Eukalyptus ist eine elegante und aromatische Pflanze, die bei Hobbygärtnerinnen und -gärtnern sehr beliebt geworden ist. Die silbrig-grünen Blätter verströmen einen herrlichen Duft und eignen sich das ganze Jahr über wunderschön für Sträuße. Obwohl Eukalyptus in freier Natur in Australien zu großen Bäumen heranwachsen kann, kannst du kleinere Exemplare zu Hause im Topf oder im Garten erfolgreich kultivieren. Hier bekommst du eine Anleitung, die dich Schritt für Schritt durch den gesamten Prozess führt – von der Aussaat bis dazu, wie du deinen Eukalyptus im schwedischen Klima überwinterst.
Aussaat – vom Samen zur Pflanze
Um bis zum Sommer einen kräftigen Eukalyptus zu bekommen, musst du früh im Jahr starten. Folge diesen Schritten, um bei der Aussaat erfolgreich zu sein:
Zeitpunkt: Beginne bereits im Dezember, Januar oder Februar damit, Eukalyptus drinnen vorzuziehen. Die lange Entwicklungszeit sorgt dafür, dass ein früher Start Pflanzen ergibt, die bis zum Sommer gut herangewachsen sind. (Es ist möglich, bis März–April zu säen, aber dann sind die Pflanzen im ersten Jahr meistens kleiner.) Man kann Eukalyptus das ganze Jahr über drinnen unter Pflanzenbeleuchtung säen, wenn man ihn als Zimmer-Topfpflanze haben möchte.
Aussaaterde und Gefäße: Fülle kleine Töpfe oder Anzuchtschalen mit feiner, durchlässiger Aussaaterde. Die Aussaaterde soll feucht, aber nicht klatschnass sein. Verwende am besten Gefäße mit Abzugslöchern. Am besten ist es, 1 Samen pro kleinem Topf oder mehrere in einer Anzuchtschale zu säen.
Saattiefe: Lege die Samen flach auf die Erdoberfläche und bedecke sie nur ganz leicht mit einer dünnen Schicht Erde oder Vermiculit (ca. 0,2 cm).
Temperatur und Feuchtigkeit: Decke den Topf mit Frischhaltefolie oder einem Mini-Gewächshaus mit Luftlöchern ab, um die Feuchtigkeit zu halten. Stelle die Aussaat bei Zimmertemperatur, ca. 20–22°C, auf. Halte die Erde während der Keimzeit gleichmäßig feucht – gieße vorsichtig mit einer Sprühflasche oder von unten, damit die Samen nicht weggespült werden. Vermeide, dass die Erde austrocknet, aber sie darf auch nicht im Wasser stehen.
Licht: Stelle die Aussaat hell auf, vermeide aber starkes direktes Sonnenlicht, bevor die Samen gekeimt sind. Im Januar ist das Tageslicht schwach, daher kann zusätzliche Pflanzenbeleuchtung sehr hilfreich sein, um ausreichend Licht zu geben und zu verhindern, dass die Keimlinge vergeilen.
Keimung: Hab Geduld – die Keimdauer kann variieren. Oft sind die ersten Keimlinge nach 2–4 Wochen zu sehen, aber bei manchen Samen kann es bis zu 6–8 Wochen dauern. Solange die Erde leicht feucht und warm gehalten wird, gibt es Hoffnung, auch wenn es länger dauert.
Nach dem Auflaufen: Wenn die Samen gekeimt sind und sich die ersten Blätter (Keimblätter) entwickelt haben, entferne die Abdeckung. Stelle die kleinen Pflanzen möglichst an einen hellen und etwas kühleren Ort, etwa 15–20°C. Eine etwas kühlere Temperatur nach dem Auflaufen sorgt dafür, dass die Pflanzen kompakter und stabiler wachsen.
Pikieren – den Pflanzen Platz zum Wachsen geben
Pikieren bedeutet, die zarten Jungpflanzen in größere Töpfe mit nährstoffreicherer Erde umzusetzen, sobald sie etwas gewachsen sind. Eukalyptus hat empfindliche Wurzeln, die es nicht mögen, gestört zu werden, daher sollte man nur umtopfen, wenn es wirklich nötig ist, und dann vorsichtig vorgehen:
Wann ist es Zeit? Wenn die Pflanzen ihre Laubblätter entwickelt haben und die Wurzeln beginnen, den kleinen Anzuchttopf zu füllen, ist es Zeit zum Pikieren. Das kann der Fall sein, wenn die Pflanze etwa 5–10 cm hoch ist und sich handhaben lässt, ohne zu brechen. Warte nicht zu lange; die Pflanze sollte in ihrem ersten kleinen Topf nicht groß und wurzelgebunden werden.
Wie macht man das? Fülle einen etwas größeren Topf (z. B. 8–12 cm Durchmesser oder entsprechend etwa ein 1-Liter-Topf) mit einer nährstoffreichen, gut durchlässigen Erde, am besten Rhododendronerde, da Eukalyptus saure Erde mit niedrigem pH-Wert mag. Gieße die Erde vorher leicht an, sodass sie feucht ist.
Vorsichtig umtopfen: Löse die kleine Eukalyptuspflanze vorsichtig heraus. Versuche, die Wurzeln so wenig wie möglich zu stören. Setze sie im neuen Topf in derselben Tiefe ein, in der sie zuvor stand. Erde rundherum auffüllen und leicht andrücken. Nach dem Umtopfen vorsichtig mit lauwarmem Wasser gießen.
Weiterwachsen: Stelle die umgetopften Pflanzen sehr hell (auf eine sonnige Fensterbank oder unter Pflanzenbeleuchtung). Jetzt, wo sie mehr Nährstoffe und Platz haben, werden sie schneller wachsen. Achte darauf, dass sie nicht austrocknen; kleine Töpfe müssen eventuell oft gegossen werden. Vermeide gleichzeitig Überwässerung – die Erde soll feucht, aber nicht nass sein.
Tipp: Eukalyptus wächst schnell und bildet bald ein umfangreiches Wurzelsystem. Überlege, bereits ab dem Beginn des Sommers in einen wirklich großen Topf zu pflanzen, statt viele kleine Umtopfaktionen zu machen. Weniger Umtopfen verringert das Risiko, die Wurzeln zu beschädigen. Wenn du den Eukalyptus als Topfpflanze halten möchtest, kannst du ihn direkt in einen dekorativen Endtopf draußen auf der Terrasse setzen, sobald keine Frostgefahr mehr besteht.
Pflege – so bekommst du einen gesunden und buschigen Eukalyptus
Wenn deine Eukalyptuspflanzen sich in ihren Töpfen oder im Beet etabliert haben, ist die richtige Pflege entscheidend, um kräftige, buschige Pflanzen mit vielen schönen Blättern zu bekommen. Hier sind die wichtigsten Pflegetipps:
Licht: Eukalyptus liebt Sonne. Draußen gedeiht er in voller Sonne an einem warmen, geschützten Standort. Drinnen stellt man ihn so hell wie möglich, am besten an ein Südfenster. Ausreichend Licht sorgt für kompaktes Wachstum und eine schöne Blattfarbe (starke Sommersonne kann den Blättern einen schönen graublauen Ton verleihen).
Temperatur & Auspflanzen: Wenn die Frostgefahr definitiv vorbei ist (in Schweden meist Ende Mai), kann der Eukalyptus dauerhaft nach draußen. Junge Pflanzen sollten vorher abgehärtet werden – gewöhne sie schrittweise an das Außenklima, indem du sie täglich für ein paar Stunden geschützt nach draußen stellst und die Zeit über 1–2 Wochen steigerst. Eukalyptus mag Wärme und wächst in Sommerwärme schnell, verträgt aber keinen Frost. Schütze die Pflanze vor kühlen Frühlingsnächten; hole sie herein oder decke sie ab, wenn die Temperatur Richtung null sinken könnte.
Gießen: Halte die Erde während der Wachstumszeit gleichmäßig feucht. Eukalyptus möchte weder im Wasser stehen noch komplett austrocknen. Fühle die Erde – gieße, wenn die oberste Schicht sich trocken anfühlt. Im Topf kann das etwa ein paar Mal pro Woche bedeuten (häufiger im Hochsommer). Vermeide nach Möglichkeit sehr kalkhaltiges Wasser, da die Pflanze etwas saureres Substrat bevorzugt.
Düngung: Dünge gern regelmäßig im Frühling und Sommer, um das schnelle Wachstum zu unterstützen, besonders wenn die Pflanze im Topf wächst. Ein flüssiger Mediterranpflanzen-Dünger oder ein universeller Blumendünger, der dem Gießwasser etwa alle 2–4 Wochen von April bis September zugegeben wird, passt gut. Stelle das Düngen im Herbst ein, um kein weiches Wachstum vor dem Winter zu erzwingen.
Kappen für buschigen Wuchs: Eukalyptus kann die Tendenz haben, mit einem einzigen Stamm in die Höhe zu schießen. Für einen stärker verzweigten und buschigen Wuchs solltest du die Pflanze nach und nach kappen. Das bedeutet, die Spitze des Haupttriebs abzuschneiden oder abzuknipsen. Das erste Kappen kann erfolgen, wenn die Pflanze etwa 20–25 cm hoch ist. Dadurch wird die Spitzendominanz gebrochen und Seitentriebe werden gefördert. Danach kannst du erneut kappen, wenn neue Triebe gewachsen sind (z. B. das nächste Mal bei 40–50 cm Höhe). Jedes Mal, wenn du einen Trieb schneidest, verzweigt sich die Pflanze weiter und wird dichter. Das Ergebnis sind mehr blattreiche Zweige – perfekt, wenn du für Sträuße anbaust!
Laufendes Umtopfen: Im Sommer können die Wurzeln den Topf schnell füllen. Wenn du merkst, dass die Pflanze sehr schnell austrocknet oder Wurzeln aus den Abzugslöchern herauswachsen, kann es Zeit sein, in einen größeren Topf umzusetzen. Wähle dann einen tiefen Topf, damit die Wurzeln Platz haben. Gehe beim Umtopfen vorsichtig mit dem Wurzelballen um. Eukalyptus schätzt viel Erdvolumen und belohnt das mit schnellem Wachstum.
Ernte – Zweige und Blätter für Sträuße und Dekoration
Ein großer Teil des Reizes beim Eukalyptusanbau ist, die wunderbaren Zweige ernten und in Sträußen, Kränzen und Dekorationen verwenden zu können. Hier sind ein paar Tipps rund um Ernte und Nutzung:
Wann kann man ernten? Lass die Pflanze erst gut wachsen, bevor du die ersten Zweige nimmst. Ab Spätsommer hat ein aus Samen gezogener Eukalyptus in der Regel genug Blätter und Höhe, um ein paar Stiele schneiden zu können. Wenn deine Pflanze kräftig ist, kannst du etwas früher ernten, aber vermeide es, bei einer jungen Pflanze zu viele Blätter zu entfernen – sie braucht die Blätter, um weiterzuwachsen.
Wie erntet man? Verwende eine scharfe Gartenschere und schneide ganze Zweige statt einzelne Blätter. Schneide am besten bis zu einer Verzweigung zurück, damit neue Triebe dort nachwachsen, wo du geschnitten hast (die Ernte wird dann auch zu einer Art Rückschnitt, der die Pflanze noch buschiger macht). Entferne die untersten Blätter am Stiel, wenn du ihn in eine Vase stellen möchtest – so verringerst du das Risiko von Bakterien im Wasser.
Frische Zweige verwenden: Frische Eukalyptuszweige halten lange in der Vase und verströmen einen leichten, frischen Duft. Die silbrig schimmernden Blätter sind sehr dekorativ und passen zu fast allen Blumenarten in einem Strauß. Probiere, sie mit farbenfrohen Schnittblumen zu kombinieren – die graugrünen Blätter bilden einen schönen Kontrast.
Eukalyptus trocknen: Wenn du die Zweige noch länger haltbar machen möchtest, kannst du den Eukalyptus trocknen. Binde einige Zweige zusammen und hänge sie kopfüber an einen luftigen, trockenen Ort (oder stelle die Zweige in eine leere Vase ohne Wasser). Nach ein paar Wochen sind die Blätter raschelig und graugrün. Der Duft nimmt beim Trocknen ab, aber sie behalten ihren dekorativen Charme über mehrere Monate. Getrockneter Eukalyptus ist beliebt in Trockenblumensträußen und Arrangements, die lange halten sollen.
Überwinterung – so kommt der Eukalyptus durch den Winter
Wenn der Herbst kommt und die Temperaturen sinken, ist es Zeit, an die Überwinterung zu denken. Eukalyptus stammt aus milderen Klimazonen und verträgt strenge Kälte ohne Schutz nicht, aber mit den richtigen Maßnahmen kannst du deine Pflanze für das nächste Jahr erhalten:
Im Topf drinnen: Die sicherste Art, Eukalyptus zu überwintern, ist, ihn im Topf zu halten und vor der ersten Frostnacht hereinzuholen. Stelle den Topf hell und kühl, aber frostfrei auf. Ideal ist ein verglaster Wintergarten, eine kühle Veranda, ein beheiztes Gewächshaus oder ein helles Fenster in einem Raum mit etwa 5–10°C. Wenn du Zentralheizung hast und nur Räume mit Zimmertemperatur, versuche, die Pflanze ans hellste Fenster zu stellen, möglichst weg von der warmen, trockenen Heizungsluft (z. B. in einem Treppenhaus oder einem kühleren Schlafzimmer). Im Winter geht der Eukalyptus in eine Ruhephase: sehr sparsam gießen – nur damit der Wurzelballen nicht komplett austrocknet. Im Winter nicht düngen. Rechne damit, dass das Wachstum stoppt und einige Blätter gelb werden oder abfallen, besonders wenn die Pflanze etwas zu warm oder zu dunkel steht. Mach dir keine Sorgen, wenn sie im Februar etwas traurig aussieht; meist treibt sie im Frühjahr wieder frisch aus, wenn Licht und Wassergaben zunehmen.
Draußen im Beet: Nur in den mildesten Teilen Schwedens (z. B. Zone 1 oder küstennahe Lagen in Südschonen) kann man versuchen, Eukalyptus draußen im Beet zu überwintern, und dann am besten die härteren Arten (Silbereukalyptus Eucalyptus gunnii ist eine der robustesten). Wenn du im Beet pflanzt, wähle einen geschützten Standort mit gut durchlässigem Boden (keine Staunässe im Winter). Wenn die Winterkälte kommt, bedecke den Boden um den Stamm herum mit einer dicken Schicht Laub oder Stroh, um die Wurzeln zu isolieren. Wickle gern Jute oder Vlies um die ganze Pflanze, um sie vor Frostwinden zu schützen. Trotz solcher Maßnahmen besteht das Risiko, dass die Pflanze einen kalten Winter nicht übersteht. Wenn der Winter mild ist, kann sie überleben, aber bei strenger Kälte kann alles oberirdische zurückfrieren. In manchen Fällen überlebt die Wurzel und treibt im nächsten Frühjahr neu aus, aber meist gilt Eukalyptus in unserem Klima als schwierig im Freien zu überwintern.
Zurück ins Wachstum: Wenn der Frühling zurückkehrt und die Tage länger werden, kannst du deinen überwinterten Eukalyptus wieder zum Leben erwecken. Stelle ihn raus oder heller, wenn die Frostnächte vorbei sind. Schneide eventuell trockene, braune Zweige zurück – bis kurz über gesunde, grüne Teile. Wenn die Pflanze lange im selben Topf stand, kannst du die Gelegenheit nutzen, um umzutopfen oder oben frische Erde auf die alte zu geben. Beginne wieder regelmäßiger zu gießen und gib eine erste schwache Düngergabe. Bald wirst du neue Triebe und Blätter sehen, die sich entfalten und bereit sind, im Sommer richtig loszulegen.
Autorin: Emma Vogiatzi – ausgebildete Gärtnerin
Faktengeprüft von: Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2026-01-16
