Rettich ist der große Verwandte des Radieschens, dieselbe Art, aber mit Wurzeln von 20 bis 40 cm Länge und mehreren hundert Gramm Gewicht. Er wächst im Herbst, hält sich über den Winter und schmeckt umso milder, je kühler er wächst. Über den Erfolg entscheidet eine einzige Sache, nämlich der Zeitpunkt der Aussaat.
Im Juli säen, nicht im Frühjahr
Rettich ist eine Kurztagspflanze. Säst du ihn im Frühjahr, wenn die Tage länger werden, versteht die Pflanze das als Signal zu blühen, statt in der Wurzel einzulagern. Das Ergebnis ist ein langer Blütenstängel und eine dünne, fasrige Wurzel.
Säe deshalb von Mitte Juli bis Anfang August, wenn die Tage kürzer werden. Dann geht die ganze Kraft der Pflanze in die Wurzel.
Tiefe: 2 cm.
Reihenabstand: 30 bis 40 cm.
Keimung: 4 bis 8 Tage.
Ernte: 8 bis 12 Wochen nach der Aussaat, also im Oktober oder November.
Damit gehört Rettich zu den wenigen Kulturen, die auf ein Beet passen, von dem du gerade Frühkartoffeln oder Erbsen geerntet hast. Mehr solcher Nachsaaten findest du im Artikel über die Herbstaussaat.
Früh vereinzeln
Vereinzle auf 10 bis 15 cm zwischen den Pflanzen, sobald sie zwei Laubblätter haben. Bei Daikon-Sorten, die länger und dicker werden, vereinzelst du auf 15 bis 20 cm.
Wartest du damit zu lange, konkurrieren die Pflanzen und du bekommst viele kleine Wurzeln statt einiger großer. Die herausgezogenen Pflanzen kannst du als Blattgemüse essen.
Der Boden bestimmt die Form
Die Wurzel wächst gerade nach unten, und trifft sie auf ein Hindernis, teilt sie sich. Tiefer, gelockerter und steinfreier Boden ist deshalb kein Detail, sondern die Voraussetzung.
Lockere 30 cm tief vor der Aussaat, ohne den Boden zu wenden.
Entferne Steine in der Saatrille.
Kein frischer Mist. Er führt zu verzweigten und behaarten Wurzeln. Dünge lieber im Jahr davor.
pH 6 bis 7. Rettich ist ein Kreuzblütler und bekommt in saurem Boden Kohlhernie.
Gleichmäßiges Gießen macht den Geschmack mild
Die Schärfe im Rettich stammt von Senfölen, und ihr Gehalt steigt, wenn die Pflanze es warm und trocken hat. Eine Wurzel, die gleichmäßig in kühlem Herbstboden gewachsen ist, schmeckt milder als dieselbe Sorte aus der Trockenheit.
Gieße deshalb durchgehend gleichmäßig. Bei ungleichmäßiger Wassergabe fallen die Wurzeln ein, werden schwammig und bekommen Hohlräume im Inneren.
Sorten
| Typ | Aussehen | Geschmack | Passt zu |
|---|---|---|---|
| Weißer Rettich | Lange weiße Wurzel, 20 bis 30 cm | Mild, leicht pfeffrig | Salat, eingelegt, Wok |
| Daikon | Sehr lang, 30 bis 40 cm | Am mildesten von allen | Asiatische Gerichte, eingelegt |
| Schwarzer Rettich | Rund bis länglich, schwarze Schale | Scharf und kräftig | Gerieben mit Apfel, Lagerung |
| Münchner Bier | Weiß und kurz | Scharf | In Scheiben mit Salz zum Bier |
Unsere Sorte Rammenas Icon gehört zum weißen, milden Typ und bringt lange Wurzeln mit festem, knackigem Fleisch. Weitere Sorten findest du bei unseren Radieschen-Samen.
Ernte
Nimm die Wurzeln auf, bevor der Boden gefriert, in der Regel im Oktober oder November. Die Wurzel verträgt leichten Nachtfrost, aber nicht, dass der Boden durchfriert.
Lockere den Boden zuerst mit einer Grabegabel entlang der Reihe. Ziehst du einen 30 cm langen Daikon gerade am Laub heraus, bricht er in der Mitte.
In Sand lagern
Dreh das Laub ab und lass ein paar Zentimeter stehen.
Bürste die Erde ab. Nicht abspülen.
Schichte die Wurzeln mit feuchtem Sand in eine Kiste.
Stelle die Kiste kühl, bei 0 bis 4 Grad.
So halten sie drei bis vier Monate. Schwarzer Rettich lagert von allen Typen am besten, Daikon am schlechtesten.
Rettich als Bodenverbesserer
Die lange Pfahlwurzel wird in der Landwirtschaft genutzt, um verdichteten Boden zu lockern. Die Wurzel bohrt sich durch die Pflugsohle, friert im Winter auseinander und hinterlässt einen Kanal, dem die Wurzeln der nächsten Kultur folgen können.
Dasselbe funktioniert im Hochbeet oder auf einem Beet, das hart geworden ist. Säe im August dicht, lass die Pflanzen über den Winter stehen und die Wurzeln an Ort und Stelle verrotten.
Schädlinge
Erdflöhe sind bei frisch gesäten Pflanzen in der Augusthitze am schlimmsten. Decke mit Vlies ab, bis die Pflanzen vier Blätter haben.
Die Kohlfliege legt ihre Eier am Stängelgrund ab, und die Larven gehen an die Wurzel. Ein Netz mit 0,8 mm Maschenweite stoppt beide.
Der Kohlweißling frisst das Laub. Die ganze Übersicht steht im Artikel über den Kohlweißling.
Willst du in derselben Reihe etwas Schnelleres, sind Radieschen in drei bis vier Wochen erntereif.
Autorin: Emma Vogiatzi
Faktengeprüft von Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2026-08-31