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Wermut anbauen


Wermut (Artemisia absinthium) ist eine mehrjährige Kräuterpflanze mit silbergrauen, tief gelappten Blättern und kleinen gelben Blüten. Er hat einen kräftigen aromatischen Duft und einen bitteren Geschmack, der ihn als Gewürz unter anderem in Absinth und Bitterspirituosen bekannt gemacht hat. Wermut in Schweden anzubauen ist sowohl spannend als auch dankbar – die Pflanze ist robust, pflegeleicht und gedeiht gut in unserem Klima. Sowohl Anfängerinnen und Anfänger als auch erfahrene Gärtnerinnen und Gärtner können die Anbaufreude daran schätzen, Wermut im Garten zu haben. In diesem Leitfaden bekommst du Wermut-Anbautipps und lernst den gesamten Prozess von der Wahl von Standort und Boden über Aussaat und Pflanzung bis hin zu Pflege, Ernte und Überwinterung.

Standort und Boden – wo fühlt sich Wermut wohl?

Wermut stammt ursprünglich aus trockenen, sonnigen Gegenden und gedeiht am besten an einem sonnigen, warmen und geschützten Standort. Wähle einen Platz mit magerem, kalkreichem und gut durchlässigem Boden. Kiesiger oder sandiger Boden ist ideal – Wermut bevorzugt trockenen Boden gegenüber feuchtem. Vermeide schwere, nasse Lehmböden, in denen Wasser stehen bleibt, da die Wurzeln zu faulen drohen. Wenn dein Gartenboden sehr nährstoffreich ist, kannst du Sand oder Kies untermischen, um ihn magerer zu machen. Eine sonnige Ecke im Kräutergarten, ein Hang oder ein Steingarten mit lockerem, spärlichem Boden eignet sich hervorragend für Wermut.

Meide zu enge Nachbarschaft: Wermut wird etwa 80–100 cm hoch und breitet sich wie ein kleiner Halbstrauch aus. Gib ihm ausreichend Platz und pflanze ihn nicht zu nah an andere Kräuter. Er gibt Stoffe ab, die das Wachstum bestimmter Kräuter hemmen können – besonders Salbei, Zitronenmelisse, Kümmel, Anis und Fenchel gedeihen direkt neben Wermut schlecht. Gib dem Wermut daher einen eigenen Platz im Beet oder Kräutergarten, wo er gedeihen kann, ohne seine Nachbarn zu stören (oder von ihnen gestört zu werden).

Aussaat und Pflanzung – vom Samen zur Pflanze

Wermut kann sowohl über Samen als auch vegetativ (Stecklinge oder Teilung) vermehrt werden. Hier gehen wir Schritt für Schritt durch, wie du Wermut aussäst und pflanzt:

Vorkultur im Haus: Um einen Vorsprung zu bekommen, kannst du Wermut im Februar–März im Haus aussäen. Verwende Aussaaterde (magere Erde) und streue die sehr kleinen Samen auf die feuchte Erdoberfläche. Die Samen sind Lichtkeimer, decke sie daher nicht ab oder nur mit einer sehr dünnen Sandschicht. Decke die Aussaat mit Folie oder einem Mini-Gewächshausdeckel mit Luftlöchern ab (täglich lüften, um Schimmel zu vermeiden). Halte die Aussaat feucht, aber nicht nass – die Keimung dauert gewöhnlich 2–3 Wochen. Wenn die winzigen Keimlinge aufgegangen sind und ein paar Zentimeter hoch sind, kannst du sie vorsichtig in einzelne Töpfe pikieren. Gib viel Licht (am Saisonanfang am besten Pflanzenlicht), damit die Pflanzen gedrungen wachsen. Härte die jungen Pflanzen vor dem Auspflanzen ab, indem du sie eine Woche lang täglich für kurze Zeit nach draußen stellst. Wenn die Gefahr von Nachtfrost vorüber ist, können die Wermutpflanzen an ihren Standort gepflanzt werden.

Direktsaat im Freiland: Du kannst Wermut auch direkt ins Freiland oder in Töpfe im Außenbereich säen, sobald der Frost nachlässt, ab Mai und später. Wähle einen sonnigen Platz, harke die Erde fein und befeuchte sie. Streue die Samen oberflächlich und drücke sie leicht an – sie brauchen Licht zum Keimen. Halte die Aussaat in den ersten Wochen feucht. Die Samen können langsam keimen; hab Geduld und entferne vorsichtig Unkraut, das konkurriert. Wenn die Jungpflanzen eine Höhe von ~5 cm erreicht haben, kannst du sie vorsichtig ausdünnen oder umsetzen, sodass 30–50 cm Abstand zwischen den Pflanzen bleibt. Wermut kann auch im Spätsommer/Frühherbst (Aug.–Sept.) gesät werden, um sich zu etablieren und im folgenden Jahr Ertrag zu bringen.

Pflanzung von fertigen Pflanzen: Wenn du eine Wermutpflanze gekauft hast oder eigene Sämlinge herangezogen hast, ist es Zeit zum Auspflanzen. Grabe ein Loch und lockere den Boden. Wenn der Boden schwer ist, verbessere die Drainage, indem du Kies/Sand in das Pflanzloch mischst. Setze die Pflanze so, dass die Oberfläche des Wurzelballens auf Bodenniveau liegt. Gieße direkt nach dem Pflanzen gründlich, damit die Wurzeln Kontakt zum umgebenden Boden bekommen. Streue gern etwas Kies oben auf die Erde um die Pflanze – das hält Unkraut fern und reflektiert Wärme. Achte auf den Abstand; etwa ein halber Meter zwischen Wermutpflanzen und anderen Pflanzen ist gut. Wermut ist ein zäher Überlebenskünstler, der gut allein zurechtkommt, aber junge Pflanzen müssen in der ersten Saison ab und zu gegossen werden, damit sie gut anwachsen.

Stecklinge und Teilung: Hast du schon Wermut oder kennst jemanden, der welchen hat? Wermut lässt sich leicht vegetativ vermehren. Im Sommer (Juli) kann man 8–10 cm lange Triebspitzen der diesjährigen Neutriebe als Stecklinge schneiden. Wähle halbverholzte (teilweise verholzte, aber noch biegsame) Triebe. Stecke sie in kleine Töpfe mit feuchter, sandgemischter Torferde und stelle sie in den Schatten. Feucht halten; nach einigen Wochen bilden sich Wurzeln und du bekommst neue Jungpflanzen. Teilung ist eine weitere einfache Methode: Im Frühjahr oder Herbst gräbst du eine ältere Pflanze aus und teilst den Wurzelstock mit einem Spaten oder Messer. Pflanze die Teile an neue Stellen oder in Töpfe. Diese vegetativen Methoden sind gut, um den Wermutbestand zu verjüngen (die Pflanze wird mit den Jahren verholzt) und vitale Exemplare zu erhalten.

Pflege – einfache Fürsorge für eine anspruchslose Pflanze

Ein etablierter Wermut braucht nur minimale Pflege, was ihn für alle Gärtnerinnen und Gärtner dankbar macht. Hier sind einige wichtige Punkte, damit dein Wermut gut gedeiht:

Gießen: Wermut ist trockenheitsverträglich und bevorzugt trockene Bedingungen. Normalerweise reicht Regenwasser, aber gieße bei längerer Trockenheit oder wenn du siehst, dass die Blätter schlapp hängen. Im Topf trocknet die Erde schneller aus, daher musst du dort an warmen Sommertagen eventuell etwas häufiger gießen. Vermeide Überwässerung – die Wurzeln mögen es nicht, nass zu stehen.

Düngen: Ein Vorteil von Wermut ist, dass er in magerem Boden gedeiht. Begrenze das Düngen; du musst nicht viel Nährstoffe geben. Im Gegenteil, zu viel Dünger kann üppiges, aber schwaches Wachstum mit geringerem Aroma fördern. Eine kleine Gabe organischen Düngers oder Kompost im Herbst kann jedoch gegeben werden, um etwas Nährstoff zuzuführen, der langsam bis zur nächsten Saison wirkt. Maßvoll einsetzen – Wermut kommt gut allein zurecht.

Lockern und Unkraut: Halte den Boden unkrautfrei und locker rund um die Pflanze, besonders während sie sich etabliert. Wermut wächst schnell und kann Unkraut verdrängen, sobald er sich ausgebreitet hat, aber in der Anfangsphase tut es ihm gut, keine Konkurrenz zu haben. Einmal pro Sommer kannst du vorsichtig die Erde am Fuß der Pflanze aufkratzen, um Sauerstoff an die Wurzeln zu bringen.

Rückschnitt: Um den Wermutbusch dicht und schön zu halten, kannst du ihn leicht zurückschneiden. Er wächst schnell und kann sparrig werden. Schneide die Spitzen Ende Juli zurück, wenn die Pflanze sehr hoch oder lückig geworden ist – das regt neue Seitentriebe an und ergibt eine buschigere Form. Du kannst auch blühende Stängel nach der Blüte abschneiden, wenn du Selbstaussaat vermeiden willst (Wermut kann Samen verbreiten, wenn sie ausreifen dürfen). Sei jedoch sparsam mit starkem Rückschnitt mitten im Sommer, da die Pflanze Kraft für den Winter einlagert. Generell reicht es, Wermut einmal pro Jahr zu schneiden, meist spät in der Saison (mehr dazu unter Überwinterung unten).

Schädlinge und Krankheiten: Der starke Duft und der bittere Geschmack von Wermut sorgen dafür, dass er selten von Schädlingen befallen wird. Im Gegenteil heißt es, Wermut schrecke einige Insekten in der Umgebung ab. Du musst dir normalerweise keine Sorgen um Schädlinge an dieser Pflanze machen. Krankheiten sind ebenfalls selten, wenn der Boden gut durchlässig ist. Vermeide nur, dass die Pflanze zu nass steht – das ist im Grunde das Einzige, was Probleme machen kann (Wurzelprobleme). Ein gesunder Wermut ist nahezu selbstständig!

Schnelle Wermut-Anbautipps in Kürze:

Sonne und trocken: Gib dem Wermut einen sonnigen, trockenen Platz mit magerem, gut durchlässigem Boden – dann entwickelt er das beste Aroma und bleibt gesund.

Genug Wasser: Gieße sparsam. Lieber zu trocken als zu nass – Wermut verträgt Trockenheit hervorragend, mag aber keine Nässe.

Minimale Nährstoffe: Übertreibe das Düngen nicht. Höchstens etwas Kompost; Wermut mag nährstoffarmen Boden.

Eigene Ecke: Pflanze Wermut nicht zu dicht an andere Küchenkräuter. Seine Wurzeln und Duftstoffe brauchen Raum und können empfindliche Nachbarn beeinflussen.

Bei Bedarf ausputzen: Entferne verwelkte Blütenstände und trimme leicht, wenn die Pflanze vergeilt. Du erhältst eine schönere, dichtere Pflanze, die im Rahmen bleibt.

Wermut im Topf anbauen

Es klappt hervorragend, Wermut im Topf anzubauen, was eine gute Alternative sein kann, wenn man wenig Platz hat oder die Pflanze flexibel umstellen möchte. Wähle einen stabilen Topf, am besten mindestens 5–10 Liter, da die Wurzeln von Wermut Platz brauchen und die Pflanze groß werden kann. Achte darauf, dass der Topf unten Abzugslöcher hat; gib eine Schicht Blähton oder Kies unten hinein für zusätzliche Drainage. Fülle eine durchlässige Erdmischung ein – zum Beispiel Kakteenerde oder Blumenerde, mit Sand gemischt, um mageren, kiesigen Boden nachzuahmen.

Pflanze die Wermutpflanze ein und gieße die Erde beim ersten Mal gründlich durch. Stelle den Topf sonnig (z. B. auf einen Süd- oder Westbalkon oder eine Terrasse). Im Topf erwärmt sich die Erde schneller und trocknet schneller aus, also fühle mit dem Finger nach und gieße, wenn es ein Stück weit unten trocken ist – aber vermeide wie gesagt dauerhafte Feuchtigkeit. Wermut im Topf braucht beim Gießen etwas mehr Aufmerksamkeit als im Freiland, besonders bei Hochsommerhitze, ist ansonsten aber genauso pflegeleicht.

Ein Vorteil des Topfes ist, dass du die Pflanze im Winter leichter hineinholen oder schützen kannst (mehr zur Überwinterung im Topf unten). Der Nachteil ist, dass die Pflanze etwas weniger kräftig werden kann als im Freiland, aber Wermut im Topf wird dennoch ein schöner Busch mit silbrigen Blättern, den man genießen kann. Denk daran, Wermut im Topf alle paar Jahre zu verjüngen: Die Pflanze verholzt nach 3–4 Jahren. Dann kannst du sie entweder in frische Erde umtopfen, den Wurzelballen teilen und die Teile umtopfen oder neue Samen aussäen. So behältst du viele Jahre lang einen vitalen Wermut im Topf.

Wermut im Gewächshaus anbauen

Da Wermut unser Klima gut verträgt, ist es selten nötig, ihn im Gewächshaus anzubauen, aber es gibt dennoch Situationen, in denen ein Gewächshaus für Wermut nützlich sein kann. Wohnst du in den kältesten Teilen des Landes, kann ein unbeheiztes Gewächshaus dem Wermut ein milderes Mikroklima geben, was die Überwinterung erleichtert. Du kannst zum Beispiel einen Wermut im Topf im Winter ins Gewächshaus stellen, als Schutz vor eisigen Winden und dem schlimmsten Frost. In einem solchen Fall musst du trotzdem dafür sorgen, dass die Temperatur im Winter nahe an den Gefrierpunkt sinken darf – Wermut braucht eine kalte Ruhephase und verträgt es nicht, das ganze Jahr über warm und aktiv gehalten zu werden. Lass ihn mit den natürlichen Wintertemperaturen in Dormanz gehen (ein paar Plusgrade bis ein paar Minusgrade sind für einen winterharten Wermut kein Problem).

Im Sommer kann Wermut natürlich auch im Gewächshaus wachsen, aber denk daran, dass es an sonnigen Tagen sehr heiß werden kann. Sorge für Lüftung und gieße bei Bedarf, damit die Topferde in der glühenden Gewächshauswärme nicht völlig austrocknet. Oft gedeiht Wermut im Sommer draußen in frischer Luft besser, daher kannst du den Topf nach dem letzten Frost gern nach draußen stellen und ihn draußen stehen lassen, um ihn erst mit der Herbstkälte wieder ins Gewächshaus zu holen. Das Gewächshaus dient also vor allem als sicherer Überwinterungsplatz oder um im Frühjahr Saaten früh zu starten. Wenn du Wermut spät im Herbst aussäst, kannst du den Topf ins Gewächshaus stellen – die Samen können dann im geschützten Umfeld im nächsten Frühjahr früh zu keimen beginnen. Zusammenfassend: Wermut kann im Gewächshaus angebaut werden, aber er ist so robust, dass es für den Sommer selten nötig ist. Nutze das Gewächshaus klug, indem du die Saison an den Rändern verlängerst und dem Wermut bei Bedarf durch die Winterruhe hilfst.

Wermut ernten

Wermut zu ernten ist ein duftendes Erlebnis! Die Blätter und Blütenstände enthalten die aromatischen und bitteren Stoffe, für die Wermut bekannt ist. Die Pflanze beginnt meist im Juli zu blühen und kann bis in den September hinein blühen. Die beste Erntezeit ist zu Beginn der Blüte, wenn die ersten kleinen gelbgrünen, knopfigen Blüten gerade aufgegangen sind. Dann ist der Gehalt an Duft- und Geschmacksstoffen in der Pflanze am höchsten. Traditionell galt der Bartholomäustag (24. August) als ideales Erntedatum, aber lass lieber die Entwicklung der Pflanze entscheiden – je nach Jahr und Ort kann der Blühbeginn variieren.

Ernte am besten an einem sonnigen Vormittag, wenn der Tau getrocknet ist, dann sind die Aromen am stärksten. Verwende eine scharfe Gartenschere und schneide die obersten Zweige ab (ca. 20–30 cm lang), dort, wo Blätter und Blütenknospen dicht sitzen. Du kannst auch früher im Sommer sparsam ernten, wenn du ein paar Blätter zum Würzen brauchst, aber für eine größere Ernte ist die Blütezeit optimal. Lass immer mindestens ein Drittel der Pflanze unberührt, damit sie sich erholen kann. Wenn dein Wermut jung oder klein ist, nimm im ersten Jahr nur ein paar Zweige.

Nach der Ernte kannst du Wermut frisch oder getrocknet verwenden. Frische kleine Zweige können für ein paar Tage in Branntwein gelegt werden, um eigenen Wermutschnaps (sogenannte Bittertropfen) herzustellen – aber Vorsicht, Wermut ist sehr bitter und stark (verwende äußerst kleine Mengen!). Üblicher ist, dass du die Ernte für später trocknest. Binde ein Bündel Zweige mit einer Schnur zusammen und hänge es kopfüber an einen luftigen, dunklen Ort (z. B. auf einem Dachboden oder in einem Abstellraum). Alternativ kannst du die Zweige locker auf Zeitungspapier oder einem Netz ausbreiten. Trockne nicht in starker Sonne oder über hoher Wärme; die Aromen bleiben am besten bei schonender Trocknung erhalten. Wenn die Wermutzweige vollständig trocken sind (sie sollen leicht rascheln und die Blätter zerbröseln, wenn du sie drückst), kannst du die Blätter und blühenden Spitzen abstreifen und sie in einem Glas oder einer Papiertüte aufbewahren. Trocken und dunkel lagern, dann hält der Geschmack länger.

Die Wermutpflanze selbst tut die Ernte gut – du lichtest sie aus und verhinderst, dass sie überall Samen verbreitet. Manchmal kommt nach der Spitzenernte ein zweiter, kleinerer Schub neuer Triebe. Diese kannst du als grünen Zierwert stehen lassen oder bei Bedarf etwas später im Herbst ernten. Denk jedoch daran, dass die Wirkung von Wermut stark ist; in der Kräutermedizin wird er gegen Magenbeschwerden und Parasiten eingesetzt, aber immer in kleinen Dosen. Begnüge dich damit, den Duft im Garten zu genießen, und verwende die Ernte in Küche und Gewürzregal mit Bedacht.

Überwinterung – Wermut das ganze Jahr

Einer der schönen Aspekte von Wermut ist, dass er mehrjährig ist und Jahr für Jahr zurückkommt. Mit der richtigen Pflege überwintert er in großen Teilen Schwedens problemlos. Wermut verträgt generell das Klima bis Zone 5–6, was dem Küstenland von Norrland entspricht. Das bedeutet, dass Wermut in Süd- und Mittelschweden im Freiland ohne besondere Maßnahmen überlebt. Die Pflanze stirbt im Herbst zurück; die silbergrauen Stängel vergilben/werden nach dem ersten Frost braun. Schneide die Pflanze im Spätherbst oder im zeitigen Frühjahr auf einige Dezimeter über dem Boden zurück (manche Gärtner lassen die trockenen Stängel als Schutz über den Winter stehen und schneiden erst bei der Frühjahrsreinigung zurück – beides funktioniert). Um die Wurzelbasis herum kannst du etwas Laub oder Stroh anhäufeln, besonders wenn der Winter voraussichtlich schneearm und kalt wird. Im nördlichen Inland mit strengerem Klima kann die Wermutpflanze eine zusätzliche Winterabdeckung aus Fichtenzweigen oder Vlies benötigen, um sicher zu überwintern.

Für Wermut im Topf ist die Überwinterung etwas aufwendiger. Eine Topfpflanze ist kälteempfindlicher, weil der Frost die Wurzeln rundherum leichter erreicht. Ideal ist es, den Topf in einen frostfreien, aber kühlen Raum zu stellen. Eine unbeheizte helle Veranda, eine Garage oder ein Gewächshaus, das knapp über 0 °C bleibt, funktioniert gut. Wermut braucht während der Ruhephase kein Licht – er ist ja zurückgestorben – aber die Temperatur sollte wie gesagt bei 0 bis +5 °C liegen. Gieße im Winter sehr sparsam; die Erde soll am besten trocken sein, aber nicht völlig austrocknen. Ein kleiner Schluck Wasser ab und zu während der Winterruhe reicht, damit die Wurzeln nicht völlig austrocknen. Wenn du keinen frostfreien Raum hast, kannst du versuchen, den Topf draußen zu isolieren: Stelle ihn an eine Hauswand in Südlage, wickle den Topf in Luftpolsterfolie oder Jute, und wenn möglich, grabe den ganzen Topf in ein Beet ein (Bodenwärme schützt besser als wenn er oberirdisch steht). Lege trockenes Laub um und über den Topf als zusätzliche Abdeckung. Mit diesen Maßnahmen steigt die Chance, dass der Wermut den Winter im Topf übersteht.

Wenn der Frühling kommt und die Temperaturen steigen, ist es Zeit, den Wermut wieder zu wecken. Stelle den Topf ins Licht, falls er dunkel stand, entferne die Winterabdeckung und beginne wieder etwas mehr zu gießen, sobald du neue Triebe aus der Erde schauen siehst. Wermut treibt gewöhnlich früh im Frühjahr frische silbergraue Triebe, sobald der Boden abtrocknet. Es ist ein wunderbarer Anblick, der die Anbaufreude wirklich hervorhebt – zu sehen, wie dein Wermut nach der Winterruhe wieder aufersteht!

Autorin: Emma Vogiatzi – ausgebildete Gärtnerin

Faktengeprüft von: Erik Hoekstra

Zuletzt aktualisiert 2026-01-15