025-11-27