Die Steckrübe (Brassica napus), je nach Gegend auch Kohlrübe oder Wruke genannt, entstand im 17. Jahrhundert in Schweden als Kreuzung aus Kohl und Rübe. Sie braucht 90 bis 110 Tage und wird in Mitteleuropa später gesät als fast alles andere im Gemüsegarten. Genau die Saatzeit ist auch der häufigste Grund, warum sie misslingt.
Im Juni säen, nicht im Mai
Säe direkt ins Beet, von Ende Mai bis Mitte Juni. Säst du früher, passieren zwei Dinge: die Pflanze schießt in Blüte, statt eine Rübe zu bilden, und die Rübe wird holzig und faserig, bevor du sie erntest.
Tiefe: 2 cm.
Reihenabstand: 40 bis 50 cm.
Keimung: 5 bis 10 Tage bei 12 bis 18 Grad.
Ernte: Oktober, also 90 bis 110 Tage nach der Saat.
Direktsaat ist der Voranzucht vorzuziehen, weil die Pfahlwurzel es nicht verträgt, gestört zu werden. Mehr zur Technik findest du im Beitrag über die Direktsaat.
Vereinzeln, sonst wird nichts daraus
Dieser Schritt wird öfter übersprungen als jeder andere, und ohne ihn bekommst du eine Reihe kleiner harter Rüben.
Vereinzele in zwei Durchgängen. Zuerst auf 10 cm, wenn die Pflanzen zwei Keimblätter haben, dann auf 25 bis 30 cm, wenn sie handtellerhoch sind. Eine fertige Steckrübe wiegt 500 Gramm bis 1,5 Kilo, und diesen Platz braucht sie.
Die herausgezogenen Jungpflanzen kannst du als Blattgemüse essen.
Boden und Kalk
Tiefgründiger, humusreicher Boden, der Feuchtigkeit hält. Die Steckrübe kommt mit schwererem Boden zurecht als die meisten Wurzelgemüse und verträgt Lehm gut.
Der pH-Wert soll zwischen 6,5 und 7 liegen. Saurer Boden erhöht das Risiko für Kohlhernie, den Pilz, der knotige, aufgeschwollene Wurzeln verursacht und danach jahrzehntelang im Boden bleibt. Kalke im Herbst des Vorjahres, nicht gleichzeitig mit der Aussaat.
Baue Kohlgewächse auf derselben Fläche nicht öfter als alle vier Jahre an.
Gleichmäßig gießen, sonst platzt sie
Die Steckrübe braucht durchgehend gleichmäßige Feuchte. Trocknet sie aus und bekommt dann viel Wasser, platzt die Rübe der Länge nach auf und schmeckt faserig.
Gieße einmal pro Woche durchdringend statt jeden Tag ein wenig, und decke den Boden im Juli mit Rasenschnitt oder Stroh ab.
Braunherzigkeit kommt von Bormangel
Schneidest du eine Steckrübe auf und findest braune, glasige Stellen in der Mitte, ist das keine Fäule, sondern Bormangel. Die Rübe schmeckt bitter und ist nicht mehr zu gebrauchen.
Das Problem tritt auf leichten, sandigen Böden auf und auf Böden, die zu stark gekalkt wurden, weil ein hoher pH-Wert das Bor festlegt. Die Abhilfe besteht darin, Bor über einen Volldünger mit Spurenelementen oder über Tang und Algen zuzuführen und nicht zu überkalken.
Schädlinge
Erdflöhe fressen im Juni kleine runde Löcher in die Keimblätter und können die ganze Saat vernichten. Decke direkt nach der Aussaat mit Vlies ab.
Die Kohlfliege legt ihre Eier am Stängelgrund ab, und die Larven gehen an die Wurzel. Ein Netz mit 0,8 mm Maschenweite hält sie und die Erdflöhe zurück.
Der Kohlweißling geht im Juli und August ans Laub. Den ganzen Durchgang findest du im Beitrag über den Kohlweißling.
Das Netz muss ab der Aussaat liegen und darf die Blätter nicht berühren.
Nach dem ersten Frost ernten
Die Steckrübe wird durch ein paar Frostnächte süßer, weil die Pflanze Stärke als Frostschutz zu Zucker abbaut. Warte mit der Ernte deshalb bis in den Oktober, hol die Rüben aber heraus, bevor der Boden tief durchfriert.
Dreh das Kraut ab, statt es abzuschneiden, und lass ein paar Zentimeter stehen. Ein Schnitt zu dicht an der Rübe ist eine Eintrittsstelle für Fäule.
Lagerung bis zum Frühjahr
Temperatur: 0 bis 4 Grad.
Feuchte: hoch. Trockene Luft macht die Rübe schrumpelig und zäh.
Methode: lege die Rüben in feuchten Sand in eine Kiste oder in perforierte Beutel.
Haltbarkeit: vier bis fünf Monate, also bis März oder April.
Die dünne Wachsschicht auf gekauften Steckrüben ist aus demselben Grund da, sie bremst die Verdunstung. Zu Hause übernimmt feuchter Sand diese Aufgabe.
Sorten
Nadmorska: die häufigste Sorte, gelbfleischig und gut lagerfähig.
Vige: früh und mild, passt dorthin, wo die Saison kurz ist.
Wilhelmsburger: alte Sorte mit grünem Kopf und festem Fleisch.
Helenor: gleichmäßige Form und gute Widerstandskraft gegen Kohlhernie.
Willst du etwas Schnelleres auf derselben Fläche, funktioniert die Mairübe, die in sechs bis acht Wochen erntereif ist. Das ganze Sortiment findest du bei unseren Kohlsamen, und eine verwandte Kultur gehen wir im Beitrag über Grünkohl durch.
Autorin: Emma Vogiatzi
Faktengeprüft von Erik Hoekstra
Zuletzt aktualisiert 2026-08-31