Aloe vera

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So ziehst du Aloe vera drinnen

Gibt es eine Pflanze, die Nutzen und Zierwert so gut vereint wie Aloe vera? Diese robuste Sukkulente ist nicht nur pflegeleicht – sie schmückt das Zuhause auch mit ihren dicken, grünen Blättern voller heilendem Gel. Aloe vera in Schweden zu kultivieren ist einfacher, als du denkst, egal ob du Anfängerin/Anfänger oder erfahren bist. Mit der richtigen Pflege kommt sie mit unserem nordischen Indoor-Klima hervorragend zurecht, und im Sommer kann sie sogar draußen die Sonne genießen. Hier führen wir dich Schritt für Schritt durch Pflanzung, Gießen, Lichtbedarf, Düngung, Umtopfen, Vermehrung und wie du häufige Probleme vermeidest – damit deine Aloe vera das ganze Jahr über gut gedeiht.

Wo fühlt sich Aloe vera am wohlsten?

Standort: Deine Aloe vera möchte so hell wie möglich stehen. Ein sonniges Fenster nach Süden oder Westen ist ideal. Obwohl die Pflanze direkte Sonne verträgt, kann die stärkste Mittagssonne durchs Fenster zu intensiv sein – besonders wenn die Pflanze es nicht gewohnt ist. Starte gern mit milder Morgen- oder Abendsonne und erhöhe die Sonnendosis schrittweise. Wenn die Blätter anfangen zu vergilben oder braune Flecken bekommen, kann das ein Zeichen von Sonnenbrand sein – dann ist es klug, die Pflanze an einen Platz mit gefiltertem Licht zu stellen. Vermeide auch sehr schattige Ecken; bei dauerhaftem Lichtmangel werden die Blätter dünn und spärlich, und die Aloe wächst vergeilt und instabil. Ist es im Winter bei dir dunkel, kann eine Pflanzenlampe helfen, zusätzliches Licht zu geben.

Temperatur & draußen: Aloe vera gedeiht bei normaler Zimmertemperatur (ca. 18–25°C). Kurzzeitig hält sie bis etwa 5°C aus, wenn die Erde trocken ist, fühlt sich aber am besten, wenn sie über 10–15°C bleibt. Im Sommer kannst du deine Aloe vera auf Balkon oder Terrasse stellen, um ihr mehr natürliches Licht zu geben. Warte, bis keine Frostgefahr mehr besteht (spätes Frühjahr), und gewöhne die Pflanze draußen langsam an stärkeres Sonnenlicht (ein paar Tage im Halbschatten beginnen). Wähle einen sonnigen, aber geschützten Platz, an dem sie nicht umkippen kann. Denk daran, sie vor anhaltendem Regen zu schützen – wenn die Erde längere Zeit durchnässt ist, können die Wurzeln faulen. Hole die Aloe im Herbst wieder herein, bevor die Nächte zu kühl werden (unter ca. 10°C).

So pflanzt du Aloe vera (Schritt für Schritt)

Hast du eine junge Aloe-vera-Pflanze gekauft oder vielleicht einen Ableger gezogen? So pflanzt du sie in einen Topf:

Den richtigen Topf wählen: Nimm einen Topf mit Abzugslöchern, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann. Gern einen etwas schwereren Tontopf – er ist atmungsaktiv und verringert das Risiko, dass eine kopflastige Aloe umkippt. Gib eine Schicht (etwa 2–3 cm) Blähton oder groben Kies unten hinein, für zusätzliche Drainage.

Erdmischung: Fülle den Topf mit gut durchlässiger Erde. Am besten eignet sich Kaktus- oder Sukkulentenerde, die sandig und locker ist. Alternativ kannst du normale Blumenerde mit grobem Sand oder Perlit mischen (etwa 1/3 Beimischung), um das nährstoffarme, trockene Wüstenmilieu nachzuahmen.

Aloe vera einpflanzen: Setze die Pflanze mittig in den Topf. Wenn die Wurzeln dicht verfilzt sind, lockere sie vorsichtig mit den Fingern. Fülle dann Erde rund um den Ballen auf, bis die Erde den Blattansatz erreicht (dort, wo die untersten Blätter beginnen). Drücke die Erde leicht an, damit die Pflanze stabil steht, aber vermeide es, Blätter einzugraben (sie können sonst faulen).

Nach dem Pflanzen – mit dem Gießen warten: Frisch gepflanzte Aloe vera braucht etwas Geduld. Gieße nicht sofort nach dem Pflanzen. Lass die Pflanze etwa 1–2 Wochen in trockener Erde stehen, damit eventuelle Wurzelschäden abheilen und neue Wurzeln wachsen können. In dieser Zeit bekommt die Aloe die Flüssigkeit aus ihren fleischigen Blättern.

Nach dieser Einwurzelungsphase kannst du vorsichtig nach den Tipps unten gießen. Stelle die Aloe hell und warm – dann wirst du bald neues Wachstum sehen!

Wie gießt man Aloe vera?

Grundregel: Lieber zu trocken als zu nass. Aloe vera ist an Wüstenklima angepasst und speichert Wasser in den Blättern. Das heißt: Trockenheit steckt sie besser weg als Staunässe.

Gießhäufigkeit: Fühle immer erst die Erde, bevor du gießt. Die Erde soll komplett durchgetrocknet sein, bevor du wieder gießt. Im Frühjahr und Sommer bedeutet das meist etwa alle 2–3 Wochen, je nachdem wie warm und sonnig sie steht. Im Winter geht die Aloe in eine Ruhephase mit langsamerem Wachstum; dann reicht es oft, nur einmal im Monat zu gießen – oder sogar noch seltener, wenn die Erde trocken bleibt.

So gießt du: Wenn es Zeit ist, gieße gründlich. Wässere so lange, bis unten etwas Wasser aus dem Abzugsloch läuft – so bekommen auch tiefere Wurzeln Wasser. Wichtig: Schütte überschüssiges Wasser, das sich im Übertopf oder Untersetzer sammelt, nach kurzer Zeit weg, damit die Wurzeln nicht im Wasser stehen. Lass die Erde danach vollständig austrocknen, bevor du wieder gießt.

Nasses Blattwerk vermeiden: Gieße auf die Erde, nicht direkt in die Blattrosette. Wasser, das zwischen den Blättern stehen bleibt, kann Fäulnis oder Flecken verursachen.

Warnzeichen: Schlappe, gelbliche oder bräunliche Blätter können darauf hindeuten, dass du zu oft gegossen hast. Werden die Blätter dagegen dünner und leicht runzlig, kann das ein Zeichen von Durst sein – dann ist eine vorsichtige Wassergabe dran.

Braucht Aloe vera Dünger?

Aloe vera ist kein großer „Fresser“. In der Natur wächst sie auf magerem, sandigem Boden. Daher kommt sie ohne Dünger aus oder mit minimaler Nährstoffgabe. Wenn du deiner Aloe in der Wachstumszeit einen kleinen Schub geben willst, kannst du es so machen:

Düngezeit: Nur in der aktiven Wachstumsperiode von Frühjahr bis Spätsommer düngen. Im Herbst und Winter braucht die Aloe keinen Dünger, da sie ruht.

Dosierung: Verwende eine schwache Dosis Flüssigdünger, am besten für Kakteen und Sukkulenten. Einmal im Monat reicht. Verdünne auf etwa halbe Stärke im Vergleich zur Flaschenangabe – Aloe vera reagiert empfindlich auf zu viel Dünger.

Nicht übertreiben: Häufigeres Düngen oder zu starke Konzentration kann mehr schaden als nutzen. Zu viele Nährstoffe können Wurzeln oder Blätter schädigen und zu unnatürlich schnellem, schwachem Wachstum führen. Bei Aloe gilt: „Weniger ist mehr“.

Wann und wie topft man Aloe vera um?

Ein Grund, warum Aloe vera so pflegeleicht ist: Sie muss nicht oft umgetopft werden. Sie mag es eher etwas „eng“ und kann lange im selben Topf bleiben. Mit der Zeit wird die Erde aber ausgelaugt oder die Pflanze wächst aus dem Topf. Hier ein paar Richtlinien:

Umtopf-Intervall: Etwa alle zwei bis drei Jahre umtopfen. Am besten im Frühjahr, wenn Licht und Wärme zurückkommen und die Pflanze wieder aktiv wächst.

Anzeichen: Wenn Wurzeln aus den Abzugslöchern wachsen oder die Pflanze oben so groß wird, dass sie kippen könnte, ist ein größerer Topf fällig. Auch wenn die Erde sehr verdichtet und ausgelaugt wirkt, lohnt sich frische Erde.

Topfgröße: Nimm nur einen Topf, der eine Nummer größer ist – keinen riesigen Sprung, sonst bleibt die Erde zu lange feucht. Auch der neue Topf braucht gute Drainage.

So topfst du um: Hebe die Pflanze vorsichtig aus dem alten Topf (Handschuhe helfen bei stacheligen Blatträndern). Bürste so viel alte Erde wie möglich von den Wurzeln ab, ohne sie zu verletzen. Topfe in frische, gut durchlässige Erde um (Drainageschicht, sandige Mischung etc.). Setze die Pflanze wieder auf dieselbe Höhe wie zuvor.

„Babys“ mitnehmen: Wenn deine Aloe Seitentriebe (kleine Kindel) am Fuß gebildet hat, kannst du sie beim Umtopfen gleich abnehmen. Jedes Kindel mit eigenen Wurzeln lässt sich vorsichtig von der Mutterpflanze lösen und in einen eigenen kleinen Topf setzen. (Mehr dazu unten!)

Nach dem Umtopfen: Lass die umgetopfte Aloe ein paar Tage bis eine Woche ohne Wasser stehen, damit Wunden an den Wurzeln abheilen. Stelle sie normal ins Licht. Danach wieder vorsichtig gießen.

Wie vermehrt man Aloe vera?

Eine einfache und schöne Art, mehr Aloe-Pflanzen zu bekommen, ist die Vermehrung. Aloe vera bildet oft von selbst Seitentriebe, wenn sie sich wohlfühlt – plötzlich stehen kleine Mini-Rosetten neben der Mutterpflanze. So gehst du vor:

Kindel wachsen lassen: Warte, bis die Kindel mindestens 4–5 cm hoch sind und einige eigene Blätter haben. Dann haben sie meist schon eigene Wurzeln und vertragen das Umsetzen besser.

Pflanze herausnehmen: Nimm die Mutterpflanze vorsichtig komplett aus dem Topf, samt Erdballen, um an die Kindel zu kommen. Halte die Pflanze an der Basis fest und löse behutsam.

Kindel lösen: Trenne die Seitentriebe vorsichtig von der Mutterpflanze. Manchmal sind sie durch eine Wurzel verbunden; nutze dann die Finger oder ein sauberes, scharfes Messer/eine Schere. Achte darauf, dass jedes Kindel ein paar Wurzeln mitbekommt.

Kindel einpflanzen: Kleine Töpfe (mit Loch unten) mit leicht feuchter, gut durchlässiger Erde füllen (wie bei erwachsenen Aloen). Setze jedes Kindel ein, sodass die Wurzeln bedeckt sind und die Pflanze stabil steht.

Nachpflege: Stelle die frisch getopften Kindel zunächst hell, aber nicht in pralle Sonne. Gieße anfangs nur minimal, wenn die Erde komplett staubtrocken ist. Nach ein paar Wochen, wenn du siehst, dass sie anwachsen und neue Blätter bilden, kannst du sie wie eine normale Aloe etwas regelmäßiger gießen. Geduld – die Wurzelbildung braucht Zeit, aber bald hast du mehrere neue Aloen!

Tipp: Du kannst Aloe vera auch über Blattstecklinge vermehren, auch wenn es länger dauert. Schneide ein kräftiges Blatt an der Basis ab, lass die Schnittfläche ein paar Tage antrocknen und stecke das Blatt dann ein paar Zentimeter in Anzucht-/sandige Erde. Leicht feucht halten und abwarten – mit etwas Glück bilden sich nach einigen Monaten Wurzeln und neue Triebe.

Häufige Probleme und wie du sie vermeidest

Obwohl Aloe vera robust ist, kann sie ein paar typische Probleme bekommen. Hier sind die häufigsten – samt Vorbeugung:

Zu viel Wasser & Wurzelfäule: Die größte Gefahr ist Überwässerung. Zeichen sind vergilbte, braune oder schlappe Blätter, die weich und matschig werden können, manchmal mit muffigem Geruch aus der Erde (Fäulnis). Rettung: Sofort nicht mehr gießen, Pflanze aus der nassen Erde nehmen und Wurzeln abtrocknen lassen. Faulige Wurzelteile entfernen. In trockene, frische Erde mit guter Drainage umtopfen. Vorbeugen: sparsam gießen und immer vollständig abtrocknen lassen.

Lichtmangel: Steht die Aloe zu dunkel, bildet sie lange, dünne und blasse Blätter, die sich zum Licht strecken (Vergeilung). Das Wachstum ist schwach, die Pflanze wirkt „rangig“. Lösung: an einen helleren Platz stellen, am besten sonniges Fenster. Im Winter kann eine Pflanzenlampe helfen.

Sonnenschäden: Zu starke Sonne (vor allem plötzlich bei ungewohnter Pflanze) kann braune Flecken oder rötliche Färbung verursachen – ein Zeichen von Sonnenbrand. Lösung: in Halbschatten stellen, damit sie sich erholt. Künftig langsam an direkte Sonne gewöhnen (z. B. ein paar Stunden am Tag).

Schädlinge: Aloe vera wird selten befallen, aber Wollläuse (kleine weiße „Watte“-Insekten), Spinnmilben (feine Gespinste unter den Blättern) oder Blattläuse können auftauchen – besonders nach dem Aufenthalt draußen. Lösung: betroffene Pflanze isolieren. Läuse manuell entfernen, z. B. Blätter mit einem Tuch und Seifenwasser oder einer Alkohollösung (Spiritus/denaturierter Alkohol, verdünnt) abwischen. Bei Spinnmilben hilft oft eine Dusche der ganzen Pflanze und höhere Luftfeuchtigkeit. Behandlung wiederholen, bis alles weg ist.

Autor: Emma Vogiatzi – ausgebildete Gärtnerin

Faktengeprüft von: Erik Hoekstra

Zuletzt aktualisiert 2026-01-15